25. Oktober 2014

Meeting ... Traumblut von Lexy v. Golden

Quelle: Goodreads
[Originaltitel: - ]

Gelesen: 24.10.2014 - 25.10.2014

• Reihe: 1 von  1
• E-Book: 388 Seiten
• Verlag: Independent
• Erschienen: 2014
• Sprache: Deutsch
• ISBN-13: B00NGOLRTA

Klappentext:

Eine Stadt. Zwei Wesen – Traumdiebe und Illusionisten – die sie für sich beanspruchen wollen. Wieder finden die Sirasons – Die Spiele um die Herrschaft statt. Die vierundzwanzigjährige Leya wird von den Menschen gewählt, um als Traumdiebin an den Spielen teilzunehmen. Doch auch die Söhne des Herrschers, Yeal und Dijon, werden gewählt, um die Herrschaft der Illusionisten zu vertreten. Allerdings verlaufen die Spiele anders, als Leya erwartet. Die Etappen sind schwieriger, der Dämon in ihr wird viele Hindernisse überwinden müssen und sie steht immer einen Schritt davor, aufzugeben … Wird sie es schaffen, die Spiele zu gewinnen, damit die Traumdiebe die grausame Herrschaft des Lord Parsen ablösen können? Und was ist mit Yeal Parsen, der seine eigenen Absichten hegt und Leya mit seinen Illusionen manipuliert? Bleibt er weiterhin ihr ärgster Feind oder ist er bereit, sie die Spiele gewinnen zu lassen?
Quelle: Amazon
Kurz und Knapp:

• holpriger Schreibstil
• schöne Idee
• Bruch zwischen den beiden Hälften
• erst actionreich, dann romantisch
• Yael ein toller Held
• Leya ist zu blass und zu perfekt

Lang und Ausführlich:

Auch wenn ich vorhatte, diese Rezension in Englisch zu schreiben, habe ich mich doch letztendlich dagegen entschieden, da es unsinnig wäre, einen deutschen Roman, in Englisch zu besprechen.

Wie kam ich dazu "Traumblut" von Lexy v. Golden zu lesen? Es war eine spontane Entscheidung, ich hatte schon seit einem Jahr keinen Roman mehr über Amazon Prime ausgeliehen, diesen Roman ziemlich weit oben in der Bestseller-Liste gesehen und dann einfach heruntergeladen, da sich die Rezensionen auch ziemlich positiv angehört haben. Es war definitiv keine falsche Entscheidung, "Traumblut" ist zwar kein perfekter Roman, aber doch ein unterhaltsamer und für einen Erstroman(?) ziemlich guter.

Ein und wahrscheinlich auch der größte Schwachpunkt von "Traumblut" ist auf jeden Fall der holprige Schreibstil der Autorin. Es gab viele Sätze, die mich stutzen ließen und bei denen ich mich gefragt habe, ob man die in der deutschen Sprache wirklich so schreiben kann bzw. schreiben sollte. Und wenn man als Leser dauernd über merkwürdige Satzkonstrukte und ähnliches stolpert, kann das etwas mehr oder weniger stören. Auch wenn der Roman an sich einfach und schnell zu lesen ist, so kommt er doch nicht an den bildhaften Schreibstil von Brigitte Melzer ran, die mich immer wieder direkt in die von ihr erschaffenen Welten zieht, oder denn einfachen, aber schöneren, Sprachstil von Laura Kneidl. Der Schreibstil war wahrscheinlich auch der Grund, wieso die Geschichte mich nicht komplett fesseln konnte, da er nicht flüssig genug zu lesen war. Die paar kleinen Rechtschreibfehler fielen dabei kaum ins Gewicht, sondern nur der sehr merkwürdige Satzbau. Ich empfehle daher denen, denen ein ziemlich guter Sprachstil wichtig ist, erst einmal die Leseprobe, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt!

Die erste Hälfte der Geschichte hat mich an "The Hunger Games" erinnert. Die Romane selber habe ich nicht gelesen, aber die beiden ersten Kinofilme gesehen. Auch wenn der Weltenaufbau komplett anders ist, die Gründe für die Wettkämpfe, die Umstände und vieles andere, so haben sich die Kämpfe und einige Rahmenumstände doch so angefühlt wie bei den "The Hunger Games"-Filmen. Die Arenen, die Interviews, die luxuriösen Zimmer, die Helfer, die für gutes Aussehen und Gesundheit sorgen, der zwielichtige Präsident/Lord. Damit will ich nicht sagen, dass der Roman etwas für "The Hunger Games"-Fans wäre oder eben nichts für Leute, die "The Hunger Games" nicht mochten. Ich könnte mir nur vorstellen, ohne ihr etwas zu unterstellen, dass sich Lexy v. Golden bei "The Hunger Games" inspirieren ließ. Was ich persönlich nicht schlimm fände, da auch Susanne Collins das Rad nicht neu erfunden hat und die Autorin trotzdem eine eigene Welt und Geschichte geschaffen hat.

