8. Dezember 2011

Review - Shiver - Maggie Stiefvater

  • Deutscher Titel: Nach dem Sommer
  • Reihe: Wolves of Mercy Falls #1
  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Scholastic 
  • Erschienen am: 5. Oktober 2009
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-13: 978-1407115009
  • Leseprobe: hier

Klappentext: 

Grace is fascinated by the wolves in the woods behind her house; one yellow-eyed wolf in particular. Sam leads two lives. In winter, he stays in the frozen woods. In summer, he has few months to be human. Grace and Sam finally meet and realize they can't bear to be apart. Sam must fight to stay human - or risk losing himself, and Grace, for ever. 

Inhaltsangabe:

Als Kind wurde Grace von Wölfen angegriffen und ist seit diesem Moment besessen fasziniert von ihrem einem Wolf mit gelben Augen. Jeden Winter sieht sie ihren Wolf die Wölfe im Wald und beobachtet sie. Als plötzlich ein Junge aus Mercy Falls verschwindet stirbt geraten die Wölfe ins Visier der Bewohner und eine Jagd auf sie beginnt. Grace kann das nicht zu lassen, denn ihr Wolf die Wölfe sind in Gefahr, todesmutig versucht sie mit allen Mittel das Rudel zu retten und schwupps landet ihr Wolf ein verletzter Junge auf den Stufen zu ihrem Haus. Wer das wohl sein mag? ;-)


Kritik:

Insgesamt war ich doch etwas enttäuscht von "Shiver", nach so vielen positiven Kritiken und Lobeshymnen hätte ich einfach mehr erwartet. So war "Shiver" für mich nur ein eher durchschnittlicher Jugendroman, nicht besonders außergewöhnlich und auf keinen Fall besonders spannend.

Gestört hat mich besonders eine Sache bzw. Person und zwar Grace. Mit ihr konnte ich überhaupt nichts anfangen und sie war für mich außerdem der größte Störfaktor des ganzen Romans. Als ich aufgehört habe genauer über ihre Handlungen und Gedanken nachzudenken wurde der Roman dann auch besser. Einfach nicht nachdenken und nichts genauer hinterfragen war also meine Devise, eigentlich auch keine Lösung, aber in diesem Fall die beste Möglichkeit. So aber nun zu den Sachen, die mich am Anfang an Grace total gestört haben:

