6. Juli 2012

Review - Sternenschimmer - Kim Winter

Quelle: Goodreads
[Originaltitel: Sternenschimmer]

Was soll ich sagen bzw. womit soll ich anfangen? Zu allererst muss ich sagen, dass ich total enttäuscht von "Sternenschimmer" war. Die Bewertungen im Internet waren alle positiv und da hatte ich einfach erwartet, dass mir die Geschichte auch gefallen würde, aber leider hat der Roman außer einem wunderschönen Cover nicht mehr viel zu bieten (außer viel ungenutztem Potential). Hätte ich mich lieber etwas mehr bei Goodreads umgehört, dann hätte ich mir "Sternenschimmer" vielleicht nicht als Gewinn bei Elenas Gewinnspiel gewünscht. "Sternenschimmer" ist natürlich keine komplette Katastrophe, aber leider auch kein wirklicher Lesegenuss. Ich habe eigentlich so viel zu kritisieren, dass ich gar weiß mit welchem Punkt ich eigentlich genau anfangen will oder sollte.

Eine Warnung an alle "Sternenschimmer"-Fans: Wer nicht gerne Kritik zu diesem Roman lesen möchte sollte auf keinen Fall weiterlesen. Ich versuche zwar nicht zu hart zu sein, aber einige Dinge muss ich einfach ansprechen. Für die die denken ich hätte absichtlich nach Fehlern gesucht und dem Roman gar keine richtige Chance gegeben, gibt es am Ende noch ein paar positive Punkte, die es natürlich auch gab, auch wenn sie für mich neben den Kritikpunkten untergegangen sind, durch die mir "Sternenschimmer" insgesamt einfach nicht gefallen hat.

Das hat schon mit den Namen angefangen. Bert, Frank, Greta (gab's nicht auch eine Gudrun?) oder Nachnamen wie Wiedemann!? Ganz ehrlich, was sind das für Namen? Ich weiß, jeder sieht andere Namen als modern oder passend an, Schönheit liegt im Auge des Lesers, aber die Namen waren auch innerhalb der Geschichte total unlogisch. Sie sind erst einmal teilweise so altmodisch, dass ich sie einfach nur lächerlich fand, wie kam die Autorin auf die Idee ihren Charakteren teilweise so blöde Namen zu geben, als Abgrenzung zu den Loduunern, die echt gute Namen bekommen haben? Selbst wenn man meinen persönlichen Namensgeschmack außer Acht lässt ergeben die Namen doch so überhaupt keinen Sinn. Die Erde ist zusammengewachsen und hat eine einzige Nation, die "Vereinigte Nation Erde" gebildet, wegen dem reduzierten Lebensraum auf Grund einer Naturkatastrophe, und als Folge dessen haben sich beim Großteil der Irden schon heute altmodischen deutschen Namen durchgesetzt!? Ganz sicher nicht, selbst wenn die Stadt in der Mia lebt zufälligerweise auf dem ehemaligen Gebiet Deutschlands liegen würde (was nicht sicher ist), kämen dennoch Menschen verschiedener Nationen und Länder zusammen und die Wahrscheinlichkeit das sich gerade eher unübliche und nicht wirklich schöne deutsche Namen durchgesetzt haben halte ich für sehr gering oder für ausgeschlossen. Selbst in unserer Zeit sind in der Bevölkerungen Namen ziemlich durchmischt vorhanden, in der Zukunft aus "Sternenschimmer" müsste das noch extremer sein und es wäre einfach logischer, wenn Menschen Vor- und Nachnamen aus verschiedenen Bereichen der Erde tragen würden. 
Vielleicht bin ich etwas pingelig, aber passende und gute Namen sind für mich einfach wichtig. Ich glaube z.B. nicht, dass Edward Cullen so viele Vereherinnen hätte, wenn er "Hans-Eberhard-Gottlieb Schmitz" heißen würde und seine Isabella "Bella" Swan eine "Brunhilde "Hilde" Spatz" wäre. ;-)

