2. September 2011

Review - Sternenwandler - Tracy Buchanan

  • Originaltitel: unbekannt
  • Reihe: Sternenwandler #1
  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch
  • Erschienen im: März 2011
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3492259453
  • Leseprobe: hier

Klappentext:

Verliebt war die sechzehnjährige Tori schon hunderte Male. Doch noch nie hat sich ihr Angebeteter vor ihren Augen in schimmernde Luft aufgelöst. Cam Chase, mit seinen tiefgrünen Augen, verbirgt ein Geheimnis vor ihr. Doch was steckt hinter seinen wandlerischen Fähigkeiten? Und wie kann Tori ihm nahe kommen? Betört von seinem Mut und seinem Charme folgt sie Cam auf eine riskante Mission, die sie nicht nur in Lebensgefahr bringt, sondern auch ihr Herz in Liebe entflammen lässt ...

Kommentar: WTF! Hunderte Mal verliebt mit Sechzehn!? Mal davon abgesehen, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass Tori schon derart oft verliebt war, klingt das doch sehr übertrieben. Außerdem würde das doch ihre Liebe zu Cam deutlich schmählern, da sie scheinbar in jeden x-beliebigen Kerl verliebt war. Gibt es in dem Middelton überhaupt so viele Kerle? :O


Kritik:

Da ich "Sternenwandler" innerhalb einer Nacht durchgelesen habe sollte man meinen, dass mir die Geschichte sehr gut gefallen hat, aber dem war leider ist nicht so! Die Handlung fesselt und ist sehr spannend, ansonsten habe ich nicht mehr viel positives gefunden. Die erste Hälfte gefiel mit sehr gut und ich war mir sicher gerade an einem meiner zukünftigen Favoriten zu lesen und dann fiel die Geschichte im meinen Augen total ab und ich konnte zwischendurch nur noch genervt den Kopf schütteln! Der Einzige weitere positive Punkt wäre, dass mir die Tatsache gefallen hat, dass Tracy Buchanan versucht hat die Geschehnisse wissenschaftlich zu erklären und da ich ein großer Wissenschafts-Fan bin hat es mir sehr viel Spaß gemacht den Ausführungen der Geschichte in diese Richtung zu folgen. Manchen wird dies vielleicht nicht so gefallen, aber mir ist es lieber eine Autorin versucht Gestaltwandler per Wissenschaft zu erklären als mit Gott. ;) Tja und das waren auch schon die positiven Punkte, das die Geschichte trotz aller Schwächen gefesselt hat und spannend war wiegt zwar viel, aber es kann die negativen Punkte nicht vollständig ausmerzen.

Der Handlungsverlauf ist sehr typisch für Jugendbücher dieses Genres. Das heißt: Sie sehen sich und fühlen sich sogleich zueinander hingezogen. Danach treffen sie sich mehr oder weniger zufällig und verlieben sich dann auch relativ schnell ineinander, um danach quasi aneinander zu kleben. Es geht natürlich nicht ohne das Ewige hin und her, aber da sie selbstverständlich nicht ohne einander, können, wirkt das ganze bald recht lächerlich. Leute, selbst wenn es Gründe GEGEN eine Beziehung gibt, wenn ihr es nach dem zigsten Mal nicht schafft getrennt zu sein bringt es nichts es weiterzuversuchen.

Mein größtes Problem waren allerdings die Charaktere, ich wurde einfach nicht mit Tori und mit Cam warm. Sie blieben bis zum Ende eher flach, was ich wirklich schade fand, da die Geschichte so viel Potential bietet. Die beiden sind nicht wirklich unsympathisch, aber irgendwie hatten beide Charaktereigenschaften, die mir so gar nicht zusagten. Eine weitere weibliche Person fand ich dagegen unglaublich nervig (ich glaube, wenn man die Geschichte liest weiß man wen ich meine), obwohl sie am Ende eher mein Mitleid verdient hätte, aber so sehr mochte ich sie dann doch nicht. ;) 

Am Anfang fand ich Tori zwar etwas blass, aber ich sah in ihr sehr viel Potential ihren Charakter zu vertiefen, besonders durch ihre komplizierte Familiensituation. Aber irgendwie schaffte es Tracy Buchanan über den ganzen Roman hinweg nicht sie wirklich tiefgründig darzustellen, immer wieder gab es für mich absolut unnötige Szenen, bei denen ich nur mit dem Kopfschütteln konnte.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass sie handlungsmäßig eher ein Mitläufer ist und das wenig Initiative von ihr ausgeht. Ich konnte teilweise verstehen, dass sie in vielen Situationen unsicher ist, aber ich mag Protagonistinnen mehr, die stärker sind und auch selber die Handlung voranbringen, dass fehlte mir bei Tori etwas, aber ich war schon froh darüber, dass sie nicht von einer dummen Situation in die nächste stolperte und nachher erwartete, dass ihr Held sie aus ihrer misslichen Lage befreit.