Wieso ist Grace so besessen von den Wölfen bzw. genauer ihrem Wolf? Es scheint (und meiner Meinung ist es auch so) als ob sich ihr ganzes Leben nur um ihn dreht und dass sie ohne ihn gar kein normales Leben führen kann. Diese Art von Besessenheit ist  so überhaupt nicht mein Fall, insbesondere in Liebesromanen, ganz im Gegenteil ich finde sie total erschreckend, fast schon gruselig. Grace hat bisher nie mit Sam geredet, geht ja auch nicht, noch ihn bis zu diesem bestimmten Tag berührt, wieso ist er in ihrem Leben dennoch so etwas wie ein Lebenselixier ohne das sie nicht leben kann, das ist doch total krank.
Und natürlich ist IHR Wolf komplett unschuldig, wieso eigentlich? Ach ja, weil es Ihr Wolf ist und Ihr Wolf keine Menschen verletzt oder gar tötet. Logisch, sehr logisch.Wieso weiß Grace überhaupt scheinbar so viel über die Wölfe. Welchen Charakter sie haben, welches Geschlecht? Für mich klang das ganz stark nach Einbildung, woher sonst sollte sie wirklich so viel über die Wölfe wissen oder liegt es wirklich nur an ihrem Unterbewusstsein (und der Erfahrung aus ihrer Kindheit mit dem Wölfen und den dazugehörigen Konsequenzen)? Woher weiß sie das die Wölfe ihr nicht gefährlich werden können, wieso ist sie so vertrauensselig? Sie haben sie angegriffen und doch verteidigt sie sie, wieso? Nur weil die Wölfe sie seitdem nicht mehr angegriffen haben? Welchen plausiblen Grund hat sie die Wölfe derart vehement zu verteidigen, man hat fast das Gefühl, dass sie sich durch Kritik am Pack persönlich angegriffen fühlt. Auf mich wirkte das sehr naiv und fast schon dumm. Wenn es jetzt nicht gerade eine Liebesroman wäre könnte da was weiß ich passieren, wenn sie plötzlich wilden (!) Wölfen vertraut, sie weiß schließlich nicht das Werwölfe existieren, für sie sind es nur normale Wölfe. Olivia fasst es ziemlich gut zusammen: Grace denkt die ganze Zeit an die Wölfe, sie redet die ganze Zeit über die Wölfe und erwartet, dass auch jeder andere mit ihr über die Wölfe redet. Danke Olivia, du hast es auf den Punkt gebracht!
Für mich war Grace einfach nur naiv, dumm und ein seelisches Wrack bei dem eine Therapie vielleicht gar nicht so unangebracht wäre. Man kann also sagen, Grace und ich haben einfach nicht zusammengepasst und da sie nun einmal die Hauptperson von "Shiver" ist war das schon einmal ein sehr schlechter Einstieg in die Geschichte. Nachdem sie Sam kennenlernt hatte ich auch plötzlich das Gefühl, dass die vorherige Grace durch eine andere, flirtendere lockerere Grace ausgetauscht wurde. Ich meine er hat sie nackt  gesehen und sie reagiert so locker bzw. prinzipiell gar nicht? Hallo? In ihrem Alter, ohne große sexuelle Erfahrung hätte ich nicht so reagiert, aber es ist ja nur IHR Wolf, ich weiß. Ansonsten ist Grace sehr unscheinbar, sehr durchschnittlich. Niemand an den ich mich nach längerer Zeit noch (positiv) erinnern würde. Sie hat zwar auch durch die Eltern-Problematik und diese Wolfssache etwas mehr Tiefe erhalten, aber ich hätte mir dann doch einen besseren Ausgleich zu ihrer Besessenheit gewünscht. So bleibt sie für mich einfach Grace, die Besessene, und ich dachte Bella in Twilight wäre besessen, für mich toppt Grace sogar Bella und das muss schon was heißen.

Was mich am Anfang auch noch gestört hat, was das mir alles viel zu schnell und einfach ging. Sie läd ihn zu schnell zu sich nach Hause, in ihr Zimmer und ihr Bett ein, obwohl ihre Eltern nicht da ist. Da wäre sie wieder ihre Vertrauensseligkeit, die mich etwas verwundert und auch gestört hat.
Gefragt habe ich mich im übrigen auch, wieso ihre Eltern nichts zu dem Blut im Wagen ihres Vaters fragen. Die Handtücher kann Grace schon entsorgt haben und dass sie ihn nicht im Haus bemerken, okay, dass kann man noch einigermaßen logisch verstehen. Auch wenn Sam einmal duscht als Grace mit ihrem Vater redet, hört man das nicht? Vielleicht ist das Haus aber auch einmal so groß und die Wände und Türen dick, wer weiß. Dadurch wurde die Liebesgeschichte natürlich sehr einfach, die Eltern waren schließlich kein großes Hindernis. Allgemein geht mir Liebesgeschichte zu schnell, zu unproblematisch. Sam hat zwar nicht viel Zeit und muss seine restliche Zeit gut nutzen, aber es dauert doch trotzdem sich emotional auf den anderen einzulassen bzw. es sollte eigentlich mehr als einen Tag dauern, auch wenn man sich schon jahrelang gesehen hat und irgendwie auch "kannte".

So nun zu ein paar positiveren Punkten. An Sam habe ich charakterlich wenig zu bemängeln, was mich an ihm irritiert hat war sein Aussehen. Er wird als Emo beschrieben, weshalb ich ihn mir irgendwie die ganze Zeit äußerlich eher unattraktiv und irgendwie versifft vorgestellt habe. :-( Grace findet ihn äußerlich natürlich super, was für ein Zufall. Ihr Wolf ist doch tatsächlich auch ein Mensch und entspricht genau ihrem Geschmack. Oder war es doch andersherum, es ist ihr Geschmack weil er ihr Wolf ist? Mist, ich muss aufhören über Grace zu schreiben, sonst wird die Rezension zu negativ. Also ich kann nur sagen, dass ich Sam mochte und ihn sehr sympathisch fand, seine Kapitel waren auch meine Favoriten und ich habe mich immer wieder gefreut die Geschichte aus seiner Sicht miterleben zu dürfen.