Was mich außerdem gestört hat war für mich allgemein die Welt die Kim Winter geschaffen hat. Sie wirkte einfach gar nicht futuristisch, mir kam es manchmal vor als wäre der Roman gar nicht als SciFi-Roman angelegt gewesen, so selten kam das Gefühl auf wirklich in einer futuristischen Welt gelandet zu sein. Ich meine ganz ehrlich, fliegende Autos und eine Verpackung in dem Eis nicht schmilzt? Wow, das ist ja so unglaublich modern und so futuristisch, so etwas kann es wirklich nur im Jahre 2200 (oder wann auch immer der Roman spielt) geben. Ganz ehrlich, für mich war das eher eine ziemlich altmodische (hey, das passt zu den Namen) Version eines Science-Fiction-Romans. Und auch andere Erfindungen, wie z.B. das iCommplete (eigentlich ein Smartphone) oder die Voicetrodes (auch einfach Kopfhörer genannt) sprühen jetzt nicht wirklich vor Einfaltsreichtum (im zweiten Band wird das noch schlimmer, da gibt es sogar noch iPads und simple e-Books... Soll die Reihe vielleicht eine Parodie auf SciFi-Romane sein und ich habe das nicht mitbekommen!?). 
Besonders stört mich dabei das "iCommplete". Das i als Präposition sozusagen wurde von der Firma Apple geprägt, ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass solche Modebegriffe in der Zukunft noch Bestand haben, besonders wenn man bedenkt, dass kaum noch jemand weiß, wie Geräte vor 100 Jahren hießen und auch nur noch wenige Firmen aus der Zeit existieren. Und wie soll man das Aussprechen. Kommt das von Communication und einem weiteren Wort und wurde einfach nur "complete" falsch geschrieben? Oder wird das wie die Namen vermuten lassen deutsch ausgesprochen?
Ich weiß nicht, bei mir kam nicht wirklich das Gefühl an wirklich einen Roman zu lesen, dessen Handlung in der Zukunft spielt. Was meine Meinung, dass es der Autorin einfach ein Kreativität fehlt eine außergewöhnliche Welt mit besonderer Bezeichnungen und Namen zu schaffen noch unterstützt hat war die Tatsache, dass sie immer wieder Referenzen zu unserer Welt eingebaut hat. Das mag auf dem ersten Blick einfach als Rückblick auf die "Vergangenheit" zu sehen sein, für mich wirkte es aber eher so als ob die Autorin nicht die Ideen hatte etwas eigenes zu erschaffen. Da nutzt man einfach die Techniken unserer Zeit und lässt die Figuren so etwas Neues entdecken, nur das dabei der Leser auf der Strecke bleibt. 
In einem SciFi-Roman will ich von Ideen einfach nur überrascht werden und mit dem Gefühl zurück gelassen werden etwas erlebt zu haben, was heutzutage vollkommen unmöglich ist. Die Ideen sollen die Grenzen das für mich Vorstellbaren überschreiten, aber das ist natürlich nur meine eigene persönliche Erwartungshaltung. Für mich hätte der Roman lieber eine erweitere Version der heutigen Zeit sein sollen, das hätte mir dann insgesamt besser gefallen und hätte sogar fast schon besser gepasst.

So, damit habe ich die Hälfte meiner vier großen Kritikstichpunkte abgearbeitet. Ich weiß, die Rezension wird lang, leider.