Tori war mir viel zu besessen von Cam und hat ihn auch viel kritiklos angenommen als das was er ist. Hallo!? Er verwandelt sich, hat manchmal fast unkontrollierbare Wutausbrüche und redet die ganze Zeit davon XY umzubringen und sie hat nichts besseres zu tun als ihm und sich selber zu sagen, dass er kein Freak ist, sie ihm vertraut und er ihr nie etwas tun würde? Das kenne ich doch irgendwo her! Aber ihre Obsession von Cam hat mich am meisten gestört, ich hatte das Gefühl, dass sie sich über ihn definiert und deshalb gar nicht ohne ihn leben kann. Sätze wie: "Geh nicht, ich kann nicht ohne dich Leben" oder "Was soll ich denn ohne dich tun?" (hab ich mir ausgedacht, sind aber so ähnlich gefallen) sind mir einfach sauer aufgestoßen. Sie hat sich einfach zu sehr an ihn geklammert und daher wirkte es auf mich so, dass sie eigentlich nur Cam braucht und ihre Mutter und ihre Freundinnen unwichtig sind, sobald sie mit ihm zusammen ist. Sie kennt Cam zwar erst seit kurzem, im Gegensatz zu ihren Freundinnen, aber trotzdem scheint er schnell der Mittelpunkt ihres Seins zu sein. Na super, so stelle ich mir eine romantische Geschichte vor. Sie ist teilweise romantisch, berührend und auch leicht erotisch, aber Besessenheit ist für mich einfach nicht der Inbegriff wahrer Liebe.
Außerdem hat es mich genervt, dass sie Cam immer so schnell vergeben hat. Auf der einen Seite war sie verständlicherweise sauer auf ihn, in der nächsten wollte sie sich aber an ihn kuscheln und ihn berühren, weil sie ihn braucht. Okay, es passt zu ihr, weil er ihre einzige Bezugsperson ist, aber wenn er Fehler macht, dann soll sie ihm das auch sagen und nicht kurz danach wieder angekrochen kommen, ohne das man das Thema ausdiskutiert hat.

Tja, und dann wären wir bei Cam. Zu Beginn gefiel er mir sehr gut, er wirkte irgendwie sehr gefühlvoll und emotional und war mir sehr schnell sympathisch. Aber mit der Zeit änderte sich das etwas, denn mich nervte unglaublich, dass ich das Gefühl hatte, dass er die Fehler dauernd bei anderen sucht und nicht bei sich. Er macht einen Fehler und entweder redet er sich selbst aus der Verantwortung oder er projiziert die Schuld auf andere und droht damit xy umzubringen. Klar, diese Personen sind prinzipiell die "Bösen", aber das heißt noch lange nicht, dass sich Cam aus der Verantwortung stehlen kann. Ich meine damit z.B. explizit diesen ganz tollen "Plan". Wenn er zustimmt, auch wenn es die Idee von anderen ist, dann ist er mit Schuld. Basta! Dann reicht es nicht, die Geschehnisse hinterher zu bedauern oder mit dem Finger auf andere zeigen. Diese "anderen" sind auch mit Schuld oder tragen mehr Schuld, aber für mich ist das nicht gleichbedeutend damit, dass die eigene Mitschuld unwichtig wird.
Ich habe das ganze jetzt vielleicht etwas überspitzt formuliert, es war wahrscheinlich gar nicht so extrem wie ich es ausgedrückt habe, aber in einigen Szenen ist es mir einfach insgesamt negativ aufgefallen. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu hart mit ihm ins Gericht gegangen, weil er mir am Anfang so sympathisch war und ich dann irgendwie enttäuscht wurde. Ich denke, jeder sollte sich selber eine Meinung bilden, die meisten fanden Cam und auch Tori ja sympathisch.

