11. Mai 2014

Meeting ... The Other Countess von Eve Edwards

Quelle: Goodreads
[Deutscher Titel: Die Sehnsuchtsvolle ]

• Reihe: 1 von 3
• Taschenbuch: 333 Seiten
• Verlag: Puffin 
• Erschienen im: Juli 2010
• Sprache: Englisch
• ISBN-13: 9780141327303

Klappentext:

England, 1582

Ellie—Lady Eleanor Rodriguez, Countess of San Jaime—possesses a worthless title, but her feisty spirit captivates the elite of the Queen's court—especially the dashing new Earl of Dorset.

William Lacey, Earl of Dorset, has inherited his father's title—and his financial ruin. Now Will must seek a wealthy bride and restore his family's fortune. If only he hadn't fallen for the beautiful but penniless Ellie . . .

Sparks fly whenever Ellie and Will are together, but circumstances—and the conniving interference of others—threaten to keep them apart.
Quelle: Goodreads
Kurz und Knapp:

• historisches Gefühl kam überhaupt nicht auf
• Charaktere verhalten sich sehr modern
• der religiöse Konflikt hat mir nicht gefallen
• scheiß religiöse Fanatiker
• die Liebesgeschichte war lahm und unspektakulär
• keine Tiefgründigkeit in den Charakteren
• im Prinzip nichts wirkliches positives


Lang und Ausführlich:

Die Autorin hat sich wirklich Mühe gegeben über passendes Vokabular und die Einarbeitung des damaligen Religionskonfliktes ein historisch glaubwürdiges Setting zu schaffen, aber ich hatte zu keiner Sekunde das Gefühl im 16. Jahrhundert zu sein. Maximal in einem sehr modernen 19. Jahrhundert. Denn was bringen nette Beschreibungen, wenn sich die Charaktere modern verhalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich zwei unverheiratete Menschen einfach so mit dem Vornamen anreden durften und ein paar Küsse als Zeichen der Freundschaft!? WTF!? Das übersteigt mein Vorstellungsvermögen doch sehr. Es war einfach viel zu locker. Küsse, Händchen halten, andere Arten der körperlichen Nähe vor anderen, der Gebrauch der Vornamen, obwohl sie nicht verwandt und nicht verlobt oder ähnliches sind. Nein, nein, nein, das hat mir nicht gefallen.

Auch die Charaktere an sich waren nicht nach meinem Geschmack. Will war entweder ein dummes Arschloch oder er war ein verliebter langweiliger Teenager. Ellie war sympathischer, aber ziemlich unscheinbar. Einfach ein netter, hübsches, intelligentes Mädchen, also die perfekte Heldin. Ansonsten waren mir nur Lady Jane, trotz ihrer klaren Schwächen und etwas merkwürdigen Charakterisierung (vom Biest zum Engel?), und Cecil sympathisch, alle anderen Charaktere sind mir wahnsinnig auf die Nerven gegangen. Entweder waren sie dumm, arrogant oder fanatisch. Oder alles zusammen. Besonders die Männer waren oft sehr negativ gezeichnet.

Die Liebesgeschichte an sich war unspektakulär. Ich dachte es geht eher in Richtung Historical Romance, aber die Liebesgeschichte war komplett langweilig. "Liebe auf den ersten Blick", weil Ellie so toll aussieht und dann das Glück, dass ganz zufällig neben dem Aussehen die Charaktere der beiden ja soooo zueinanderpassen. Keine Ahnung warum sie sich lieben, außer das beide wohl gut aussehen, aber das spielte keine Rolle, weil es mir ohnehin egal war. Will und Ellie haben mich einen Rotz interessiert. Allerdings war der Beginn des Romans, indem es primär um die Liebesgeschichte ging deutlich mehr nach meinem Geschmack als das zweite Drittel des Romans. Dort hat Eve Edwards versucht andere Konflikte in den Vordergrund zu rücken, was für mich aber gar nicht funktioniert hat.