Weitergeht es mit der sprachlichen Umsetzung der Geschichte mit der ich komplett unzufrieden war. Ich weiß nicht, ob das Lektorat nicht aufgepasst hat oder ob niemand Kim Winter gesagt hat, dass ihre Capslock- und Ausrufezeichen-Taste irgendwie einen Fehler hat. Vielleicht hätte man ihr sagen sollen, dass es in einem professionellen Roman einfach nicht geht die Capslock-Taste zu missbrauchen oder das Satzzeichen keine Rudeltiere sind! Anders kann ich mir nicht vorstellen, wieso sie anstatt so schöne Verben wie "schreien", "rufen" oder "brüllen" zu nutzen lieber "HOOOOOOOOOOOOPE!!!!!" geschrieben hat. Erwähntes Meisterwerk ist auf den Seiten 54 bis 56 von "Sternenschimmer" zu finden, zusammen mit vielen anderen ähnlichen Ausrufen. Ich konnte beim lesen nur noch den Kopfschütteln, aber so etwas gehört für mich in keinen ordentlichen und ernst gemeinten Roman. Was bei direkten Ausrufen vielleicht noch gerade so mit viel viel Augen zudrücken akzeptabel ist, war dann einige Seiten weiter (S. 66) nur noch lächerlich. "...und dann TURTELTE ER AUCH NOCH MIT MEINER ERZFEINDIN HERUM!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" (die Anzahl der Ausrufezeichen muss nicht 100% stimmen, ich hab meine gezählte Zahl nicht noch einmal nachgeprüft.)
Oh ja, super Stil, den suche in einem Roman...nicht, so etwas ist selbst in allen anderen Texten und im Internet für mich schlechter Stil. Ganz ehrlich, denkt die Autorin wirklich, ihre Leser sind so dumm, dass sie die Aussage des Halbsatzes (davor fehlt noch ein Teil) ohne Großbuchstaben und über 30 Ausrufezeichen nicht verstehen würden? Ich kann nur für mich reden, aber die Aussage wäre auch so klar geworden!
Jetzt könnte man denken, der Roman wäre komplett im Stile eines Tagebuchs eines 13-jährigen Mädchens geschrieben, so ist es aber leider nicht. Mehr als einmal hatte ich zwar das Gefühl ich hätte hier eben so ein Tagebuch vorliegen mit eben dazugehörige heute modernem Jugendslang (der sich, wie das natürlich ganz normal ist, über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte unverändert gehalten hat *Achtung: Ironie!*), auf der anderen Seite wurden dann aber wieder Wörter/Sätze genutzt, die meiner Meinung nach kein Teenager in den Mund nehmen würde. Der ganze Schreibstil wirkt inkonsistent, auf der einen Seite wirkt Mia so kindisch und naiv wie ein kleines Mädchen und auf keinen Fall so alt wie ihre 17 Lebensjahre vermuten lassen, auf der anderen redet und denkt sie aber wie eine ernste, erwachsene und weise Frau. Das passt alles vorne und hinten nicht, außer sie rennt die ganze Zeit mit einem Thesaurus herum und sucht bevor sie redet nach schönen Synonymen für die Wörter, die sie eigentlich verwenden wollte. Und da wären wir dann schon bei meinem letzten Kritikpunkte: Mia!

