26. September 2011

Review - Zeit der Träume - Nora Roberts

  • Originalausgabe: Key of Light
  • Reihe: Zeit #1
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag 
  • Erschienen am: 1. September 2004
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3442358588
  • Leseprobe: bei Amazon zu finden oder beim Verlag

Klappentext:

Der jungen Galeristin Malory Price unterbreitet man bei einer mysteriösen Einladung zum Dinner ein ungewöhnliches Angebot: Wenn es ihr gelingt, das Rätsel um drei keltische Prinzessinnen mithilfe eines Gedichts und eines alten Bildes zu lösen, soll sie eine Million Dollar erhalten. Die einzige Bedingung: auch ihre Freundinnen Dana und Zoe müssen ein Rätsel lösen. Natürlich glaubt Malory kein bisschen an keltische Prinzessinnen, aber so viel Geld kann sie nicht einfach ausschlagen. Zusammen mit dem Journalisten Flynn macht sie sich an ihre Aufgabe – und steckt bald bis über beide Ohren in Problemen. Denn plötzlich muss Malory sich entscheiden: zwischen der Erfüllung all ihrer Träume – und Flynn, ihrer großen Liebe...



Kritik:

Es ist länger her, dass ich einen Roman von Nora Roberts gelesen habe, die Ring-Trilogie und "Insel des Sturms" haben mir vor ungefähr 4 Jahren allerdings sehr gut gefallen. Ob dies heute immer noch der Fall bezweifle ich etwas, nachdem mir "Zeit der Träume" dann doch nicht so gut gefallen hat und ich am Ende etwas enttäuscht war.

"Zeit der Träume" ist ganz nett, aber mehr auch nicht, weshalb ich mich auch schwer tue den Roman zu rezensieren, es gibt keine extremen Schwächen (es gab natürlich viele Schwächen, aber nichts richtig gravierendes), aber auch nichts, was ich wirklich gut fand. "Zeit der Träume" ist für mich durch und durch durchschnittlich, eben eine leichte Unterhaltung für Zwischendurch, aber sicherlich nichts weltbewegendes.

Die Geschichte ist nicht spannend oder fesselnd, aber auch nicht richtig, richtig langweilig. Ich wollte jetzt nicht unbedingt wissen wie "Zeit der Träume" weitergeht, so interessant war die Handlung nun nicht, aber die Geschichte war auch nicht so schlecht, dass ich sie abbrechen wollte. Okay, außer am Ende, da wurde die Handlung zäh und anstrengend zu lesen, sodass ich zum Schluss dann doch erleichtert war "Zeit der Träume" endlich beendet zu haben. Kein gutes Zeichen, oder? Bei einem guten Buch ist man doch eigentlich traurig wenn es zu Ende ist, was mich wieder in der Annahme bestätigt, dass dieser Roman für mich eindeutig nicht zur Gattung der "guten Romane" gehört.

Mein Problem war außerdem, dass mich die Liebesgeschichte nicht berühren konnte, sie wirkte auf mich irgendwie nur lieblos dahingeklatscht. Das erste Treffen, die sofortige sexuelle Anziehung, dann die Liebeserklärung, etc. alles ging mir zu schnell und war altbekannt. Es passierte überhaupt nichts überraschendes, es gab keine Höhepunkte, keine wirkliche Dramatik, es war also keine Liebesgeschichte, die meinem Geschmack entspricht, also so ganz ohne Herzblut und Prickeln.

Und wo wir gerade bei den Schwächen wären: Die Charaktere waren mir auch allesamt zu perfekt, besonders die drei weiblichen Protagonistinnen. Dies bemängle ich in letzter Zeit sehr häufig (bin ich einfach zu kritisch, aber lese ich die falschen Romane?), aber ich brauche endlich wieder eine Heldinnen mit der ich mich identifizieren kann und mit diesen perfekten, tollen Göttinnen kann ich das einfach nicht. Das ist doch nervig, alle sehen gut aus, machen nie Fehler und haben ja auch so ein gutes Herz. Also das finde ich beim besten Willen weder attraktiv noch realistisch. Wenn ich wenigstens ein bisschen Humor hätte entdecken können, der diese ganze Perfektheit relativiert hätte, aber so blieben mir die Charaktere fremd und ich wurde mit ihnen nie richtig warm.

Nun zu den Hauptpersonen von "Zeit der Träume", Flynn und Malory. Beide sind zu tiefgründig um als flach bezeichnet zu werden, aber auch nicht originell genug um besonders zu sein. Ich weiß nicht was ich von ihnen halten soll, ich kann gar nicht genau sagen was mich wirklich gestört hat, aber ich könnte keine Bindung zu den beiden aufbauen. Vielleicht waren sie mir in ihrer "Tiefgründigkeit" zu stereotyp, zu typisch, einmal abgesehen von der ganzen Perfektheit, die wenigstens die drei Kerle der Trilogie noch nicht vollständig erreicht hat. Obwohl, wenn ich so genau drüber nachdenke, konnte ich jetzt bei Flynn auch keine großen Schwächen entdecken.

