3. März 2013

Review - Die Tränen des Lichts - Deborah Chester

Quelle: Verlag
[Originaltitel: The Pearls ]

• Reihe: 1 von 2
• Taschenbuch: 381 Seiten
• Verlag: Goldmann Verlag
• Erschienen im: April 2009
• Sprache: Deutsch
• ISBN-13: 978-3-641-03075-9
• Leseprobe: beim Verlag

Klappentext:

Eine Liebe, mächtiger als die Dunkelheit – und ein Gegner, kälter als die Nacht

Lady Lea ist die wunderschöne Schwester von König Caelan, dem Lichtbringer. Ihr reines Herz und ihre magischen Kräfte lassen sie in die Herzen der Menschen sehen. Und wenn sie dadurch zu Tränen gerührt ist, werden aus ihren Tränen Perlen. Shadrael hingegen ist ein Krieger des Schattenreichs, der seine Seele einst dem Bösen geopfert hat. Sein Bruder stiftet ihn nun an, das dunkle Reich zu befreien und Lea zu entführen. Doch als Lea Shadrael sieht, weiß sie sofort: Das Schicksal hat sie zusammengeführt und wird sie für immer aneinander binden …


Epische Fantasy, wie sie romantischer nicht sein kann! (Anmerkung: hahaha...guter Scherz!)



Kurz und Abgehackt:

• schlechte Übersetzung, sprachlich schlecht
• langweilige Story
• Liebesgeschichte unglaubwürdig und nicht romantisch
• Heldin perfekt und stereotyp
• Welt wird Neulesern nicht erklärt
• noch lesbar

Lang und Ausführlich:

Okay, "Die Tränen des Lichts" war eine ziemliche Enttäuschung, besonders wenn man die ganzen positiven Bewertungen bei Amazon betrachtet, die für mich persönlich vollkommen ungerechtfertigt sind. Man kann den Roman recht schnell lesen, da er einfach geschrieben ist, aber viel mehr positives gibt es nicht zu sagen. Aber erst einmal zu den negativen Punkten und davon gibt es recht viele.

Zum einen war der Roman sprachlich eine mittlere bis große Katastrophe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles an der Übersetzung lag, die bestimmt auch kein Meisterwerk war, aber manche Dialoge waren einfach nur gruselig und unpassend, die Wortwahl einem High Fantasy Roman vollkommen unangebracht und der gesamte Roman sprachlich holprig geschrieben. Ich kann überhaupt nichts positives zur sprachlichen Umsetzung sagen, ich fand den gesamten Roman zwar einfach geschrieben, aber nicht flüssig zu lesen. Und die Dialoge waren wirklich manchmal so schlecht, dass ich unfreiwillig lachen musste, besonders Caelan hat äußerst merkwürdig gedacht und geredet.

Die Liebesgeschichte war auch ziemlich schlecht umgesetzt, denn die ganze Liebesgeschichte beruht darauf, dass die Protagonisten durch das Schicksal verbunden sind und zusammengehören. Was genau dieses ominöse "Schicksal" sein soll wird nicht weiter erklärt, sodass ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ob dieses "Schicksal" eine schön entwickelte Liebesgeschichte ersetzen soll oder einfach nur Deborah Chesters Antwort auf Insta-Love ist. Wobei wie gesagt dieses "Schicksal" nichts mit Liebe zu tun hat, es ist mehr mit dem Imprinting von Stephenie Meyers Werwölfen zu vergleichen. Wie dem auch sei, ich war ziemlich genervt von diesem "Schicksal", weil es einfach so unpassend und unromantisch eingebaut war, das haben andere Autoren schon deutlich besser hinbekommen.

Allgemein war die Story auch nicht besonders mitreißend oder spannend. Weder auf emotionaler oder sonst irgendeiner Ebene. Der Spannungsbogen fehlte komplett, weil zum einen der Tiefgang fehlte und manche Szenen viel zu lang gezogen wirkten. Ich musste mich besonders durch die zweite Hälfte ziemlich durchkämpfen.

Dann wäre da noch die Tatsache, dass es sich scheinbar um die Fortsetzungs-Reihe einer anderen Reihe der Autorin handelt. Das wird nirgendwo gesagt, steht auch nirgendwo und ich glaube auch, dass die Reihe nicht in Deutschland erschienen ist. Aber diese Reihe wird wohl vorausgesetzt, da es die Autorin nicht als Notwendigkeit betrachtet hat ihre Welt für Neueinsteiger noch einmal zu erklären, sodass man sich mitten in eine Reihe hineingeworfen fühlte und irgendwo nach dem Hinweis zum ersten Band der Reihe suchte. Also als Warnung an alle, die Reihe lässt sich nicht wirklich unabhängig von einer anderen Reihe (The Ruby Throne) der Autorin lesen, da einem als Leser wirklich NICHTS erklärt wird, sodass die gesamte Geschichte noch flacher wirkte als ohnehin schon. Vieles habe ich einfach nicht in seinem Gesamtzusammenhang verstanden, man konnte zwar der Geschichte folgen, hat aber keine Verbindung zur Welt und den Charakteren aufbauen können.
Auch wenn die Welt nicht wirklich erklärt wird hatte ich doch stellenweise das Gefühl, dass die Welt doch recht originell und ideenreich gestaltet war, sicher kann ich mir jedoch nicht sein, da einem als Neu-Leser nichts erklärt wird, was wirklich sehr schade war. Aber ich wollte dann doch wenigstens etwas positives über "Die Tränen des Lichts" sagen.

So, um dann aber wieder zu den negativen Gesichtspunkten des Romans zu kommen. Die Charaktere waren allesamt ziemlich flach, allen voran Lea. Sie war einfach nur wunderschön, intelligent, unschuldig, nett und was einem sonst noch einfällt, wirkte in ihrer Unschuld aber meist ziemlich naiv und dumm und wahrscheinlich deutlich junger als von der Autorin beabsichtigt. Shadrael dagegen hatte wenigstens etwas Tiefe, da aber die Welt nicht erklärt wurde, kam bei mir nicht genau an was es nun mit seiner Seelenlosigkeit auf sich hat. Ansonsten wirkte seine ganze Art ziemlich konstruiert und sehr typisch für einen tortured-bad-boy-Hero, alles nicht außergewöhnlich und von vielen Autoren schon realistischer dargestellt. Mich konnte also weder die Story noch die Charaktere mitreißen, wobei Shadrael wirklich Potential hatte, nur fand ich dann Lea so nervig, dass ich einfach nur froh war endlich die letzte Seite erreicht zu haben. Und sollte diese Elandra irgendwie sympathisch wirken? Ich weiß, dass sie die Heldin der Vorgänger-Trilogie war, aber hier wirkte sie auf mich einfach nur unterkühlt, unemotional und unsympathisch. Calean dagegen war so naiv wie seine kleine Schwester... Kurz um: Die Autorin hat keine glaubhaften und sympathischen Charaktere geschaffen, sondern sich an Stereotypen langgehangelt.

Die Idee hinter der Geschichte, mit der Entführung und aus Feinden werden Liebende fand ich interessant, aber überhaupt nicht gut umgesetzt.


Fazit:

Der Roman ist wirklich nicht zu empfehlen, wer die Story vom Prinzip her interessant findet sollte lieber zum "Kuss des Kjer" von Lynn Raven greifen, der Roman war 1000x besser.
 

Bewertung: 2 von 10 Bücherwürmer


Pearls and the Crowns (abgeschlossen)

1) The Pearls (Die Tränen des Lichts)
2) The Crown (Die Krone des Lichts)

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Lucina

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