7. September 2011

Review - A Lady's Lesson in Scandal - Meredith Duran

    • Deutscher Titel: -
    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Pocket Star
    • Erschienen am: 28. Juni 2011
    • Sprache: Englisch
    • ISBN-13: 978-1451606935
    • Leseprobe: hier

      Klappentext:

      IN GRITTY, WORKING-CLASS LONDON, SHE DOES WHAT SHE MUST TO SURVIVE . . . 

      When Nell Whitby breaks into an earl’s house on a midnight quest for revenge, she finds her pistol pointed at the wrong man—one handsome as sin and naked as the day he was born. Pity he’s a lunatic. He thinks her a missing heiress, but more to the point, he’ll help her escape the slums and right a grave injustice. Not a bad bargain. All she has to do is marry him.

      A NOTORIOUS LADIES’ MAN COULD TAKE HER FROM POVERTY TO OPULENCE... BUT AT WHAT PRICE?
       
      A rake of the first order, Simon St. Maur spent his restless youth burning every bridge he crossed. When he inherits an earldom without a single penny attached to it, he sees a chance to start over—provided he can find an heiress to fund his efforts. But his wicked reputation means courtship will be difficult—until fate sends him the most notorious missing heiress in history. All he needs now is to make her into a lady and keep himself from making the only mistake that could ruin everything: falling in love...

      Anmerkung: Den ersten Satz über Simon kann ich so nicht unterstreichen, es gibt eindeutig rakeishere Rakes als ihn. ;)


      Kritik:

      Ich muss sagen, dass ich etwas enttäuscht bin, "A Lady's Lesson in Scandal" war zwar recht fesselnd und insgesamt auch nicht wirklich schlecht, aber nach "Wicked Becomes You" hätte ich einfach mehr erwartet. Auch wenn ich relativ viel zu kritisieren habe ist die Geschichte gar nicht so übel und auch die Bewertung wird recht positiv ausfallen, nicht das am Ende jemand überrascht ist.

      Die Handlung erinnerte mich an den Film "Anastasia", wer die Geschichte kennt wird wissen was ich meine. Ein Mädchen wird aus ärmlichen Verhältnissen herausgeholt und von einem Mann, in den sie sich natürlich verliebt, vorbereitet, nur um an eine große Menge Geld zu kommen (in diesem Fall das Erbe). Nur das Simon nicht betrügen möchte, sondern sicher ist das er mit Nell die Richtige gefunden hat. Außerdem ist in diesem Fall nicht jeder glücklich über die Rückkehr der verschwundenen Erbin, bei Geld hört schließlich der Spaß auf. ;)

      An sich ist er Plot also nicht besonders außergewöhnlich, vom armen Mädchen zur Lady Aschenputtel-Geschichten gibt es schließlich zuhauf. Gut fand ich jedoch, dass nicht nur alles Friede-Freude-Eierkuchen war, richtige Probleme gab es allerdings auch nicht wirklich, z.B. bezüglich des tons oder dem Lebenswandel von Nell, sie lebt ja plötzlich in einer ganz anderen Welt. Es war im Prinzip nichts Halbes und nichts Ganzes, schade eigentlich die Story hätte Potential gehabt. Natürlich ist die Geschichte komplett unrealistisch für die damalige Zeit, und auch sprachlich ist "A Lady's Lesson in Scandal" eher modern, aber mein Gott, es ist ein Historical, da ist mir so etwas egal! :)
      Kritisieren muss ich auch, dass mir die Geschichte etwas zäh und langgezogen vorkam, ich habe immer darauf gewartet das etwas passiert, aber es passierte nichts. Okay, es passierte schon was, aber wenn dann war es mir nicht dramatisch genug oder ich fand es etwas lächerlich. Es ist zwar schön mitanzulesen wie Nell und Simon sich näher kennenlernen, aber das war mir insgesamt zu wenig, dass ich allein damit zufrieden gewesen wäre. Von einem modernen Historical erwarte ich einfach mehr, die Handlung ist mir einfach zu stereotyp für ein Historical, dass ganze gab es so sicherlich schon einmal und in den 90er Jahren wäre "A Lady's Lesson in Scandal" sicherlich ein guter Historical gewesen, aber die Zeiten ändern sich.

      Zudem war das Ende gar nicht nach meinem Geschmack! Ich kann mit diesen künstlich aufgerüschten Enden nichts anfangen. Diese ganzen Entführungen, Mordkomplotts, etc. gehen mir einfach nur auf die Nerven und passen nur ganz, ganz selten in einen Historical und in diesen hat das Ganze nicht hinein gepasst. Dramatik schön und gut, dann aber etwas glaubwürdiger und weniger lächerlich verpackt! Wäre das Ende weniger überhastet gewesen und hätte es sich langsamer aus der Geschichte herausentwickelt, hätte mir der Schlussteil sicherlich besser gefallen.
      Der eigentliche Schluss war dann irgendwie ganz gut, aber für meinen Geschmack zu umständlich. Es gab Missverständnisse, die irgendwie auch keine wirklichen waren.