Interessant fand ich allerdings die Idee mit den drei keltischen Prinzessinnen, deren Seelen gestohlen und in einer Truhe versiegelt wurden. Drei sterbliche Frauen müssen jeweils innerhalb von 28 Tagen einen Schlüssel finden und so die Seelen der drei Halbgöttinnen befreien. Dies fand ich wirklich eine richtig gute Idee, man hätte die Suche zwar noch deutlich interessanter und fesselnder gestalten können, aber insgesamt hat Nora Roberts wenigstens das sehr schön gelöst.
In dem Zusammenhang muss ich auch unbedingt noch Rowena und Pitte erwähnen, die trotz ihrer eher kurzen Auftritte sehr schnell meine Lieblingscharaktere der Geschichte geworden sind, über die beiden hätte ich gerne mehr erfahren, aber vielleicht kommt dies ja noch in den nächsten Bänden.

Sprachlich ist mir die Übersetzung nicht negativ aufgefallen, ich habe allerdings auch nicht darauf geachtet, ich war eher damit beschäftigt die Geschichte möglichst schnell zu Ende zu lesen.
Was mir allerdings missfiel war, dass ich oft nicht erkennen konnte, wer nun was sagt, manchmal ist mir erst am Ende eines Dialoges aufgefallen, dass ich mich geirrt hatte. Besonders schwierig wurde es wenn mehrere Personen miteinander geredet haben. Häufig konnte ich nur raten wer nun welchen Satz sagt und bei derartigen Unterhaltungsromanen habe ich nun wirklich keine Lust mir nach jedem Satz zu überlegen, wer ihn denn nun gesagt haben könnte.
Zudem fiel mir auf, dass dauernd die Erzählsperspektive gewechselt hat, so kam es mir jedenfalls vor. Es kann allerdings auch sein, dass ich einfach nur nicht intelligent genug war dieses Stilmittel oder was auch immer zu verstehen. Es kam jedenfalls sehr häufig vor, dass z.B. ein Abschnitt aus der Sicht von Malory erzählt wird, aber zwischendurch Gefühle/Gedanken von anderen Personen genannt wurden, die Malory keinesfalls kennen kann und ich hatte nicht das Gefühl, dass der Erzähler allwissend ist, sondern eher personell. Es war zumindest ziemlich irritierend und es hat mich dann am Ende auch genervt. Ich finde es sehr schön, wenn man eine Geschichte auch verschiedenen Perspektiven erzählt bekommt, aber ich kann es gar nicht leiden, wenn diese Perspektive sich dauernd ändert, nur weil der Autor es nicht andersweitig schafft die Gefühle der anderen Personen andersweitig zu vermitteln. Es ist viel schöner, wenn ich mir als Leser überlegen kann, was eine Geste oder ein Satz bedeutet, ohne das mir alles vorgesagt wird.

Fazit:


Seichter Start in eine Trilogie über drei Frauen, die die große Liebe finden. Nett, kann man lesen, muss man aber nicht. Und auch wenn ich viel kritisiert habe, so waren die Schwächen am Ende doch alle einzeln gar nicht gravierend, aber zusammen waren sie dann doch entscheidend dafür, dass mir "Zeit der Träume" am Ende nicht so gefallen hat wie erwartet.


Bewertung: 5 von 10 Bücherwürmer

UK-Cover
Anmerkung:

Ich besitze die Weltbild-Sonderedition, die ich persönlich irgendwie schöner finde die Blanvalet-Ausgabe, deren Buchinformationen und Cover ich oben genommen habe.

Reihe:
  1. Key of Light (Zeit der Träume)
  2. Key of Knowlegde (Zeit der Hoffnung)
  3. Key of Valor (Zeit des Glücks)


Kommentare:

  1. Danke für das Kompliment, das höre ich natürlich gerne :)

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  2. Hallo Hallo! :) Sorry, ich antworte mal wieder sehr spät v.v° Irgendwie bin ich im Moment zu unmotiviert zum richtigen Bloggen :(
    Naja, ähm... Rußmännchen sind toll, oder? XD Ich hab sogar schon mal Cosplayer gesehen, die die gemacht haben ^^ Oh, uuund... die gibts schon als Kuscheltier. ;) Zumindest in klein - wenn man so will, hab ich ein Rußmännchen in Originalgröße *g*

    Liebe Grüße! :)

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Liebe Grüße,
Lucina

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