1. August 2012

Review - Then Comes Seduction - Mary Balogh

Quelle: Goodreads
[Deutscher Titel: - ]

Klappentext:

Katherine, the youngest sister—and society’s most ravishing innocent—is about to turn the tables on the irresistible rakehell sworn to seduce her, body and soul....

In a night of drunken revelry, Jasper Finley, Baron Montford, gambles his reputation as London’s most notorious lover on one woman. His challenge? To seduce and thereby ruin the exquisite, virtuous Katherine Huxtable within a fortnight. But his best-laid plan goes awry. Three years later Jasper devises a wager of his own. For Katherine, already wildly attracted to him, Jasper’s offer is nearly irresistible: to make London’s most dangerous rake fall in love with her. Then Jasper suddenly ups the ante. Katherine knows she should refuse, but with scandal brewing and her reputation in jeopardy, she reluctantly agrees to become his wife. Now, as passion ignites, the seduction really begins. And this time the prize is nothing less than both their hearts...


Kritik:

Ich muss sagen, dass mir "Then Comes Seduction" auf jeden Fall besser gefallen hat als der Vorgänger "First Comes Marriage", der Roman ist aber immer noch keiner meiner Lieblingshistoricals, da er mich einfach nicht gut genug fesseln konnte, dazu aber später mehr.

Am Anfang war ich wirklich sehr skeptisch, ob mir die Geschichte gefallen würde, da ich die Protagonisten, Kate mit ihren 20 Jahren und Jasper mit seinen 25, zu jung fand. Also nicht unbedingt vom Alter her, sondern vom Verhalten. Kate war ziemlich naiv und unerfahren und Jasper wirkte noch sehr unverantwortlich und pupertär, sodass ich mir eine wirkliche Liebesgeschichte zwischen den beiden nicht gut vorstellen konnte, besonders da ich die Helden in Historicals lieber etwas erwachsener und ernster mag. Daher war ich auch ziemlich froh als klar wurde, dass die Hauptgeschichte 3 Jahre später spielt, ab diesem Punkt hat mir die Geschichte dann auch viel besser gefallen, zumindest bis zur Heirat.
Ich muss allerdings zugeben, dass mir "the almost full sexual intercourse" am Anfang des Romans viel besser gefallen hat als die richtigen Liebesszenen später im Roman, die ich eher öde und langweilig fand, also sehr unoriginell. Ich weiß nicht, allgemein bin ich von den typischen Liebesszenen, besonders den Hochzeitsnächten, in Historicals sehr gelangweilt, mir gefällt dann schon eher, wenn es nicht zum eigentlichen "full sexual intercourse" kommt, wie im Roman so schön bezeichnet.

Aber die Liebesszenen waren natürlich nicht mein Hauptproblem bei "Then Comes Seduction". Ich denke ich bin für typische Mary Balogh Romane nicht so gemacht, wer also ein Fan von ihr ist sollte auf meine Rezension keinen großen Wert legen. ;-) Wobei mein erster Balogh "Simply Perfect" zwar am Anfang etwas langatmig war, mir am Ende aber besser gefallen hat als die anderen drei Balogh-Romane, die ich danach gelesen habe.
Im Allgemeinen finde ich Baloghs Romane zwar sehr nett und besser als durchschnittlich, aber sie können mich einfach nicht (alle) fesseln. Die Spannungsbögen in ihren Romanen sind eher flach gehalten und nicht sonderlich dramatisch, interessanterweise lag es nicht unbedingt daran, dass mir die Geschichte nicht gefallen hat, denn es gibt auch einige Historicals mit ähnlich flachen Spannungsverlauf, die mir richtig gut gefallen haben. 
Mein Problem bei "Then Comes Seduction" und auch bei "First Comes Marriage" (und auch bei "A Summer To Remember") ist, dass mir die Liebesgeschichte speziell für meinen Geschmack zu undramatisch war, also einfach nicht spannend genug. Sind die Protagonisten erst einmal verheiratet hat die Geschichte keinen Reiz mehr für mich, denn es wird schnell klar, dass es nur noch darum geht, dass sich die Protagonisten eingestehen, dass sie sich lieben und es auch deutlich wird, dass ihrem Glück nichts mehr im Wege steht außer sie selbst und selbst das nicht in großen Maße. Manchmal gibt es ja auch Helden, die erst mit sich selbst ins Reine kommen müssen, um ihren Partner lieben zu können und es scheint so als ob das niemals der Fall sein wird oder es gibt noch große Hürden zum Liebesglück zu überwinden, das fehlte mir hier einfach. Ich brauche einfach mehr Hindernisse, die dann ganz am Ende zum großen Glück führen und seien es die von vielen so ungeliebten Missverständnisse. Deswegen konnte mich die ersten beiden Bände der Huxtable-Reihe nicht überzeugen, ich hoffe, dass mir der dritte Band besser gefällt. Ansonsten bleiben ja noch einige Balogh-Romane, die ich austesten kann. Sie kann ja nicht immer die gleiche Liebesgeschichte (vom Verlauf her) aufwärmen.
Man kann also sagen, dass ich ihre Geschichten nicht per se schlecht finde, sondern mich die Liebesgeschichten in den typischen (wenn das denn für sie typisch ist) Balogh-Romanen einfach nicht fesseln können. Mir wird einfach zu viel um die Liebesgeschichte herumerzählt, eine Feier hier, ein Fest dort, dies und jenes, aber wenig Entwicklung in der eigentlichen Liebesgeschichte. Oder die Handlung wird wie hier einfach in die Länge gezogen, indem der Held den gleichen dummen Fehler zweimal begeht.