Mia war für mich eine unpassende Heldin, die mir zu keinem Zeitpunkt sympathisch war. Da meine Rezension jetzt schon so lang ist will ich eigentlich nur kurz auf sie eingehen und dabei versuchen mich nicht in rage zu schreiben, aber ich glaube, das werde ich nicht schaffen. 
Ich fand Mia ziemlich dümmlich, dauernd wird erwähnt, was sie nicht kann, sodass ich mich teilweise fragte, ob sie denn überhaupt irgendwas kann. Intelligenz gehört zumindest nicht zu ihren Stärken, wenn man sich ihre Handlungen und Gedankengänge ansieht wirkt sie ziemlich einfältig und halt leider etwas dumm. Ich meine, wenn jemand einem sagt (und diesen jemand mag man sehr gerne), dass jeder seines Volkes einen Sinn im Leben hat, einen Sinn der bei der Geburt festgelegt und für dessen Erfüllung man lebt, was ist dann die erste Frage? Nein, nicht "Was ist denn dein Sinn?", bei Mia läuft das anders. "Was ist der Sinn deiner Schwester? Von Tony? Von Finn? Von deiner Mutter? Von deiner Cousine 2. Grades? ... blablabla Und von der Freundin der Schwester deines Urgroßvaters väterlicherseits dessen Mutters Patenkind? Hmm...von wem will ich denn den Sinn noch wissen. *überleg* Ach, stimmt, was ist denn dein Sinn?". Okay, das habe ich jetzt etwas übertrieben dargestellt, aber sie fragt wirklich als letztes nach seinem Sinn, was dramaturgisch natürlich besser ist, aber für mich nicht logisch. Sein Sinn stellt sich übrigens am Ende als ziemlich vorhersehbar heraus, leider.
Ich fand es zudem einfach nur ätzend, wie Mia immer dachte, dass ihre Meinung die einzig richtige wäre und das es ihre Aufgabe wäre die herzensgute Missionarin zu spielen, die anderen auf ihre Fehler und falschen Denkweisen hinweist und von diesen fortführt. Für mich war ihre Denkweise einfach nur ein arrogantes Verhalten, Mia kam ja nicht einmal auf die Idee anderen ihre Meinung zu lassen, denn ihre Meinung wäre natürlich die richtigeren und besseren. Wieso kann sie nicht einfach die Sitten und Weltanschauungen anderer akzeptieren und es dabei belassen ihre andere Meinung kundzutun? Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn ich dabei nicht häufiger gedacht hätte, dass genau Mia's Meinung für mich die "falschere" wäre. Ganz ehrlich, fände es nicht jeder schöner einen Sinn im Leben zu haben und wenn dieser erfüllt ist zu sterben, als vielleicht länger zu leben, aber am Ende nicht zu wissen, was man im Leben erreicht hat, was für einen Sinn das eigene Leben hatte? Mia denkt gar nicht so weit, sie hört das Wort "Tod" oder "sterben" und schon hat sich ihre Meinung verfestigt, ohne das sie sich logisch und neutral damit auseinander gesetzt. Aber Mia ist nun einmal eine Person, die fast vollständig nur aus reinem Aktionismus heraus handelt, das kann man mögen, fand ich aber nur nervig.
Hinzukam, dass Mia für mich einfach nicht echt und realistisch wirkte, sie wirkte wie ihre Ausdrucksweise inkonsistent.
Auf der einen Seite setzt sie sich gegen Tierversuche ein und nutzt an Stelle der Laserschminke traditionelle Schminke, die, wenn das die heutige Schminke sein soll, natürlich komplett ohne Tierversuche hergestellt wird. Klar, woher weiß sie das? Auch normale Schminke wird teilweise in der Forschung an Tieren getestet und seien es nur die Vorprodukte für die Schminke und nicht das Endprodukt an sich. Aber okay, vielleicht ist das wirklich komplett Tierversuchs-freie Schminke, deren Entwicklung an keinem Punkt und in keinem Aspekt jemals auf Tierversuche zurückgegriffen hat (was fast unmöglich ist). Also zurück zu ihrer Moralvorstellung. Tierversuche sind ihrer Meinung nach (und das ist auch vollkommen in Ordnung) zu verurteilen und sogar noch mehr, sie müssen sogar aktiv verhindert werden. So gut so schön, was habe ich also für ein Problem mit Mia, es ist doch schön, wenn sie so ein tierliebes Herz hat. Nur leider ist Mia nicht so tierlieb wie sie allen glauben machen möchte (wobei sie möchte es ihnen nicht glauben machen, so ist es nicht wirklich, die Autorin möchte uns zeigen wie toll und verantwortungsbewusst Mia ist), denn auf ihre Wurst würde sie aus Tierliebe nicht verzichten. Es ist natürlich auch moralisch schlimmer, wenn Versuche an Tieren verübt werden, für so etwas verzichtbares wie Laserschminke, wo es doch die normale Schminke gibt, als wenn Tiere für ihre Wurst sterben? Natürlich, ist doch ganz klar. Laserschminke ist verzichtbar, gibt ja eine Alternative, aber ohne Fleisch kann Mia konsequenterweise nicht leben. Logisch, oder? Ich meine, es geht hier schließlich um die Wurst und da ist es verständlich, dass man bzw. Mia darauf nicht verzichten muss und sollte. So etwas kann man auch auf keinen Fall verlangen! Das ist so ein Punkt indem für Mia auf mich einfach nur falsch und unehrlich wirkt. So wie Iason am Anfang über sie gedacht hat trifft es für mich ziemlich gut. Ich hatte nie das Gefühl, dass wie wirklich mit vollstem Herzen hinter den Dingen steht, für mich macht sie es nicht aus Überzeugung, sondern weil sie der Meinung ist sie müsste es tun, weil es das für sie richtige ist. Weil sie sich selbst als besserer Mensch sieht. 