Die Idee mit den Traumdieben und Illusionisten fand ich ziemlich interessant und gut, auch wenn es mir teilweise an Erklärungen fehlte, was nun genau die Unterschiede zwischen den beiden Wesen ist. Wie echt sind Illusionen? Können Traumdiebe auch echte Illusionen erschaffen? Was passiert mich gestohlenen Träumen? Es gab noch so viel mehr Fragen, die ich mir gestellt habe, wie die Welt funktioniert und was sich außerhalb der Stadt abspielt. Warum flieht man nicht in andere Städte? Wo leben die Seelenteiler? Und wie funktioniert das? Auch das Ende mit den mächtigen Dämonen, die Namensvergabe und ähnliches wurde leider nicht hinreichend erklärt. Da stecken gute Ideen hinter, aber in so einem kurzen Roman ist verständlicherweise nicht unbedingt Platz alles zu erklären.
Argh, ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich es bedauere, dass der Roman in sich abgeschlossen ist, weil ich gerne so viel mehr über die Welt erfahren hätte. Die ganzen ungeklärten Fragen machen den Roman nicht schlechter, höchstens etwas verwirrender, aber ich fand die Welt so interessant, dass ich einfach gerne mehr erfahren hätte.

Auch die Gründe hinter den Wettkämpfen fand ich ganz schön. Es gibt die beiden erwähnten Rassen und die Menschen plus Wesen, wählen 32 Kämpfer aus den beiden Rassen in die Spiele. Dort müssen sie mit Hilfe ihrer Fähigkeiten Arenen überstehen, die x schnellsten kommen dann immer weiter und am Ende gibt es einen Gewinner, dessen Rasse/Wesen stellt dann die Regierung. Sie machen dann die Gesetze, entscheiden über alles und jeden und bekommen im Prinzip die gute "Nahrung", während die anderen schwach gehalten werden.
Ich fand es nur schade, dass normale Menschen, ob nun Träumer oder Nichtträumer, scheinbar nur Essen sind und kein Mitspracherecht haben und das auch keiner wirklich hinterfragt hat. Ordentliche Bezahlung schön und gut, aber es gibt so viele Menschen und die akzeptieren die Herrschaft einer der beiden Wesen einfach so? Ich meine, sie hätten Macht, ohne Träume eben auch keine Energie... Aber es ist nur ein Einzelband und auch nur eine Geschichte, man sollte sich vielleicht über solche Hintergründe keine Gedanken machen. Und auch das scheinbar der Lord die ganze Macht hat, obwohl sein Sohn die Spiele gewonnen hat.

Im ersten Teil der Geschichte ging es hauptsächlich um die Kämpfe und Leya, den Teil fand ich auch ziemlich spannend. Die Kämpfe hatten ihren Reiz und die Machtspiele zwischen Leya und Yael haben Spaß gemacht. Dann kommt es zu einem Bruch und es geht primär um die Liebesgeschichte um Leya und Yael. Die fand ich persönlich ganz schön, weil ich romantische Liebesgeschichten mag, aber ich fand, dass die beiden Teile der Geschichte sich nicht so gut ineinander gefügt haben. Der erste Teil ist spannend und actionreich und der zweite extrem romantisch. Dabei muss ich auch sagen, dass die Liebesgeschichte sich im zweiten Teil viel zu schnell entwickelt. Am Anfang "liebte" Leya noch ihren Jugendfreund und ziemlich plötzlich landet sie mit Yael im "Bett", also eher in einer Illusion. ;-) Das fand ich ganz schön, weil der Roman dadurch nicht so zahm ist wie andere Romane, sondern erwachsener, nur das es nicht ganz zur Gesamtsituation gepasst hat, in der ich für solche Dinge keinen freien Kopf gehabt hätte. Nichtsdestotrotz mochte ich die Liebesgeschichte und ganz besonders Yael, den bösen Handlanger-Sohn des Lords, der sich verliebt und seine beschützende und mitfühlende Seite zeigt. Ist vielleicht nicht realistisch, aber schön.
Leya dagegen ist die typische Heldin aktueller Romane, der perfekte Gegenentwurf zu allen Mary Sues. Mutig, kämpferisch, intelligent, mitfühlend, denkt an die Schwachen und einfach ein Naturtalent, wenn es um wichtige Fähigkeiten geht. Mir fehlten einfach die Ecken und Kanten, sie war zu perfekt. Natürlich war sie nett und auch nicht sonderlich nervig, aber eine gute Heldin hat für mich auch Schwächen und die fehlten mir hier. Und auch wenn Leya schon 24 Jahre alt ist, handelte und dachte sie für mich eher wie ein älterer Teenager.

Insgesamt würde ich sagen, dass der Roman sich an ältere Jugendliche und natürlich auch Erwachsene richtet, da er sich die meiste Zeit wie ein typischer Jugendroman, mit etwas älteren Protagonisten anfühlt, es aber eben auch eine längere Liebesszene ohne explizit zu werden gibt. Die Szene ist sinnlich, aber eben nicht plump oder niveaulos geschrieben, ich fand sie ziemlich gut, wenn auch vom Zeitpunkt her etwas unpassend.

Das Cover ist einfach wunderschön, es ist beeindruckend, was Indie-Autoren so alles leisten können. Das Cover sieht besser aus als Cover von so manchen großen Verlagen. Ein Lob von mir an den Designer! Ich habe auch schon das Cover von "Silberlicht" dem zweiten Roman von Lexy v. Golden gesehen, das wieder ein Augenschmaus ist. Ich werde abwarten, wie sich die Rezensionen entwickeln und dann entscheiden, ob ich den Roman kaufen werde, aber die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten.

Fazit:

Insgesamt habe ich bis auf den ausbaufähigen Schreibstil nicht viel zu meckern. Die Idee hinter der Geschichte ist interessant, der erste Teil sehr actionreich und der zweite sehr romantisch.


Bewertung: ♥ ♥ ♥ ♥ 

 

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