      Mit den Charakteren hatte ich auch kleinere Probleme, obwohl sie das Beste an "A Lady's Lesson in Scandal" waren. Die Nebencharaktere waren für mich zu schwarz und weiß gezeichnet, obwohl ich das Gefühl hatte, dass Duran wenigstens versucht hat einigen Tiefe zu geben, am Ende aber daran gescheitert ist, dass sie nicht genug Seiten hatte, um das Ganze richtig zu Ende zu führen. 
      Nell und Simon sind sympathisch und besitzen auch eine anständige Charaktertiefe, sind aber auch nicht außergewöhnlich. Besonders Simon könnte ein x-beliebiger Historical-Held sein: gutaussehend, gefühlvoll, aber aufbrausend und mit einer schwerer Kindheit und einem gebrochenem Herz. Problematisch war nur seine Fixierung auf Macht und Geld, die manchmal durchschimmert und die so gar nicht zu ihm zu passen schien und dadurch etwas konstruiert wirkte.
      Nell ist anders als die meisten Historical-Protagonistinnen, denn sie ist in den Slums von London aufgewachsen und derartige Heldinen gibt es zwar in Historicals auch, aber sie sind meistens viel zu angepasst und einseitig dargestellt. Bei Nell war das etwas anders, sie war in meinem Augen zwar etwas zu perfekt, aber wenigstens die Slums wurden nicht allzu beschönigt dargestellt. Okay, es war damals wahrscheinlich härter als beschrieben, aber sicherlich nicht so kuschlig wie in anderen Historicals dargestellt. Was mich genervt hat war lediglich Nell's Sturheit am Anfang, auf der einen Seite konnte ich sie verstehen, aber auf der anderen Seite hat sie es in meinen Augen auch übertrieben. Sie hat die Chance auf eine riesige Verbesserung in ihrer Lebensituation hat dann aber nichts besseres zu tun als ein trotziges kleines Kind zu spielen. Ihr Art wurde dann aber sehr gut erklärt und hat sich Gott sei Dank auch schnell geändert.

      In "A Lady's Lesson in Scandal" wurde ich wieder einmal daran erinnert, dass man sich bei Historicals keine Gedanken über Hygiene und besonders Mundgeruch machen sollte. Die Männer haben zwar immer einen gaaaanz tollen Geschmack, nach Alkohol, Zigarren oder anderen Krams und die Frauen schmecken immer zuckersüß, aber glaubwürdig ist das ganze natürlich nicht. Ich kenne mich zwar nicht mit der Mundhygiene der damaligen Zeit aus, aber so gut wie heute wird sie wahrscheinlich nicht gewesen sein. ;)
      Weshalb ich das anspreche: Nell kommt aus den Slums, riecht nach Zwiebeln und stinkt auch ansonsten erbärmlich, aber Simon küsst sie trotzdem und er fand es gut. Als er sie bei Tageslicht sieht wundert er sich zwar, dass er so jemanden wie sie geküsst hat, ihr Gestank wird erwähnt, nicht jedoch ihr Mundgeruch. Ich will nicht kleinlich sein, aber ihr Mundgeruch kann sicherlich keiner nach Rosen oder Ähnlichem gewesen sein. Argh, Nein, darüber darf ich mir auf keinen Fall Gedanken machen, sonst geht die ganze Stimmung verloren. Ebenso wie ich bei allen anderen Historicals auch nicht über Geschlechtskrankheiten nachdenken darf, es ist eine Seltenheit wenn diese ansgesprochen werden und wenn man die Lebensgeschichte so mancher Helden sieht werden sie diese wohl nicht unbeschadet überstanden haben. xD

      Ach und zum Schluss dann doch noch etwas positives. Das Cover finde ich richtig gut!

      Fazit: 

      Ein ganz guter Historical, aber kein sonderlich außergewöhnlicher. Wenn einen der Plot interessiert sollte man einen Blick riskieren, ansonsten gibt es meiner Meinung nach bessere Historicals auf dem Markt.

      Bewertung: 7 von 10 Bücherwürmer


      meine Quellen: Cover; Buchinformationen; Klappentext;

      Kommentare:

      1. Oh, das klingt ja nicht soooo begeistert. Ich bin mal gespannt, wie ich das Buch finde, ich hab mir fest vorgenommen, es in diesem Monat noch zu lesen!

        Was die Hygiene angeht, geb ich dir völlig recht … solche Gedanken sollte man bei Historicals möglichst ausblenden! *g*

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      2. Nee, begeistert war ich wirklich nicht. Die Geschichte war gut zu lesen, aber von Meredith Duran hätte ich mehr erwartet.
        Ich bin auch schon sehr gespannt wie dir "A Lady's Lesson in Scandal" gefällt, vielleicht bin ich auch nur pingelig gewesen und du findest die Geschichte atemberaubend :D

        Man sollte es, aber manchmal habe ich dann doch solche Gedanken und schon ist die Romantik futsch *g*

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      3. Ich hab das Buch ja inzwischen auch gelesen (wie du weißt! *g*) und muss feststellen: Ich hätte über diese Hygiene-Sache/den Mundgeruch in dieser Situation nicht nachgedacht. Offenbar kann ich das ganz gut ausblenden!

        Ansonsten sieht meine Bewertung ähnlich aus wie deine bzw. wird minimal schlechter ausfallen. Ich werd mir deine Rezension nochmal durchlesen, wenn ich meiner eigenen den Feinschliff verpasst habe – vorher will ich das nicht machen, um nicht unbewusst irgendwas zu übernehmen.

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      4. Ich mach mir allerdings über so etwas ständig Gedanken. xD Ich bin aber auch so ein Hygiene-Fanatiker, besonders was Mundgeruch angeht, davon kann mein Freund ein Lied singen, deswegen denke ich besonders bei Historicals dauernd darüber nach. *hust*

        Da bin ich ja wirklich total gespannt, was du so alles zu kritisieren hast. :D Ja, man sollte wirklich keine anderen Rezensionen lesen, wenn man gerade an der eigenen arbeitet. Das habe ich einmal gemacht und musste mich echt zusammenreißen, die neuen Erkenntnisse nicht in meine Rezi miteinzubauen, sondern alles so zu lassen wie es war. ^^"

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      Liebe Grüße,
      Lucina

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