Insbesondere der Religionskonflikthat eine große Rolle gespielt und das ist für mich neben den oben genannten Schwächen das größte Problem. Ich hasse es, wenn Religionen in Romanen eine Rolle spielen. Aber mit dem typischen "Katholiken sind böse und alle müssen Protestanten sein, weil sonst das Wohl der Queen in Gefahr ist" hätte ich noch leben können, aber mit diesem fanatischen Glaubensanhängern? Das geht für mich gar nicht, ich hasse es so etwas mitansehen oder lesen zu müssen. Es hat mich nur aufgeregt und in dem Moment hätte ich am liebsten nur noch einen Stern gegeben. Ich kann so etwas einfach nicht leiden, auch wenn es nicht besonders viele Kapitel waren, haben diese Kapitel für mich alles andere überschattet. Ich hab aber trotzdem noch gerade zwei Sterne gegeben, weil der Roman dennoch lesbar ist, auch wenn er für mich "Der Roman, mit dem dummen fanatischen Dorf" bleiben wird. Nicht das ich etwas gegen Religionen habe, ich mag sie nur nicht in Romanen und Leute, die anderen ihre Meinung/Glauben aufdrängen wollen, mag ich nirgendwo.

Ansonsten fand ich es auch schade, dass die Geschichte was die Hauptcharaktere anging ohne Tiefgang war. Die Charaktere hatten schon keinen Tiefgang, aber auch das restliche Potential wurde verschenkt. So ist Will einen Deal eingegangen, der ihn in einen Konflikt gebracht hätte, aber das wurde dann anderweitig umgangen. Und auch andere dramatische Ereignisse wurden mir für meinen Geschmack zu schnell übergangen, um Platz für die lahme, sich nicht entwickelnde Liebesgeschichte zu machen? Insgesamt kann ich nur sagen, dass die Liebesgeschichte fast noch das beste an dem Roman war, der aber für mich gar nicht zu empfehlen ist. Ich denke, dass es deutlich bessere historische Jugendbücher gibt, auch wenn mir leider gerade keiner einfällt. ;)


Fazit:

Ich weiß, dass Eve Edwards/Joss Stirling es besser kann. VIELLEICHT werde ich noch den nächsten Band lesen, aber wenn dann nicht in der nächsten Zeit. Zur Zeit bin ich einfach viel zu enttäuscht, wie wenig mir dieser Roman gefallen hat und muss feststellen, dass ich bisher kaum einen guten historischen YA Roman gelesen habe.
 

Bewertung: ♥ ♥



The Lacey Chronicles (abgeschlossen, 3 Bände)

1) The Other Countess
2) The Queen's Lady
3) The Rogue's Princess

Kommentare:

  1. Ich wusste gar nicht, dass die Autorin mehrere Pseudonyme hat!
    Das klingt ja nicht so toll und besonders bei deiner Erwähnung eines Religionskonflikts sträubt's mir die Nackenhaare! Das ist ein absolutes 'pet peeve' von mir - sobald in einer Geschichte religiöser Fanatismus vorkommt, muss ich mich echt dazu zwingen, weiterzulesen. Da geht's mir überhaupt wie dir - Religion brauche ich in meinen Büchern nicht, es sei denn, es ist irgendeine Fantasy-Religion.

    Ich hab übrigens gerade entdeckt, dass das Buch auf meiner Wunschliste steht und mich total gewundert, wo das denn herkommt. Bis ich gesehen habe, dass die ersten beiden Teile mal übersetzt wurden.

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    1. Ich glaube, dass sie sogar drei hat. Eve Edwards, Joss Stirling und dann noch ihren echten Namen. Ah Julia Golding war's. Ich bin ja ehrlich gesagt nicht so Fan von so vielen Pseudonymen, bei Brigitte Melzer hat mich das auch gestört und ich bin mir nicht einmal sicher, ob das wirklich so viel Sinn macht, wie die Autoren denken. Aber für unterschiedliche Genres, Kinderbücher, historische YA und fantastische YA jeweils ein Pseudonym...

      Geht mir halt wirklich ganz genauso. Ich hätte das Buch da auch gerne an die Wand geworfen, aber die Fanatisten haben sich einfach nur schrecklich benommen und waren irgendwie so wie man sich halt Sekten vorstellt. Grauenhaft. Und davon gleich ein ganzes tolles Dorf, juhu. Also ich glaube nicht, dass der Roman was für dich ist, da gibt es bestimmt schöneres was man lesen kann. :D

      Echt, Teil 2 wurde auch übersetzt? Ich hatte irgendwie immer nur den ersten Teil auf Deutsch gesehen. Aber schien sich ja nicht so gut verkauft haben, wenn der dritte Band nicht übersetzt wurde. ^^

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Lucina

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