Das mag jetzt sehr hart klingen, denn Mia ist jetzt auch keine komplett bescheuerte Heldin, ich konnte mit ihr leben, aber ich hätte mir so gerne eine etwas andere Heldin gewünscht, die Geschichte hätte mir dann trotz der oben genannten Schwächen viel besser gefallen. Iason wieso war es dir nicht vergönnt eine bessere Heldin abzubekommen, selbst eine Bella Swan oder eine beliebige andere Mary Sue hätte mir an deiner Seite besser gefallen!

Die Nebencharaktere waren auch ziemlich extrem und schwarz-weiß gezeichnet, waren mir aber wenigstens nicht so unsympathisch wie Mia. Wobei hätten die mich die 600 Seiten des Romans begleitet, wären sie mir wahrscheinlich auch so wenig ans Herz gewachsen wie Mia. Allein die Loduuner konnten in mir wirklich Sympathien wecken.

Zur Handlung will ich dann auch gar nicht viel sagen. Ich fand sie nicht schlecht, aber sie ist vollkommen überlagert von unterschiedlichsten Thematiken. Tierversuche, Rassismus, Gewalt, Umweltschutz, Vegetarismus, Politik, Völkerverständigung, Folter, Mord, Asyl, ach, einfach fast alles was man sich denken kann wird hier verwurstet (ist das als Hinweis auf Mias Fleischliebe zu verstehen? *g*). Das war alles einfach eine Spur (was noch untertrieben ist!) zu viel des Guten und von "Gut" gibt es in diesem Roman sehr viel (und im nächsten Band wird es noch besser, da versucht Kim Winter was ich auch prinzipiell gut finde, beide Seiten der Medaille zu beleuchten, was dann dazuführt das eigentlich niemand mehr Böse ist, weil man je jede Seite verständlich und nachvollziehbar ist...). Ich mag es sehr gerne, wenn die Welt nicht nur schwarz-weiß ist, aber das ganze sollte dann nicht zu hellgrau werden. ;-)

So zum Schluss noch ein paar positive Aspekte von "Sternenschimmer", abgesehen vom Cover, das wie oben erwähnt einfach wunderbar aussieht.
Ich muss sagen, dass ich die Idee hinter den Loduunern und allgemein hinter der Geschichte eigentlich sehr gut fand, aus der Grundidee hätte man wirklich viel machen können. Die Sache mit dem Sinn des Lebens, dem loduunischen Kuss, dieser emotionalen Verbindung zwischen zwei Menschen, und den loduunischen Clans. Leider wurde das Potential der Geschichte für mich gar nicht genutzt, die oben genannten Kritikpunkte haben mein Lesevergnügen zu sehr gestört. Es ist wirklich sehr schade, dass die Umsetzung für mich so viele Schwächen aufweist, denn während des Lesens habe ich mir immer wieder gedacht: "Mensch, wäre doch dies und das anders, dann hätte die Geschichte richtig toll sein können!
Die Handlung war zwar nicht super originell, aber interessant, deshalb konnte mich der Roman auch teilweise wirklich fesseln, obwohl ich die Umsetzung der Geschichte total schrecklich fand. Ich musste zwar dafür mein Gehirn ausstellen, um die Handlung nicht dauernd zu hinterfragen und zu kritisieren, aber dann las sich die Geschichte sehr gut.
Außerdem mochte ich die Loduuner insgesamt sehr gerne, besonders die Kleinen, sind einfach so süß. Tony ist einfach total niedlich und Hope ebenfalls, normalerweise mag ich keine Kinder in Romanen, aber hier waren die Kleinen fast die sympathischsten Charaktere. Finn fand ich auch ziemlich cool, obwohl man wenig von ihm erfahren hat, aber dafür gibt es ja vielleicht noch die beiden Fortsetzungen. Selbst Iason war im Vergleich zu Mia ein toller Charakter, er war zwar etwas zu aufbrausend, aber er war für mich dennoch ein guter Held für einen Liebesroman.
 Im Gegensatz zu vielen anderen negativen Kritiken fand ich die Geschichte auch gar nicht so kitschig. Die Geschichte ist natürlich sehr romantisch, was man auch erwarten konnte, aber es war selten so kitschig, dass man sich am liebsten fremdgeschämt hätte. Natürlich muss ich dazu sagen, dass ich allgemein fast nur Liebesromane lese und daher dort auch eine große "Hemmschwelle" habe und es sehr lange dauert bis ich etwas zu schmalzig finde, weshalb es für mich keine richtig kitschig-klebrigen Szenen gab. Jeder muss für sich selber entscheiden, ob man Romane, die sich auf die Liebesgeschichte fokussieren mag oder nicht.

