28. Juni 2011

Review - Finding Sky - Joss Stirling

  • Deutscher Titel: Finding Sky. Die Macht der Seelen (Mai 2012)
  • Reihe: Benedicts #1
  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Oxford Childrens Books 
  • Erschienen am: 2. Juni 2011
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-13: 978-0192792952
  • Leseprobe: Blick ins Buch

Klappentext:

You have half our gifts, I have the other ...

When English girl Sky catches a glimpse of bad boy Zed in her new American high school, she can't get him out of her head. [...] He is the boy she will love for ever. Shadows stalk her past but a new evil threatens her future. She must face the dark even if it means losing her heart. Will Sky have the strength to embrace her power and be brave enough to control her own destiny, or will the demons of her past prevent her from realizing her true potential?

Kritik:

Wow, was soll ich sagen? "Finding Sky" ist einfach der perfekte Roman für mich: romantisch, spannend, paranormal und mit sympathischen (Haupt-)charakteren. Wer diesen Roman also noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen, denn ich bin schwer begeistert von ihm und kann ihn nur weiterempfehlen!

Zur eigentlichen Geschichte möchte ich wenig sagen, ich würde einfach zu viel spoilern, denn ich war wahrscheinlich auch deshalb so gefesselt, weil ich überhaupt nicht wusste was mich genau erwartet. Den Klappentext habe ich mir auch nur halb durchgelesen. Ich will lediglich erwähnen, dass es sich bei "Finding Sky" im Prinzip zwar um eine Paranormal Romance handelt, die paranormalen Elemente aber nicht so "stark" ausgeprägt sind wie in anderen Paranormals. Es gibt also keine Vampire, ebenfalls keine Werwölfe und auch keine Engel und ich fand es unglaublich erfrischend. Inwieweit Paranormales eine Rolle spielt will ich nicht verraten, dass sollte jeder selber herausfinden, aber keine Sorge auf den Helden in schimmernder Rüstung muss keine Leserin verzichten. ^^

Am Anfang dachte ich noch, dass es mir schwer fallen würde mich in Sky hineinzufühlen und mit ihr mitzuleiden, da sie sehr unterkühlt und unemotional wirkte. Ich hatte wirklich die Sorge, dass sie eine wehleidige und dauernd jammernde Göre sein würde, aber diese Sorge hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Man kann Sky zwar auch nicht als eine vor positiver Energie strotzende Person bezeichnen, dies ist jedoch auch verständlich, denn sie hat schon in jungen Jahren viel durchgemacht. Mit Sechs wurde sie alleine an einer Tankstelle ausgesetzt gefunden, hat weder gesprochen und kannte auch ihren Namen nicht, erst als sie mit zehn Jahren von Sally und Simon adoptiert wurde, hat sie sich langsam immer mehr geöffnet. Sie hat zwar immer noch große Probleme engere Beziehungen mit anderen Personen einzugehen und diesen mit vollem Herzen zu vertrauen, aber diese Schwäche macht sie umso sympathischer.
Besonders interessant und aufschlussreich fand ich Skys Tagträume und ihre teilweise sehr absurden und amüsanten Gedankengänge, sie haben sie einfach liebenswürdig und irgendwie realistisch wirken lassen. Mal davon abgesehen, dass das der ganze Roman sprachlich erste Sahne ist, wurde Skys Gefühls- und Gedankenwelt von Joss Stirling extrem gut umgesetzt. An mehr als nur einer Stelle musste ich schmunzeln oder lachen, weil mal wieder die Fantasy mit Sky durchgegangen ist, denn sie "schreibt" quasi ihr eigenes internes Drehbuch oder sagen wir eher ein Comic-Skript (Skys Leidenschaft für Manga/Comics wird dabei immer wieder deutlich), in dem jede wichtige Person in ihrem Leben eine bestimmte Rolle zugeteilt bekommt. So wird aus Tina schnell Obi Tina, da sie ihr persönlicher Obi Wan Kenobi ist, also eine Person, die ihr helfend zur Seite steht, oder aus Nelson Elasto-Man. Mit ihrer sarkastischen und ironischen Art hat mich Sky immer wieder an Sophie aus "Hex Hall" erinnert, bei der ich diesen Charakterzug ebenfalls sehr erfrischend fand. Im Gegenzug habe ich Sky ihre Jammerein auch nicht übel genommen und auch ihre etwas verzehrte Selbstwahrnehmung könnte ich verstehen.

Zed hat mich zu Beginn etwas an Alex aus "Perfect Chemistry" erinnert, da er als ein Bad Boy mit hispanischem Aussehen beschrieben wurde, der in der Schule meist durch Ärger auffällt und am liebsten mit seinem Motorrad durch die Gegend düst. Natürlich ist er nebenbei auch noch richtig cool, attraktiv und bei den Frauen begehrt (wie auch seine sechs älteren Brüder). Als Sky ihn näher kennenlernt bzw. er erkennt das sie seine "Soulfinder", also seine Seelenverwandte, ist ändert sich sein Verhalten jedoch um 180° Grad. Auf den ersten Blick klingt das unrealistisch, aber Joss Stirling hat es gekonnt geschafft seine "character transplantation" wie es Sky so treffend formuliert hat, glaubwürdig darzustellen. Denn Zed ist in Wirklichkeit bzw. in Bezug auf Sky natürlich kein Bad Boy, sondern einfach nur süß, aufmerksam und überaus verständnisvoll und gar kein Draufgänger, wie ich zuerst vermutet hatte. Ganz im Gegenteil er wirkt sehr sanft und entschuldigt sich wirklich für jede Kleinigkeit und ist immer der Meinung der Fehler liege bei ihm. Okay, das klingt auf manche vielleicht etwas abschreckend, aber keine Sorge er ist nicht ganz so verweichlicht wie es sich anhört, aber eben auch kein obercooler Mega-Macho. Ich zumindest hätte gegen Zed als Freund nichts einzuwenden. ;-)