Am Anfang zog sich die Handlung doch etwas, besonders da mir Grace total auf die Nerven ging. Nach dem Auftreten von Sam nimmt die Geschichte dann aber an Fahrt auf und wurde besser, spannender und fesselnder. Es wird nicht nervenaufreibend spannend, aber ich wollte doch irgendwie wissen wie es weitergeht. Nicht so sehr, dass ich zwischen den Seiten geklebt habe und mich darauf gefreut hätte weiterlesen zu können, aber während ich gelesen habe hielt mich die Geschichte bei der Stange.
Das Ende fand ich sehr passend, gelungen und emotional, sehr schön, so hätte der Roman gerne die ganze Zeit sein können, leider war er aber nicht. Da mir das Ende von "Shiver" so wie es ist gut gefällt, manche Fragen werden nicht beantwortet, aber es ist doch abgeschlossen, habe ich auch kein Interesse in Zukunft "Linger" oder "Forever" zu lesen.

Für mich war "Shiver" sprachlich aber gar nicht so außergewöhnlich und poetisch wie erwartet. Ich fand die Geschichte sprachlich flüssig zu lesen und Sam's Songtexte waren sehr schön, aber ansonsten war "Shiver" für mich eher durchschnittlich.

Auch wenn ich die britische Ausgabe nicht so hübsch finde, bin ich doch froh zu ihr gegriffen zu haben, denn dort sind die Temperaturangaben in Celsius angegeben und nicht in Fahrenheit. Puh, auf komische Umrechnungen hätte ich keine Lust gehabt, ich stolpere ja schon jedes Mal über die amerikanischen Größenangaben. :D

Fazit:

Insgesamt würde ich nicht sagen, dass "Shiver" schlecht ist, die Geschichte hat nur zum aktuellen Zeitpunkt nicht meinem Geschmack entsprochen. Ich finde das Werwolf-Thema sehr gut verarbeitet, der Roman ist nicht langweilig, aber auch nicht wirklich spannend, das Ende fand ich richtig gut und die Liebesgeschichte war nett, aber auch nicht besser als Durchschnitt. Vielleicht würde mir die Geschichte auch ohne Leseunlust nicht gefallen (ich glaube kaum, dass ich Grace dann sympathischer fände), aber ich kann nicht mit Gewissheit ausschließen, dass es nicht auch an meiner derzeittigen Leseunlust lag, dass mir "Shiver" nicht gefallen hat.

Bewertung: 6 von 10 Bücherwürmer 

deutscher Cover
Reihe:
  1. Shiver (Nach dem Sommer)
  2. Linger (Ruht das Licht)
  3. Forever (In deinen Augen - September 2012)

meine Quellen: Cover; Klappentext; Buchinformationen; deutsches Cover;

Kommentare:

  1. Also, dafür dass du Grace überhaupt nicht leiden konntest, ist das Buch mit 6 Punkten ja noch ganz gut weggekommen! Schade, dass es dir nicht gefallen hat! :)

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  2. Dafür mochte ich aber Sam und an sich fand ich die Idee auch gar nicht schlecht. :) Außerdem mochte ich das Ende, also so gar nicht hat mir die Geschichte auch nicht gefallen, nur durch Grace leider nicht so gut wie sie es vielleicht mit einer anderen Protagonistin gekonnt hätte *g*

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  3. Oh okey, im ersten Moment dachte ich, jetzt kommt bestimmt eine gute Bewertung. Aber nach deinem bericht werde ich mir dann doch lieber ein anderes Buch zulegen ^^
    klingt ja nicht sooooo toll :)

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  4. Also abschrecken lassen solltest du dich von meiner Rezi nicht, vielleicht gefällt dir "Shiver" ja auch sehr gut. :)
    Ich glaube, wenn man Grace mag, dann ist die Geschichte gut und wenn nicht, dann leider nicht. Aber so gut wie oft behauptet fand ich sie nicht, man hat ja ziemlich viel überschwengliches gehört und da hab ich echt was besonderes erwartet und keinen Standard-Jugendroman. ^^

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Liebe Grüße,
Lucina

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