Und dann wäre da auch noch eine andere Sache. Ich will nicht spoilern, deswegen werde ich es nicht genauer erwähnen, aber an einer Stelle am Ende hätte er Klartext mit zwei Personen reden sollen. Aber er schweigt an einer für mich entscheidenden Stelle und das fand ich irgendwie total unromantisch, aber hat ja Glück, dass er mit Tori zusammen ist, die sieht das ja nicht so eng. Super, da haben sich zwei gefunden, die perfekt zusammen passen.
Manchmal hätte ich ihm gerne in den Arsch getreten, er hatte so viel Potential und sie Szene mit dem Anhänger war wirklich romantisch und er ist im Prinzip auch ein netter Kerl. Im Gegensatz zu Tori ist er mir immer noch sympathisch und ich mag ihn auch sehr, mein größtes Problem bei "Sternenwandler" war am Ende die Protagonistin.

Auch wenn ich es nur ungern sage, aber die Geschichte ähnelt anderen Romanen ihres Genres, einem speziellen ganz Besonders, allerdings ohne das ich das Gefühl hatte die Autorin hätte sich woanders inspirieren lassen! Vielleicht hat sie es, aber ich will ihr nichts vorwerfen, dass ich nicht beweisen kann. Es gibt ein paar Punkte, die mir eindeutig bekannt vorkamen:

  • schimmernder (= glitzernder) Kerl
  • er ist nach der Verwandlung nackt (und läuft deshalb auch mal oben ohne läuft)
  • etwas nervige Protagonistin, die viel zu schnell eine Obsession für den männlichen Hauptcharakter entwickelt und fast alles kritiklos hinterfragt
  • Protagonistin kann ohne den Protagonisten nicht leben, da sich sich scheinbar über ihn definiert und klammert deshalb extrem
  • Die Protagonistin denkt kaum mehr an ihre Mutter und Freunde, sobald sie bei ihrem Typen ist
  • Er kann sie nicht küssen ohne die Kontrolle zu verlieren
  • Allgemein verliert er ab und zu die Kontrolle über sich selbst und könnte der Protagonistin daher gefährlich wären
  • Dadurch dürfen sie nicht zusammensein sein weil er ein Freak ist (aber auch weil sie eine Gefahr für ihn ist)

Klar, manche Punkte wirken arg konstruiert, aber insgesamt gibt es doch einige Parallen zu anderen Jugendbüchern. "Sternenwandler" ist vielleicht keine Kopie, aber es fügt sich nur sehr gut in die typischen YA-Romane ein.

Fazit: 

Bis auf den wissenschaftlichen Aspekt ist "Sternenwandler" für mich nichts anderes als ein eher unorigineller Jugendroman mit Fantasyaspekten, der sicherlich auch vielen gefallen wird. Die Geschichte ist nicht schlecht, auf keinen Fall, aber ich kann nicht über die für mich bestehenden charakterlichen Schwächen hinweg sehen, auch wenn ich von der Geschichte gefesselt war.

Bewertung: 5 von 10 Bücherwürmer


Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen, denn vier Sterne erscheinen mir zu viel und  drei Sterne im Vergleich zu anderen 3-Sterne Büchern zu wenig, denn diese konnten mich meistens noch nicht einmal fesseln. (Ich am mich jetzt einfach für 3 Sterne entschieden, vier wären einfach zu viel)

Anmerkung:

Eine Fortsetzung soll es wohl irgendwann einmal geben, nur wann ist nicht bekannt. Es gibt allerdings schon einen Teaser im Blog von Tracy Buchanan, aber ich glaube, dass sie zu erst an zwei anderen Romanen schreiben wollte. Vielleicht hat sich dies durch den Erfolg von Sternenwandler auch inzwischen geändert. ;) Ob ich die Fortsetzung lesen werde weiß ich noch nicht, aber zur Zeit stehen die Chancen eher schlecht und sie werden mit der Zeit nicht mehr größer werden.


meine Quellen: Cover; Klappentext; Buchinformationen;

Kommentare:

  1. 100 Mal verliebt mit 16! Haha, das ist schon fast wieder witzig. Ich unterschreibe deine Rezi voll und ganz! Bin genau der selben Meinung zu den Charakteren. Außerdem hat mich noch diese Wissenschaftlichkeit gestört. Glaub ich hab damals 3 Sterne gegeben. War okay, mehr nicht ;-)
    LG,
    Damaris

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  2. Hach... irgendwie bin ich trotzdem neugierig auf das Buch. Das Cover find ich sooo hübsch...