Fazit:

Meiner Meinung nach hat der Roman die Lobeshymnen die auf ihn gesungen werden nicht wirklich verdient. Die Geschichte ist vielleicht gut, wenn man sich keine Gedanken über die Handlung macht (was nicht negativ gemeint ist, manchmal möchte man einfach nur eine Geschichte lesen und nicht weiter darüber nachdenken, so geht es mir auch manchmal) und sich einfach nur berieseln lässt, fängt man aber erst einmal an Dinge kritisch zu hinterfragen kann man doch eigentlich gar nicht mehr anders als an allen Enden und Ecken etwas zum kritisieren zu finden. Und das nicht, weil ich Fehler gesucht habe, sondern weil diese mich einfach gefunden haben. Jeder sollte selber entscheiden, ob er "Sternenschimmer" lesen möchte, man sollte aber wegen der vielen positiven Bewertungen keine zu hohen Erwartungen haben, es kann gut sein, dass einem die Geschichte wie mir nicht so wirklich gefällt.

 

Bewertung: 2 von 10 Bücherwürmern


Reihe: (3 Bände, wird fortgesetzt)
  1. Sternenschimmer
  2. Sternensturm
  3. ? (2013)

Kommentare:

  1. Was für eine geniale Rezension, habe echt Tränen gelacht :D
    Danke dafür, so bewahrst du mich vor einem Fehlkauf!
    Grüße, KQ :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, das höre ich gerne. *g*
      Ich kann wirklich keine Kaufempfehlung aussprechen, aber da fast alle den Roman so gut fanden, bin ich vielleicht auch nur komisch und hab die Qualität dieses Meisterwerk nicht zu schätzen gewusst. XD

      Löschen
    2. Nein, du bist nicht komisch, weil du das Buch nicht magst. Du hast nur eine äußerst komische Rezension dazu geschrieben - im positiven Sinne :D Es passiert immer mal, dass man gehypte Bücher selber nicht mag (bei mir ist es Twilight), aber das ist doch authentisch, dass man sich trotz jeden Hypes noch eine eigene Meinung bilden und rational bewerten kann!
      Ich habe länger überlegt, ob ich das Buch kaufen soll, aber mich haben auch schon allein die "tollen" Namen zu sehr abgeschreckt. Schön, dass du das auch so siehst ;)
      Und ich mag es auch nicht, wenn in Bücher nur GESCHRIEN wird :D Das ist total unnötig und auch unprofessionell. Naja, die Autorin kann ja noch was lernen und sollte deine Rezension sich mal zu Herzen nehmen ;)

      Löschen
    3. Twilight habe ich damals weit vor dem Hype gelesen und fand es da noch richtig gut, zumindest den ersten Band. Was aber auch daran lag, dass ich zum dem Zeitpunkt eine mehrjährige Lesepause gemacht habe und zum ersten Mal so einen paranormal + Romance + Jugendbuch Roman gelesen habe und davon einfach begeistert war. Heute weiß ich allerdings, dass es aus dem Bereich halt besseres gibt. ^^

      Aber kann mein ein Buch nur deshalb gut finden, weil es gehypt wird? Ich meine klar meine Erwartungen sind bei hypebüchern vielleicht anders, aber ich entscheide doch unabhängig davon ob es mir gefällt oder nicht. XD

