8. Februar 2012

Review - Game For Love - Bella Andre

  • Deutscher Titel: -
  • Reihe: Bad Boys of Football #3
  • Format: Kindle Edition
  • Seiten der Print-Ausgabe: 202
  • Sprache: Englisch
  • ASIN: B004G8QZ6U
Klappentext:

In a relationship built on lies...the only truth is their feelings for each other.

To fulfill his grandmother's dying wish, linebacker Cole Taylor must find and marry a good girl. First grade teacher Anna Davis fits the bill perfectly. Their deal is simple: If she'll be his temporary wife, he'll give her more pleasure than she ever imagined was possible.

Only, love is the ultimate game-changer!


Kritik:

Ich muss sagen, dass ich doch etwas enttäuscht von "Game for Love" war. Ich hätte mehr erwartet als einfach nur viel Sex mit weniger Story als ein normaler Groschenroman. Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, dass mir Romantik wichtiger ist als Lust und Erotik, was auch der Grund ist weshalb mir "Game for Love" nicht gefallen hat. Die Liebesszenen waren heiß keine Frage, aber auch nicht so außergewöhnlich, dass ich diesen Roman gleich als Erotica einstufen würde, weshalb "Game for Love" für mich nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Für einen Contemporary Romance Roman gab es für mich zu viel Sex und für einen erotischen Liebesroman dann aber wieder zu wenig ausgefallenen Sex. Es war doch besonders in der zweiten Hälfte immer wieder das gleiche. Beide reißen sich die Kleider von Leib und treiben es heiß und hart. *gähn* Außerdem ist hier die Reihenfolge: Sex, Liebe, Romantik. Mir wäre es genau andersherum lieber gewesen, aber dies ist nicht der einzige Grund weshalb mir die Geschichte nicht wirklich gefallen wollte.

Zum einen fehlte es mir einfach an einer interessanten Geschichte. *ironie an* Es mag unglaublich klingen, aber der Sex wurde doch tatsächlich dauernd von etwas Story unterbrochen! *ironie aus* Ich glaube das ist mein erster Roman indem es irgendwie (bis auf das eher kurze Ende) die ganze Zeit nur um Sex ging. Mindestens einer von den beiden Protagonisten hat immer an Sex gedacht, mir war das eindeutig viel zu viel, worunter die Romantik und damit auch die Liebesgeschichte extrem gelitten hat. Und wenn dann etwas Geschichte eingeflochten wurde, dann war sie vorhersehbar und/oder komplett unrealistisch! Ich meine, wer heiratet einen völlig fremden Mann, den man nicht einmal einen Abend lang kennt, nur weil man ihn attraktiv findet, er gut küssen kann und man seiner Familie zeigen möchte, dass mehr in einem steckt als sie vermuten? Der Kerl hätte sich als Psychopath, Mörder, Vergewaltiger, Betrüger und sonst noch etwas herausstellen können!? Es kann doch keine mehr oder minder nüchterne Frau geben, die derart dumm ist! Da haben sogar einfache Groschenromane (die besser sind als ihr Ruf) meist eine bessere Story, wenn auch keine innovativere. Ich könnte mich ewig über die abgedroschene Story aufregen, wenn man wenig Story einbaut, dann doch aber bitte entweder 1) eine interessante, noch nicht so ausgelutschte und/oder 2) eine emotional berührende, ist jedenfalls meine Meinung. Die Geschichte von "Game for Love", zumindest die abgesehen vom Sex, ist derart durchgekaut, dass ich es kaum glauben konnte. Schüchternes Mauerblümchen trifft heißen Football-Player, der diese dann natürlich auf Anhieb attraktiv und sexuell stimulierend findet, sagt zumindest sein hartes Geschlechtsorgan, dass mehr als nur einmal fast seinen Reißverschluss zum bersten bringt. Wieso hat Annas Vorzüge bisher noch kein anderer Mann für sich entdeckt, wenn sie doch so besonders ist? 

Mit irgendwelchen Charakterentwicklungen muss ich auch gar nicht anfangen, denn es gab sie nicht, bis auf die Tatsache, dass Cole Anna in kürzester Zeit zu einer sexuell mehr als aktiven Frau macht. Ansonsten blieb sie natürlich "sweet", "beautiful" and "good" Anna. Diese drei Adjektive hängen mir nach "Game for Love" sowas von zum Halse raus, auf jeder Seite musste Cole betonen, wie "sweet", "beautiful" und "good" Anna ist, dass es auf mich irgendwann nur noch lächerlich wirkte und einfach nur noch nervte! Ebenso wie die Tatsache, dass beide Charaktere immer alle Schuld auf sich genommen haben und dabei mehr als nur einmal in Selbstmitleid fast ertrunken sind. 

Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt, wenn sie nicht mit dem ganzen Sex, ob nun in Gedanken oder in Real, in den Hintergrund gedrängt worden wäre, denn Cole hat eigentlich einen recht tiefgründigen Charakter. Die Sache mit seiner Großmutter, dem Tod seiner Eltern etc. hätte einfach nur etwas intensiver behandelt werden müssen, aber so blieb Cole für leider eher blass und leider auch etwas unsympathisch. Bei ihm gab es nur drei Zustände: sexuell aktiv, berechnend und irgendwie ganz nett. Bella Andre wollte ihn wohl als einen attraktiven Bad Boy darstellen, aber bei mir kam das jedenfalls nicht an. Ihm fehlte irgendwie die nötige Coolness um ihn zu einem attraktiven Bad Boy zu machen, er wirkte für mich eher wie ein Abziehbild eines richtigen Bad Boys. Leider, ich hatte mir so viel von ihm erhofft, aber Pustekuchen.