Alles in allem kann ich zu den Charakteren, und damit meine ich auch die Nebencharaktere, nur sagen, dass sie tiefgründig und sympathisch dargestellt wurden, ohne zu perfekt zu wirken, für einen neueren YA-Paranormal eine echte Ausnahme. Die Familie Benedict ist einfach grandios, vor so viel Familienzusammenhalt kann mein sein Herz nicht verschließen. Klar, sie werden zwar etwas zu sehr als die modernen Superhelden dargestellt, die sich für das Gemeinwohl aufopfern, aber ich fand es ganz passend.

Ganz ohne Kritik kommt "Finding Sky" leider nicht davon. Die ersten Zwei Drittel des Romans waren richtig spannend und wenig vorhersehbar, aber am Ende hat die Story stark nachgelassen. Mal davon abgesehen, dass der Schluss viel zu gehetzt wirkte (blieben der Autorin keine Seiten mehr?), war das Ende einfach nur ein Abklatsch einer schon verwendeten Problematik. Außerdem wirkte Sky unglaublich naiv und gar nicht wie die Sky, die ich vorher kannte, sondern wie das typische YA-Dummchen. Wie konnte die Autorin das Ende so verhunzen? In den letzten Szenen war kaum noch Spannung vorhanden, da die gesamte Geschichte im Prinzip schon vorher einmal durchgekaut wurde! Insgesamt ich die Geschichte zwar gut erzählt und hat mich begeistert, aber das Ende war nun wirklich keine Glanzleistung, aber ich hab diesbezüglich noch mal ein Auge zugedrückt.

Schade fand ich ebenfalls, dass es doch relativ wenig Küsse zwischen Zed und Sky gab. Von "mehr" will ich gar nicht anfangen, bei den beiden geht es wirklich sehr züchtig zu und von einer sexuellen Anziehung der beiden erfährt man leider sehr wenig. Ich hätte mir in diese Richtung einfach etwas mehr gewünscht, weshalb "Finding Sky" sicherlich auch für jüngere Leser zu empfehlen ist.

Ich freue mich schon sehr auf "Stealing Phoenix", welches wahrscheinlich September 2011 erscheint. In dem Roman wird es um Yves, Zeds' älteren Bruder, und Phoenix, eine in einer Community lebenden Diebin, gehen. Ich hoffe wirklich, dass auch die anderen fünf Benedict-Brüder einen Roman bekommen, laut Joss Stirlings Homepage würde sie selber gerne weitere Bücher über die Brüder schreiben, die Entscheidung hängt allerdings vom Verlag ab. Allerdings fände ich es nicht besonders gut, wenn die drei ältesten Benedict-Geschwister ebenfalls einen Jugendroman bekämen, schließlich sind sie schon erwachsenen und ich würde mir daher eine etwas prickelndere erotischere Geschichte wünschen (aber ich glaub die Chancen dafür sind sehr schlecht, leider!). Welche erwachsenen Männer, die ihre Seelenverwandte gefunden haben, würden sich mit einem paar kleinen Küssen begnügen? ;-)

Fazit:

Trotz minimaler Schwächen ein wunderbar romantischer Jugendroman mit paranormalen Elementen. Ich kann ihn wirklich nur jedem Romance-Fan mit einem leichten Hang zum kitschigen und einem Herz für Paranormales ohne Vampire, Werwölfe, Engel und ähnlichem empfehlen!

Bewertung: 10 von 10 Bücherwürmer

Anmerkung:

Joss Stirling hat unter dem Namen "Eve Edwards" mehrere YA-Historicals und als "Julia Golding" historisch/fantastische Kinderbücher veröffentlicht.

Der Roman gibt es auch in einer schwarzen Version mit weißer Verzierung zu  kaufen. Ich persönlich bevorzuge allerdings die weiße Variante mit schwarzen Verzierungen.

Die deutsche Ausgabe erscheint im Mai 2012 im dtv Verlag.

Dies ist der erste Teil, der "Benedict-Series":
  1. Finding Sky (Zed & Sky)
  2. Stealing Phoenix (Yves & Phoenix)

    meine Quellen: Cover; Buchinformationen; Klappentext;

    Kommentare:

    1. Vielen Dank für das Kompliment, es freut mich immer, wenn anderen meine Rezensionen gefallen *g*

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    2. Hallo :)
      Mh, ich habe schon viele Rezensionen gelesen, bei denen es vielen nicht gefiel, dass schon wieder ein schüchternes Mädchen den Bad boy abbekommt. Am ersten Band habe ich ein paar Mängel gefunden, dafür mag ich sehr den 2. Teil.

      LG Marie

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