      Ich frage mich echt wieso die Autorin für die Irden so komische Namen gewählt, die sind einfach nur gruselig. Bert!? Wie kam sie auf den Namen? *g*

      Das ist bisher das erste Buch in dem GESCHRIEN wurde und dachte bis jetzt auch das wäre ein absolutes No-Go in einem Roman. ^^
      Vielleicht im dritten Band, im zweiten Band kam es auch schon vor. Und so ein komischer Satz in dennen sie Buchstaben eines Wortes langgezogen hat, ich glaub es war "gemeeein", um es zu betonen. Fand ich auch etwas komisch. :O

      Löschen
  2. haha, du könntest meine Rezi daneben kopieren und sehen: wir sind DEFINITIV (mist, capslock klemmt xD) auf einer Wellenlänge. Ich hab den ersten Band ebenso bewertet und die Rezi zu Band 2 ist gestern online gegangen (ja, ich hab mir band 2 reingequält). Ich sag nur "Rosarote Alienzuckerwatte" :3

    Aber endlich mal jmd. der meiner Meinung ist. Dachte schon ich wär vll. einfach zu DUMM um diesen genialen Roman ... naja... genial zu finden ;D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. *lach* Das mit dem Capslock war wirklich sehr bescheuert, oder? Ich habe mich da gefragt, wieso das nicht noch anderen aufgefallen ist, das springt einem doch förmlich ins Gesicht. Als ich mir vorhin beim Rezi schreiben die entsprechenden Seiten noch einmal angeschaut habe, dachte ich nur: Boah, das ist so auffällig schlecht, wieso hat da niemand was gegen getan? XD

      Ich ahbe deine Rezension schon gelesen und das macht mir nicht viel Hoffnung, dass die zweite Hälfte die ich noch lesen muss viel besser wird. Ich finde es nur schade, dass so viel Potential nicht genutzt wird, da hätte man auf jeden Fall mehr rausholen können. :-/

      Vielleicht sind wir auch beide einfach zu dumm, wir haben einfach keine Ahnung wie ein Kunstwerk auszusehen hat *g* Allerdings habe ich mir nach dem Lesen wirklich Gedanken gemacht, wieso so vielen den Roman lieben und ich einfach so viel schlecht fand. Aber bei GR haben sich ja inzwischen einige gefunden, denen es so ging wie uns, das hat mich dann schon etwas beruhigt. :D

      Löschen
  3. Hi Lucina,

    bin soeben über deinen klasse Blog gestolpert, habe mich als Leserin bei dir eingetragen und werde sicherlich noch öfter bei dir "vorbeistolpern". :-)
    Würde mich über einen Gegenbesuch deinerseits sehr freuen!

    LG
    Roxann

    AntwortenLöschen
  4. Geniale Rezi. Ich musste fast Tränen lachen :D :D :D
    Das Buch steht noch auf meinem SUB, ich bin ja mal gespannt ...

    LG
    Lilly

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, dann war "Sternenschimmer" wenigstens für eine Sache gut *g* Wenn man sich nicht beim lesen amüsiert, denn halt durch die Rezension. XD

      Ich hoffe wirklich, dass dir der Roman besser gefällt, damit du dich nicht so damit rumärgern musste. Wobei die Anzahl der "Sternenschimmer"-Nicht-Fans muss noch wachsen, damit wir nicht in der menge untergehen. :D

      Löschen
  5. Hey Lucina,
    da hast du ja einen ganzen Roman zum Roman geschrieben. Wow, du hast dir aber superausführliche Gedanken gemacht. Also einiges würde mich auch stören, wie diese ständige Großschreibung (mir vielen !!!!!). Das erscheint mir etwas kindisch. Jetzt bin ich etwas hin und hergerissen. Das Buch subt bei mir auch noch und da hast natürlich recht, es gibt ja fast nur Lobeshymnen darauf. Jetzt liest du also Teil 2? Tapfer, tapfer, ...
    Schönes WE für dich!
    LG,
    Damaris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaub ich habe noch nie so eine lange Rezension geschrieben, ich kam einfach gar nicht mehr raus aus dem schreiben, dauernd ist mir etwas anders eingefallen. Diesmal habe ich mir sogar nicht einmal Notizen gemacht, nach über einem Monat könnte ich mich immer noch an die ganzen Schwächen von "Sternenschimmer" erinnern, so als ob ich es vor ein paar Tagen gelesen hätte, weil ich beim Lesen so unglaublich enttäuscht war. :(
      Vielleicht gefällt die "Sternenschimmer" ja, ich bin jedenfalls auf deine Meinung gespannt, falls und wenn die den Roman liest. :)