Was mir außerdem negativ aufgestoßen ist, ist die Sache mit der Verhütung bzw. dem Schutz vor STDs. In modernen Contemporaries ist es mir persönlich einfach wichtig, dass die Charaktere an Verhütung denken bzw. wenigstens darüber reden, ich meine besonders bei einem sexuell sehr aktiven Footballer sind STDs schließlich nicht auszuschließen! Aber in "Game for Love" wird darüber nicht geredet, was mich mehr als abgeschreckt hat. Beim ersten Sex benutzt Cole nämlich noch ein Kondom. Beim zweiten Mal erst nachdem er schon in ihr war, was dann auch nicht mehr so viel bringt. Beim nächsten Mal gibt es dann schon gar kein Kondom mehr, woraufhin es zum "Coitus Interruptus" kommt. Wirklich sehr sicher, so geht man natürlich kein Risiko ein. Anna macht sich drüber aber merkwürdigerweise keine Gedanken, sondern gibt bei Coles Großmutter sogar noch an, nicht schwanger sein zu können! Genau, weil man so natürlich nicht schwanger werden kann! Danach wird auf jegliche Verhütung oder einen Schutz komplett verzichtet. Nicht das Anna wenigstens einmal nachfragt, wenn er bei jeder Frau nach dem ersten Sex das Kondom weglässt würde ich mich nicht darauf verlassen, dass er komplett gesund ist.

Das Ende hat mir auch nicht so richtig gefallen, es war mir zu überhetzt und meiner Meinung nach hatte es Cole viel zu einfach. Ach, eigentlich hat mir nichts so richtig gefallen, außer die Tatsache, dass Cole ein Football-Spieler ist, dafür war ich dann aber doch noch recht gefesselt. Vor dieser Rezension ist mir gar nicht aufgefallen, wie viel mich doch irgendwie bei "Game for Love" aufgeregt hat. Nichtsdestotrotz werde ich Bella Andre noch eine Chance geben.

Fazit:

Trotz meiner großen Enttäuschung habe ich schon schlechtere Romane gelesen, deshalb vergebe ich eine höhere Punktzahl als man vermuten könnte. Außerdem gibt es Pluspunkte dafür, dass Cole ein Football-Spieler ist! Ich weiß nicht einmal, wem ich diesen Roman empfehlen könnte. Wer prickelnde Erotik will, sollte lieber zu anderen Romanen greifen und wer Romantik will ebenfalls. Vielleicht sind die Leute mit "Game for Love" gut bedient, die nicht zu harte, explizite Sexszenen wollen und die dabei dann noch etwas Liebesgeschichte haben wollen.

Bewertung: 3 von 10 Bücherwürmern


Reihe:
  1. Game for Anything (Ty und Julie)
  2. Game for Seduction (Dominic und Melissa)
  3. Game for Love (Cole und Anna)


Quellen: Cover; eBook-Informationen; Klappentext;

Kommentare:

  1. Hi,
    der Film "Shutter Island" war wirklich gut, aber das Buch war noch nervenaufreibender. Ich konnte es kaum weglegen! Irgendwann musste ich wissen wie sich alles auflöst und war selbst ganz gespannt - selten, dass mich dieses Genre so stark fesselt. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende! LG

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  2. Hi Lucina,

    Ich habe Dich getaggt^^
    http://nallasbuecherkiste.blogspot.com/2012/02/tag-11-fragen.html

    Liebe Grüße,
    Nalla

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  3. Klingt ja wahnsinnig … verlockend. *räusper*

    Übrigens hasse ich persönlich ja nichts mehr, als wenn (m.E. überflüssige) Gespräche über Verhütung und STDs geführt werden. Das kommt mir in Büchern eigentlich immer total aufgesetzt vor. Allerdings darfs dann auch gar kein Thema sein und der Fantasie des Lesers überlassen bleiben (ebenso wie Toilettensitzungen und die morgendliche Dusche), und nicht so wie oben beschrieben gehandhabt werden.

    Ich hab auch noch ein Buch von Bella Andre hier liegen, Band 1 der Firefighters-Serie; ich glaub, ich muss da mal reinlesen, evtl. kann ich das ganz schnell entsorgen! :D


    BTW: Was hat eigentlich »Shutter Island« mit dem Buch zu tun? Was hab ich verpasst?!

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  4. @Irina:

    Unnötige, peinliche Gespräche finde ich auch nicht so schön, aber besser als wenn plötzlich gar nicht mehr verhütet wird. Im Prinzip ist es mir am liebsten, wenn einfach ein Kondom benutzt wird oder wenn es dann wirklich gar nicht erwähnt wird, wie du schon sagst. :) Aber hier hat es mich halt so gestört, weil er beim ersten Mal ein Kondom benutzt hat und dann immer weniger. Schlimmer war nur "Heaven, Texas" wo der Protagonist nicht wollte, dass sie mit Männern schläft, weil sie ungeschützten Sex haben und sich eine Krankheit einfangen könnte und er dann selber einfach nur sagt "Ich bin gesund, das Kondom brauchen wir nicht!". -.-

    Ich kann mir vorstellen, dass das ein Ausrutscher war, denn die Firefighters-Serie hat ja eigentlich recht gute Kritiken bekommen und würde mich irgendwie trotz meiner Erfahrungen mit "Game for Love" reizen. "Game for Love" ist ja auch relativ kurz, vielleicht liegt es daran. ^^

    "Shutter Island" hat damit übrigens nichts zu tun, es ist ein Kommentar zu einem Kommentar, den ich auf Patricias Blog hinterlassen habe. Manche antworten ja nicht im Post, sondern auf dem Blog des anderen, ich persönlich, finde das aber sehr unübersichtlich. :)

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Liebe Grüße,
Lucina

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