    Aber das mit den 100 Mal verliebtsein, find ich ja auch übertrieben und ich hab das Buch net mal gelesen! Vorallem mit 16... *hust*... Hat die Prota denn überhaupt kein Selbstwertgefühl?? Wie kann man - man verzeihe bitte meine Ausdrucksweise - eine Prota bereits im Klapptext derart nuttig beschreiben??

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  3. Mir ist das mit den 100 Mal verliebt beim ersten Mal Lesen erst gar nicht aufgefallen, da dachte ich nur "Oh, sie war scheinbar schon häufiger verliebt". Erst später beim zweiten Mal durchlesen ist mir in den Sinn gekommen, dass die Zahl absurd hoch ist. oO

    @Damaris:

    Warst du etwa nicht schon 100 Mal verliebt mit 16? ;)

    Ich hab am Ende auch 3 Sterne vergeben, obwohl ich Anfangs eher in Richtung 4 Sterne geschwankt bin, aber das war mir dann doch zu viel.

    Okay war die Geschichte auf jedenfall, aber es gibt eindeutig besseres auf dem Markt :D

    @Animasoul:

    Das Cover ist wirklich schön, deswegen habe ich es mir auch teilweise gekauft, es hat nur leider gar nichts mit der Geschichte zu tun xD

    Naja, sie ist etwas unsicher und wenn ich ehrlich bin wirkt es manchmal (aber nicht immer) so, dass sie wenig Selbstwertgefühl hat, obwohl sie das gar nicht nötig hat. Sie wird zumindest von Cam als wunderschön beschrieben, aber das kennt man ja auch von Bis(s), da wurde Bella als durchschnittlich schön beschrieben und dennoch sind alle auf sie abgefahren ;)

    In diesem Fall hat sich einfach der Klappentexter in die Nesseln gesetzt und scheiße zusammengedichtet. Ich bin mir sicher, dass sie 1. nicht viele feste Freunde hatte (vielleicht sogar nur einen) 2. noch nicht so oft verliebt war und 3. gar nicht nuttig ist. Wer denkt sich bitte so einen Satz für einen Klappentext aus? Ich glaub derjenige hat eine etwas falsche Sichtweise auf die heutige Jugend :O

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  4. Mit 16? Warte muss kurz überlegen. Jap, logisch! Schon 1000 mal verliebt :-))))

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  5. Also, mal ohne Scheiß: Ich war mit 16 auch schon Hunderte Male verliebt. Verliebt man sich nicht gerade als Teenie ständig!? Ich schon! *g

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  6. Also ich war als Teenie nicht ständig verliebt, ich war höchstens mal verknallt, was für mich schon ein Unterschied ist. Verliebt ist für mich die Vorstufe zur Liebe, dass ist für mich was Tieferes, nicht einfach nur eine Schwärmerei für irgendeinen Typen. :)

    Denn wenn Tori schon 100 Mal wirklich verliebt war, dann ist Cam auch kein besonderer Typ, in den ist sie auch nur verliebt. Also ist das mit ihm auch nichts großartiges, er ist auch nur einer von Hunderten. ^^

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  7. Hey =)
    Na, das ist nal eine Rezension! Jetzt überleg ich mir das aber noch, das Buch in mein Regal einziehen zu lassen.. Meine Freundin hat geschwärmt (aber,wenn ich ehrlich bin.. Na ja - sie ist total mainstrem was sowas alles angeht Und kann auch lange nicht so gute Rezis schreiben ;D), doch wenn dann leihe ich es mir irgendwann irgendwo mal aus. Villeicht.
    Danke dafür! =)

    Und eine Frage hab ich auch noch:
    Wie machst du das, dass die Wörter immer bis ganz an den Rand gehen (also wie in Büchern)? Wäre nett, wenn du es mir erklären könntest =]

    GlH (:

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  8. Da die Geschichte wirklich sehr fesselnd ist solltest du sie vielleicht doch irgendwann einmal ausprobieren, es gibt ja auch sehr viele denen sie ganz gut gefallen hat. Mit Ausleihen kannst du auf keinen Fall etwas falsch machen, der Roman lässt sich auch sehr schnell durchlesen, da vergeudest du dann auch nicht Unmengen an Zeit falls er dir nicht gefällt. ^^

    *rot werd* Danke für das Kompliment.

    Ich hab einen Kommentar bei dir hinterlassen. Es ist wirklich ganz einfach das einzustellen. :)

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Ich freue mich über jeden Kommentar, hinterlasst mir doch einfach eine kurze Nachricht, ich beiße nicht... zumindest meistens. :)

Liebe Grüße,
Lucina

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