2. Februar 2012

Filmview - Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

Quelle: Wikipedia.org
  • Originaltitel: Tim Burton's Corpse Bride
  • Produktionsland: USA
  • Originalsprache: Englisch
  • Erscheinungsjahr: 2005
  • Länge: 76 Min.
  • FSK: ab 6

Handlung:

Der Film spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts und handelt von Victor, der mit der ihm noch unbekannten Victoria verheiratet werden soll, für beide eine Zwangsheirat um die finanziellen und gesellschaftlichen Interessen ihrer Eltern genüge zu tun. Als sie sich das erste Mal treffen ist beiden klar: Sie gehören zusammen. Einer glücklichen Ehe steht also nicht im Wege, so scheint es jedenfalls. Denn als Victor im nahe gelegenen Wald sein vorher vermasseltes Ehegelübde übt und zu diesem Zwecke einem alten Ast den Ehering ansteckt, entpuppt sich dieser als skelettierter Finger einer toten Frau in einem Hochzeitskleid. Die nun doch recht lebendige Emily, so heißt die Leiche, ist mehr als erfreut nun endlich einen Ehemann gefunden zu haben, was Victor verständlicherweise etwas anders sieht. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

Kritik:

Zu erst einmal möchte ich anmerken, dass ich der Altersfreigabe von "ab 6 Jahren" persönlich überhaupt nicht zustimmen kann. Es handelt sich zwar um einen Animationsfilm, der durch sein Stop-Motion Verfahren nicht wirklich realistisch daherkommt, allerdings ist die Geschichte, die Atmosphäre etc. nicht für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Selbst ich als erwachsene Frau fand den Film manchmal ziemlich gruslig, es gibt schließlich Leichen in allen möglichen Verwesungsstufen und unzählige Skelette und ich denke Kinder könnten z.B. bei Maden, die aus Augenhöhlen kriechen, Angst bekommen. Ich persönlich mag das Charakterdesign jedoch sehr, wie bei eigentlich allen Tim Burton Filmen ist es einfach außergewöhnlich, originell und skurril. Außerdem sind die Charaktere trotz oder wegen ihrer Überspitztheit gut gelungen.

Die Atmosphäre schwankt zwischen düsterer Tristesse im Reich der Lebenden und der bunten Partytime in der Welt der Toten und genau dieser Gegensatz macht den Film sehr interessant, denn das Totenreich wirkt lebendiger als die Welt der Lebenden. Auch die Frage, ob sich  sich Victor für die Lebende und zu ihm passende, aber langweilige Victoria oder für die tote, aber sympathische, Emily, der Corpse Bride, entscheiden soll stellt sich der Zuschauer während des Films und wartet dadurch gespannt auf die finale Entscheidung. Diese Unterschiede zwischen den Lebenden und den Untoten machen den Film so besonders.

Zum Ende: Es ist zwar logisch, hat mich aber dennoch überrascht und mich sehr berührt, ich fand es jedoch schade, dass das Ende so überhastet wirkt. Dies kann ich aber auch verstehen, da der Film insgesamt sehr kurz ist, wie bei Animationsfilmen durch ihren hohen Arbeits- und Kostenaufwand üblich.

Es handelt sich bei "Corpse Bride" um einen Stop-Motion-Film, meine liebste Animationsart. Man merkt einfach die Liebe zum Detail, weshalb ich Stop-Motion einem reinen Computeranimation-Film immer vorziehe würde, die Figuren und der gesamte Film wirkt einfach nicht so glatt und damit einzigartiger. Auch die Synchronisation ist sehr gut gelungen, allerdings überzeugen die englischen Sprecher mit Christopher Lee, Helena Bonham-Carter und Johnny Depp etwas mehr als die deutschen Sprecher. Es wird auch relativ häufig gesungen(!), wer damit große Probleme hat, sollte diesen Film meiden. ;)

Fazit:

Für alle Fans von "Nightmare Before Christmas", "Sweeny Todd" und Tim Burton. Eigentlich ist der Film jedoch für jeden zu empfehlen, der auch mal Abseits des Mainstream unterwegs ist und auf den skurillen Humor eines Tim Burton steht.

Bewertung: 5 von 5 Filmrollen

Kommentare:

  1. Wirklich schöner Film, hat mir auch sehr gefallen :)

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  2. Ich stimme dir zu, dass "Corpse Bride" nicht ab 6 Jahren geeignet ist. Trotzdem ein klassisch skurriler Film von Tim Burton ^^
    Das Cover von "Sternenschimmer" ist wirklich klasse, wie gefällt es dir denn bisher?
    LG und ein schönes Wochenende

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    1. Das stimmt, deswegen mag ich Tim Burton Filme auch fast immer (nur Alice im Wunderland war blöd). Dieses skurille macht die Filme irgendwie immer besonders und Johnny Depp ist dann das i-Tüpfelchen. :D

      Ich bin noch nicht wirklich weit, irgendwie finde ich den schreibstil etwas zu kindisch. Irgendwie wirklich so wie das Tagebuch einer 15/16-jährigen, dabei mag ich es eigentlich etwas erwachsener auch in Jugendbüchern. ^^

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Liebe Grüße,
Lucina

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