2. Juli 2012

Review - Guilty Pleasures - Laura Lee Guhrke

Quelle: Goodreads
[Deutscher Titel: - ]

Nach "And Then He Kissed Her" hatte ich große Erwartungen an "Guilty Pleasures", leider wurden diese nicht ganz erfüllt. Der Roman ist keinesfalls schlecht und deutlich besser als ein durchschnittlicher Historial, aber leider nicht so gut wie "And Then He Kissed Her", was mich allerdings auch nicht groß überrascht hat, denn "And Then He Kissed Her" war einfach perfekt und hat somit eine kaum zu überwindende Messlatte aufgestellt.

Um was geht es in "Guilty Pleasures" eigentlich, entgegen dem Titel weniger um Erotik und Leidenschaft als man erwarten könnte. Die Geschichte handelt von der Restauratorin antiker Artefakte Daphne Wade, die seit fünf Monaten in ihren Arbeitgeber Anthony, Duke of Tremore verliebt ist, also seit dem ersten Treffen. Dieser hat die unscheinbare Daphne allerdings noch nicht wirklich als Frau wahrgenommen, was er in einem Gespräch mit seiner Schwester Viola unverhohlen zum Ausdruck bringt, was Daphne, wie sollte es auch anders sein natürlich mithört und daraufhin ihren Job bei ihm kündigen will, mehr aus gebrochenen Stolz als wegen einem gebrochenem Herzen aufgrund ihrer unerwiderten Liebe. Da Daphne aber eine der besten Restauratorinnen ist und Tremore in wenigen Monaten ein Museum eröffnen möchte, will er Daphne nicht gehen lassen und verhandelt im weiteren Verlauf der Geschichte immer mehr Zeit mit Daphne aus in der sie bei ihm bleibt, ein Duke lässt ein "Nein" schließlich nicht auf sich sitzen. Man kann sich vorstellen wie es weitergeht, er versucht sie zum bleiben zu verführen (und das nicht speziell im eigentlichen Sinne von "ins Bett bekommen") und lernen sich so immer mehr kennen. 

Die Geschichte ist von der Idee her nicht sonderlich außergewöhnlich, aber die Rahmenbedingungen waren recht außergewöhnlich. Daphne ist zum ersten Mal in ihrem Leben in England, ist Restauratorin und ist auf sich allein gestellt, da ihre Eltern verstorben sind und ihr Großvater sie nicht anerkennt. Anthony hat eine Ausgrabungsstätte auf seinem Landsitz und möchte in London ein Museum eröffnen, das für jeden zugänglich ist, weshalb es im Gegensatz zu vielen anderen Historicals wenig Interaktionen mit dem ton gibt. Leider war die Geschichte insgesamt etwas zu langatmig, sie konnte mich zwar fesseln, aber ihr fehlte es etwas an Spannung.
Wirklich gestört hat mich aber eher, dass ich bis zum Schluss einfach nicht nachvollziehbar glauben konnte, dass Anthony Daphne wirklich liebt. Wäre es nicht ohnehin klar gewesen, dass am Ende eines Liebeserklärungen folgt wäre diese für mich recht überraschend gekommen, da ich die meiste Zeit das Gefühl hatte, dass er sie begehrt und aus Pflichtgefühl heiraten möchte, aber nicht weil er tiefere Gefühle für sie hegt. Bis zum Ende war mir die Handlung einfach zu wenig romantisch oder dramatisch als das dort irgendwelche größeren romantischen Gefühle bei mir angekommen wären, selbst auf Daphnes Seite hätte ich mir manchmal etwas mehr gewünscht. Nichtsdestotrotz war das Ende einfach total süß, niedlich und sehr passend, für mich hätte nur noch ein schöner Epilog gefehlt um die Geschichte perfekt abzuschließen.

Daphne war mir sehr sympathisch, sie war ganz anders als die normalen Heldinnen in Historicals, ebenso wie die Heldin aus "And Then He Kissed Her". Da sie außerhalb von England aufgewachsen ist weiß sie vieles nicht was normale Frauen in ihrem Alter schon längst gelernt haben, z.B. tanzen, weshalb sie sich mehr als einmal unorthodox verhält, allerdings nicht so extrem, dass es unrealistisch gewesen wäre, da sich Daphne durch verschiedene Bücher über Etikette einiges an Wissen angeeignet hat.

Ich muss sagen, dass mich besonders Violas Geschichte sehr interessiert hat. Nachdem ich jedoch einige Rezensionen gelesen habe war ich reichlich enttäuscht, ich kann mir kaum vorstellen, dass mir "The Marriage Bed" gefallen könnte, was ich sehr schade finde, denn die Geschichte hätte so viel Potential gehabt. Hat jemand zufällig den dritten Band der Reihe gelesen und weiß, ob sich der Roman wirklich nicht lohnt?

Merkwürdig fand ich auch, dass die Geschichte sprachlich an einigen Stellen unausgereift wirkte bzw. ein Lektorat nicht genau genug stattgefunden hätte. Da ist auf der einen Seite von "einigen Tagen" die Rede und auf der anderen Seite von "gestern". Was denn nun? War es nun gestern oder vor einigen Tagen? Oder als Anthony mit seiner Schwester spricht redet er sie im gleichen Satz mit "You" und "Her" an. Normalerweise fällt mir das bei englischen Büchern nicht auf, aber hier war es am Anfang schon recht deutlich.

Fazit:

Nett zu lesen, aber nichts besonders, dennoch ein schöner Historical, der mich trotz der teilweise etwas langatmigen Geschichte fesseln konnte, dem es aber in manchen Abschnitten an Romantik und Dramatik fehlt. 

 

Bewertung: 9 von 10 Bücherwürmer


Reihe: (4 Bände, abgeschlossen)
  1. Guilty Pleasures
  2. His Every Kiss
  3. The Marriage Bed
  4. She's No Princess

Kommentare:

  1. Ich fand ja, dass das Buch gegen Ende ein wenig nachgelassen hat – insgesamt hat es mir aber trotzdem gut gefallen. Ich hab 12/15 Punkten vergeben.

    "The Marriage Bed" hab ich auch nicht gelesen, ich kann dir dazu leider nix sagen. :)

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  2. Das Ende fand ich wie gesagt auch deshalb blöd, weil seine Liebe zu ihr so "überraschend" kam. Ich habe zumindest von seiner Seite aus nicht wirklich viel gefühlt außer Leidenschaft und so. ^^

    Die Rezensionen zu "The Marriage Bed" haben mich echt skeptisch gemacht, da werden echt manche Sachen angesprochen, bei denen ich mir fast sicher bin, dass sie mir nicht gefallen. Wobei bei Historicals kommt es da ja auch teilweise auf die Umsetzung an... Ich glaube bei "Ravishing The Heiress" von Sherry Thomas wird es ähnlich, die Elemente der Handlung werden mir nicht zusagen, aber wenn die Umsetzung stimmt könnte mir der Roman könnte mir der Roman gefallen...vielleicht. :-/

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Liebe Grüße,
Lucina

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