12. November 2011

Filmview - Real Steel - Stahlharte Gegner

Quelle: Wikipedia
Originaltitel: Real Steel
lose basierend auf der Kurzgeschichte: "Steel" von Richard Matheson
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Indien
Originalsprache: Englisch
Genre: Action, Boxen, Sci-Fi, Drama
Erscheinungsjahr: 2011
Länge: 127 min.
Altersfreigabe: FSK 12

Inhalt:

Der völlig abgebrannter Ex-Boxer und nun Roboter-Boxer Charlie erfährt von dem Tod seiner Ex-Freundin mit der er einen Sohn (Max) hat. Er fährt zum Gericht um das Sorgerecht an Max' Tante Debra und deren reichen Mann Marvin abzugeben. Den Reichtum von Marvin und seine Schulden vor Augen trifft er einen Deal mit ihm. 100.000$ für das Sorgerecht von Max mit der Bedingung den Sommer mit ihm zu verbringen, damit Marvin den Sommer alleine mit seiner Frau in Italien verbringen kann. Da Charlie keine Lust hat auf seinen Sohn aufzupassen hat er die Absicht ihn bei Bailey (seiner Ex?)Freundin zu parken. Aber dann kommt doch alles anders als gedacht, dann Max ist nicht gewillt mitzuspielen, besonders dann nicht als er erfährt das Charlie ihn an seine Tante und deren Ehemann verkauft hat.

Kritik:

Bei "Real Steel" handelt es sich im Prinzip um einen Boxfilm der ein bisschen in der Zukunft (2020) spielt, nur mit Kampf-Robotern statt mit Menschen, was die Kämpfe brutaler, actionreicher und für mich auch emotionaler macht. Ich leide mit Robotern einfach mehr mit als mit Menschen (da fliegen auch keine Arme, Beine und Köpfe durch die Gegend), weshalb ich den Kinobesuch gleich nach dem ersten Kampf bereut habe und auch nach dem zweiten Kampf wurde es nicht besser. (Am Ende fand ich den Film dann aber doch sehr unterhaltsam) Ich kann es einfach nicht mitansehen, wenn ein Roboter zerstört wird, dass macht mich immer ganz fertig. (Weshalb ich auch bei "Transformers" so mitgefiebert habe). Wenn ich jetzt genauer ausführen würde, weshalb ich den den Tod eines Menschen in Filmen meist weniger emotional empfinde als den "Tod" eines gleichwertigen Roboters (d.h. Roboter ist Hauptcharakter und der Mensch auch, oder beide sind unwichtige Nebencharaktere/Roboter) würde diese Kritik viel zu lang werden. xD

Um noch einmal auf den ersten Kampf zurückzukommen. Der war ja total daneben. Rind gegen Roboter? Als erstes habe ich gedacht: Das arme Rind. Hallo!? Es ist zwar nur ein Film, aber ein Kampf auf Leben und Tod zwischen Maschine und Rind ist doch moralisch total daneben, besonders wenn die Maschine eigentlich den Vorteil auf seiner Seite hat und man davon ausgehen kann, dass das Tier getötet wird. (Mir tut im Übrigen auch kein Matatdor leid tut, der bei einem Stierkampf stirbt. Er will den Stier töten, dieser wehrt sich und tötet ihn, er kannte das Risiko also selber Schuld.)

Bis Atom, ein alter G2 Sparrings Roboter, auftaucht fand ich "Real Steel" nicht besonders toll. Die Geschichte war etwas langweilig und auch die Kämpfe waren nicht mein Fall (s.o.). Danach wurde die Geschichte aber spannender, besonders Dakota Goyo als Max war super und hat den Film aufgewertet. Auch wenn ich Hugh Jackman sehr mag  ist er für mich dann doch etwas untergegangen, was allerdings an seiner Rolle lag. Aber mein Gott, sein Körper entschädigt für alles und ein boxender Hugh sowieso! Wieso hat er nur einmal sein T-Shirt ausgezogen? :'-( Nun gut, um dann wieder zu Atom zurückzukehren. Ich mochte ihn wirklich, obwohl er nur ein Roboter ist (und diese hier auch keinen eigenen Charakter haben, wie z.B. bei Transformers) und habe bei seinen Kämpfen unglaublich mitgelitten und mitgefiebert. Besonders der letzte Kampf war einfach nur "Wow!", ich konnte gar nicht richtig hinsehen, weil ich jeder Zeit damit gerechnet habe, dass Atom nun entgültig auseinander genommen wird.

Auf eine tiefgründige Story muss man bei "Real Steel" verzichten, es werden zwar viele Aspekte angesprochen, aber nichts tiefer beleuchtet. Besonders aus Charlie's Vergangenheit erfährt man wenig, wieso hat er z.B. das Boxen aufgegeben oder wieso will er nicht mehr boxen? Ebenso erfährt man nicht wie/warum Max'  Mutter gestorben ist und wie ihre Beziehung zu Charlie wirklich war. Das fand ich sehr schade, man hätte in diese Richtung wirklich mehr herausholen können, aber vielleicht will man sich das für die schon geplante Fortsetzung aufsparen. Das die Zwischenmenschlichen Beziehungen und Entwicklungen nicht sehr wichtig für die Story waren merkt man auch ziemlich deutlich daran, dass in diese Richtung nichts zum Abschluss gebracht wurde. Am Ende wurde eigentlich keine offene Frage wirklich beantwortet.