      Jupps, ich habe ihn Stephie von nobody-knows gewonnen, wollte ihn aber auch irgendwie lesen. Es ist echt komisch, bei besseren Büchern wie "Firelight" interessiert mich die Fortsetzung so gar nicht und bei "Sternenschimmer" habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt mit den Roman selber zu kaufen (Gott sei Dank habe ich ihn dann doch beim Gewinnspiel gewonnen). Ich weiß nicht wieso mich "Sternensturm" gereizt hat, aber irgendwie habe ich mir gedacht "Es kann ja nur besser werden und die Geschichte um die Loduuner hat Potential", leider ist doe Fortsetzung wenn überhaupt etwas besser. Schade. Ich merke nur wieder wie lang 600 Seiten können, sonst lese ich ja fast nur Bücher mit 300-400 Seiten und bei so vielen Seiten merkt man wirklich wenn sich eine Geschichte zieht, ich komme gar nicht richtig voran. XD

      Danke, ich hoffe du hattest auch ein schönes Wochenende :)

      Löschen
  6. Sehr tolle und ausführliche Rezension! Hat mir (als Sternentrilogie-Fan) sehr viel Spaß gemacht, sie zu lesen ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist glaube ich das größte Kompliment, dass man mir machen kann. Danke! :)

      Und ich bin sehr froh, dass die Rezension auch Fans des Romans unterhalten kann, ich wollte schließlich keine Fans beleidigen ^^ Manche Rezensenten bei Amazon sind ja manchmal ziemlich persönlich was das angeht und das wollte ich vermeiden.

      Löschen
  7. Und damit fliegt das Buch in hohen Bogen von meiner WuLi. Lieben Dank, dass du so ausführlich darüber berichtet hast. Eine gewisse literarische Qualität sollte ein Buch schon haben - selbst wenn es sich um Unterhaltslektüre handelt. Bei sowas bin ich komerischerweise auch sehr pingelig (ich nehm hier einfach mal deinen Begriff auf ^^).

    Aber es gefällt mir, dass du dir so alles von der Seele geschrieben hast, was dich gestört. :D

    Liebe Grüße und einen schönen (sonnigen) Restsonntag
    animasoul

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In diesem Fall war es mir auch besonders wichtig eine ausführlichere Rezension schreiben, eben weil es so viele positive Rezensionen gibt und ich deshalb auch genauer beschreiben muss, wieso mir der Roman nicht gefallen hat, weil sie sonst unschlüssigen vielleicht-Käufern ja gar nicht weitergeholfen hätte. ^^

      Die meisten anderen sind scheinbar nicht so pingelig *g*

      "sternenschimmer" hat mich tatsächlich auch so beschäftigt, dass ich mir gar keine Notizen machen musste, weil sich die Schwächen einfach in mein Gehirn gebrannt haben. XD

      Löschen
  8. Hey!^^
    Mir hat deine Rezision echt gut gefallen,obwohl ich selber Sternenschimmer-Fan bin.Und die Twilight-sache hast du auch passend beschrieben!:)
    LG
    Mina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, dass ist ein großes Kompliment, wenn meine Rezension auch Fans des Buches gefällt. ^^

      Löschen
  9. Hallöchen :)
    Schöne Renzension ♥
    Wenn du magst, kann du ja mal auf meinem Blog vorbei schauen. :)

    Liebe Grüße
    Kathleen

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, hinterlasst mir doch einfach eine kurze Nachricht, ich beiße nicht... zumindest meistens. :)

Liebe Grüße,
Lucina

Hinweis: Die Kommentarmoderation ist aktiviert.