Während ich Kate etwas blass fand, habe ich Jasper wirklich geliebt. Meiner Meinung nach ist er nur ein Rake auf dem Papier, er hat sich nämlich im Hauptteil der Geschichte (also als er 3 Jahre älter ist) überhaupt nicht wie einer verhalten. Ich mochte einfach seinen Wortwitz, er war teilweise echt unterhaltsam und ich mochte seine Art. Deswegen mag ich übrigens auch Rakes in vielen Historicals nicht, es wird gesagt, dass sie ein ja ach so verruchtes Leben führen, aber meistens sind es nur Abziehbilder von echten Rakes (wie ich sie mir vorstelle) und das finde ich sehr langweilig. Jasper hätte mir besser gefallen, wenn er von Anfang an zwar der Lebemann gewesen wäre, der Spaß im Leben hat und auch an Frauen, aber halt kein ach so schlimmer Rake und gefühlskalter Idiot ist, der Konflikte aus der Kindheit mit sich herumträgt. Das war so 0815 und hat teilweise auch gar nicht zu Jasper gepasst. Ich weiß nicht sein Humor passte nicht so wie ich mir einen Rake vorstelle.
Und ganz ehrlich, diese ganzen "Ich bleibe nach der Ehe treu"-Versprechen aus den meisten Historicals passen doch auch gar nicht zu Rakes. Jeder der das sofort sagt, kann kein echter Rake sein. Ich finde es auch gar nicht so "romantisch", wenn der Held vor der ersten Hochzeitsnacht solche Versprechen macht (für sich selber). Ich meine, er weiß doch gar nicht wie seine Ehe wird. Was wenn die Frau fremdgeht. Beide sich in andere Partner verlieben, sich aber nicht scheiden lassen können. Sie ihn nicht mehr ranlässt, sobald es einen Erben und noch einen spare gibt, und er sie nicht zwingen will. Die Liste könnte man fast ewig fortführen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er wirklich bis ans Lebensende auf Sex verzichten würde, nur um nicht Fremdzugehen. Okay, es handelt sich um einen Liebesroman, aber solche Versprechen sind trotzdem unsinnig und unglaubwürdig und passen wie gesagt nicht ins Bild eines Rakes (und vielleicht nicht mal zu dem eines normalen Mannes, der eine Frau heiratet für die er (noch) keine tiefen Gefühle hegt).

Fazit:

Besser als der Vorgänger, aber trifft wieder nicht ganz meinen Geschmack.

Bewertung: 6 von 10 Bücherwürmer


Huxtable-Quintet (abgeschlossen, 5 Bände)

1) First Comes Marriage
2) Then Comes Seduction
3) At Last Comes Love
4) Seducing An Angel
5) A Secret Affair 

Kommentare:

  1. Ich sagte es ja schon: Ich glaub auch, dass du und Balogh keine besten Freunde mehr werdet. Das liegt einfach daran, dass ganz viele ihrer Geschichten "flache Spannungsbögen" haben und zur Hälfte nach der Hochzeit spielen, die meist aus Zweckgründen geschlossen wurde. Und wann man das nicht so gern mag, ist es ja logisch, dass man mit ihren Büchern nicht hundertprozentig warm wird! :)

    AntwortenLöschen
  2. Obwohl ich ja z.B. "At Last Comes Love" wirklich ziemlich gut fand (was mir Hoffnung gemacht hat, dass ich mit Balogh doch etwas anfangen kann), "Simply Perfect" mochte ich auch. Also alles von ihr finde ich dann doch nicht so schlecht, wobei ich natürlich nicht weiß, ob beide Bücher eher Balogh untypisch sind. :D Wobei ich bisher auch noch keinen Balogh gelesen habe, in die Flucht getrieben hätte, dazu sind sie dann wieder alle zu gut. XD

    Es ist ja nicht schlimm, wenn in einer Geschichte früh geheiratet wird, ich will halt nur ein paar Konflikte und Hindernisse sehen. Also ein bisschen Dramatik, aber das gibt es wohl bei den typischen Balogh's nicht so. ^^
    Wobei der Anfang von "Slightly Married", wo beide laut Klappentext auch sehr früh heiraten, auch mehr Dramatik verspricht, klingt jedenfalls nicht so, als ob sie heiraten und dann nur noch erkennen müssen, dass sie sich lieben (können). :D

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, hinterlasst mir doch einfach eine kurze Nachricht, ich beiße nicht... zumindest meistens. :)

Liebe Grüße,
Lucina

Hinweis: Die Kommentarmoderation ist aktiviert.