Fazit:

Spannender Roboter-Boxfilm, der besonders mit nervenaufreibenden Kämpfen punkten kann, aber nicht mit einer tiefgründigen Story oder Charakteren. Leider ist der Film auch nur beim ersten Mal spannend, wenn man weiß wie die Kämpfe enden, verliert der Film jeglichen Überraschungsmoment und wird total langweilig.

Bewertung: 3 von 5 Filmrollen

Was ich merkwürdig fand (nicht beim Film):

Mein Freund und ich saßen 40 min. vor Beginn des Films vor dem Saal, wussten aber nicht welcher Film gerade läuft. Dann kam später ein Pärchen und ging in den Saal, obwohl der vorherige Film noch lief (wer macht den sowas? Das stört doch die anderen Kinobesucher, wenn man einfach reinkommt und sich hinsetzt). Der Abspann lief noch nicht, dass konnte man hören. Als dann ein Mitarbeiter kam und die Tür geöffnet habe ich kurz reingeguckt, um zu schauen, welcher Film gerade lief, konnte anhand des Abspanns nicht erkennen um welchen Film es sich handelt. Es kamen dann auch nur zwei Personen raus. Muss ein echt schlecht besuchter Film gewesen sein, wenn ihn nur zwei Leute gesehen habe, haben wir uns jedenfalls gedacht. Als wir aber reingegangen sind, saßen schon relativ viele Personen im Kinosaal (ca. 8), was uns gewundert hat. Wir saßen die ganze Zeit vor dem Saal und es gibt nur einen Eingang, also müssen sie schon vorher dringewesen sein. Aber okay, man kann ja theoretisch auch für zwei hintereinander laufende Filme eine Karte haben, ist zwar eigentlich sehr unwahrscheinlich, aber wir haben uns dann keinen Kopf mehr drum gemacht. Als dann aber der "Real Steel" Abspann lief wurde uns klar, dass auch vorher schon "Real Steel" gelaufen ist (es handelte sich um den gleichen Abspann). Also wer sieht sich einen Film zweimal an? Das ist doch nicht normal. Entweder hatten sie zweimal Karten, was ich bezweifle, oder sie haben mindestens die letzten 40 min. des Films doppelt gesehen, was gleich bedeutend damit ist sich jegliche Spannung zu nehmen. Und das Pärchen was vor dem Ende des Films in den Saal gegangen ist hat sich dann auch gleich das Ende gespoilert (das einzig spannende des Films und zwar des Ende des letzten Kampfes). Mein Freund und ich waren zumindest zeimlich verwundert und konnten uns auch keinen Reim darauf bilden, wieso so viele schon im Saal saßen.

Kommentare:

  1. Klingt nach einem Film für einen netten DVD Abend, aber nicht fürs Kino. So werde ich es dann wohl auch machen ... neugierig bin ich ja, aber nicht so, dass ich einen Haufen Geld dafür ausgeben müsste. Das mit den anderen Kinobesuchern ist allerdings verwunderlich. Da wäre es mir wahrscheinlich ähnlich ergangen. Schon merkwürdig! Da geht ja der komplette Reiz auf das Ende/den restlichen Film wirklich verloren.

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  2. Also für einen netten DVD-Abend ist der Film gut geeignet, denn er unterhält wirklich gut. Ich hätte den Film auch nicht im Kino angesehen, wenn nicht Hugh Jackman mitgespielt hätte und mein Freund ihn unbedingt hätte sehen wollen :D

    Meist lohnt sich die DVD auch ohnehin mehr, man zahlt oft nur ein bisschen mehr kann den Film aber unendlich oft sehen. Kino lohnt sich nur bei Filmen, die mit richtig geilen Bildern auftrumpfen und die dann meist auf einer großen Leinwand besser rüberkommen als auf einem normalen Fernseher :) Deshalb würde ich auch nie eine normale Komödie etc. im Kino sehen und 3D lohnt sich noch weniger! Für über 10€ bekommt man schon fast jeden Film auf DVD und so toll schaut 3D nun auch nicht aus...

    Äußerst merkwürdig war das mit den anderen Besuchern schon. Leider werde ich niemals erfahren, wieso sie schon im Kino saßen. ^^ Ich hätte es allerdings nicht gemacht, ich will den Film von vorne bis hinten ohne Spoiler genießen können.

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  3. Vielen Dank für deine Bewertung! Ich stimme dir bei vielen Punkten zu. Aber ich finde, es hat sich gelohnt, den im Kino zu sehen. Bei diesem Film war oft laute Musik und ein richtig geiler Vibrations-/Basston dabei, dann haben die Sitze nur noch vibriert (bei unserem Kino jedenfalls ;D).

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  4. Danke für das Kompliment!

    Was die Musik angeht kann ich dir nur Recht geben, obwohl ich ansonsten von deratiger Rap/HipHop nicht viel halte, aber bei "Real Steel" hat es super gepasst und die Atmo unterstützt. :)

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Liebe Grüße,
Lucina

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