29. März 2011

Review - How To Marry A Duke - Vicky Dreiling

  • Reihe: How To #1
  • Taschenbuch: 396 Seiten
  • Verlag: Forever
  • Erscheinungsdatum: 1. Januar 2011
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 9780446565370
  • Leseprobe: erstes Kapitel

Klappentext/Inhalt: 

Tristan, the Duke of Shelbourne is a man with a mission: find a wife he can tolerate as long as they both shall live. He is going to be faithful should his wife turn out to be a temptress in bed and he truly want to want his wife. Love on the contrary is not necessary--nor desired. But how to choose among a dizzying array of wealthy-yet-witless candidates? Hire London's infamously prim and proper matchmaker. Then pretend she's not the most captivating woman he's ever met...

Helping a devilish Duke create a contest to pick his perfect mate is the kind of challenge Tessa Mansfield relishes. Her methods may be scandalous, but she's determined to find the notorious bachelor more than a wife--she'll bring him true love. Yet when Tessa watches the women vie for the Duke's affections, she longs to win his heart herself. And after a stolen kiss confirms Tristan's desire, Tessa knows she has broken a matchmaker's number one rule: never fall in love with the groom...

Kritik:

Ich muss sagen, dass mich Vicky Dreiling mit ihrem Debütroman überzeugen konnte, trotz einiger Schwächen, die sich leider negativ auf die Gesamtwertung ausüben. Und da mir "How to Marry a Duke" so gut gefallen hat und seit längerem endlich wieder ein Historical war, der mich richtig fesseln konnte, musste ich mir auch den nächsten Roman von Vicky Dreiling vorbestellen und zwar "How to Seduce a Scoundrel", die Geschichte zwischen Julianne und Hawk. Hoffentlich schafft es Vicky Dreiling sich beim nächsten Teil noch zu steigern.

Sprachlich ist "How to Marry a Duke" relativ einfach gehalten, im Gegensatz zu anderen Historicals musste ich mich nicht mit einem Wörterbuch bewaffnet oder auch einem großen Fragezeichen über meinem Kopf durch die ersten Kapitel kämpfen, sondern habe sofort in die Geschichte hineingefunden. Englisch-Guru's mögen es zwar anders sehen, aber ich war froh über ein derartig entspanntes fremdsprachiges Lesen. 

Die Idee hinter dem Roman ist originell und erinnert stark an "Der Bachlor", einer TV-Show in der Frauen um das Herz eines Mannes kämpfen, Zickereien und Intrigen sind natürlich auch bei "How to Marry a Duke" inklusive. ;-) Allerdings ist die Idee in Historicals wahrscheinlich deshalb so neu, weil es schwer ist das Thema in der damaligen Zeit glaubwürdig umsetzen und leider ist dies Vicky Dreiling auch nur mittelmäßig gelungen. Wenn ich ehrlich bin ist es ihr überhaupt nicht gelungen, obwohl ich kein Experte in Sachen "Regency" bin, fand ich einige Ideen einfach zu abgedreht, als das dies auch nur ansatzweise in der damaligen Zeit funktioniert hätte, so habe ich es zumindest empfunden. Zusammen mit der teilweise zu modernen Sprache und einigen anderen zeitlich unpassenden Szenen kam dann leider bei mir nicht ganz die gewünschte Atmosphäre an. Besonders nach Tristans Entscheidung am Ende fehlten mir ein paar Erklärungen von zwei bestimmten Seiten. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass seine Entscheidung dort jubelnd aufgenommen wurde. Aber um ehrlich zu sein, das hat mir überhaupt nichts ausgemacht, der Roman war eine erfrischende Abwechselung zu anderen Historicals, aber immer muss ich derartige Geschichte dann doch nicht haben.

Vicky Dreiling hat teilweise versucht die Charaktere tiefgründig darzustellen, meiner Meinung ist es ihr aber nur mittelmäßig gelungen. Insgesamt gibt es in "How to Marry a Duke" nichts zwischen Schwarz und Weiß, auch wenn die Farbe einzelner Personen zu Beginn vielleicht nicht ganz klar sein sollte, am Ende ist jedoch klar in welche Kategorie (Gut oder Böse) man die einzelnen Personen einzusortieren hat. Dies fand ich etwas schade, da ich kein Freund von allzu farbloser Malerei bin. 

Tristan vereint gleichzeitig alle möglichen Charaktereigenschaften in einer Person, wieso auch auf etwas festlegen, wenn man alles haben kann. ;-) Er wird als Rake dargestellt (Wieso eigentlich?), ist aufbrausend und bildet sich zu schnell eine Meinung, er ist pflichtbewusst, sanft und liebevoll, aber voller erotischer Energie, entscheidet sich jedoch schnell für ein zeitweiliges Zölibat, was ihm natürlich äußerst schwerfällt, und nimmt liebendgerne jegliche Schuld auf sich, eine ernstgemeinte Entschuldigung kommt ihm da natürlich auch flott über die Lippen. Er versucht die Ehre seiner Familie nicht zu beschmutzen, trifft sich aber trotzallem ohne Anstandsdame mit Tessa und fährt mit ihr allein in einer Kutsche. Also ich glaube in ihm findet jede Leserin etwas das ihr gefällt und ich muss sagen, ich fand ihn sympathisch. ^^
Lediglich Tessa bietet etwas mehr Facetten, nur an der Umsetzung hat es meiner Meinung nach gehapert. Mir hätte es besser gefallen, wenn die Sache zwischen ihr und Richard am Ende eine größere Rolle gespielt hätte. Aber wie auch im Rest des Romans läuft in diesem Fall alles etwas zu perfekt ab, wer Friede, Freude und Eierkuchen liebt, hat in "How to Marry a Duke" den richtigen Roman gefunden. Egal wie groß das Hindernis auch sein mag, es stellt nicht lange ein Problem dar.

Die Beziehung zwischen Tessa und Tristan beruht mehr auf gegenseitiger sexueller Anziehung als auf romantischen Gefühlen, die bis zum Ende kaum eine Rolle spielen. Es ist nicht so, dass ich nicht nachvollziehen konnte, wieso sich die beiden ineinander verliebt haben, schließlich passen sie sehr gut zusammen, aber irgendwie fehlten mir romantische Szenen. Allerdings hat mich das Ende für den Mangel an Romantik entschädigt, den Heiratsantrag fand ich einfach unglaublich süß.

"How to Marry a Duke" war erotischer als andere Historicals, allerdings nicht so erotisch wie ich es erwartet hatte. Da eher die sexuelle Anziehung zwischen Tristan und Tessa im Vordergrund stand und dadurch die Romantik etwas untergegangen ist, hätte ich mir eindeutig mehr erotische Szenen versprochen. Wenn ich schon auf großartige Romantik verzichten muss, möchte ich auch etwas im Gegenzug geboten bekommen. ;-) Gefreut habe ich mich über eine heiße Szene in einer Kutsche, das letzte Mal, dass ich derartiges Lesen durfte ist schon viel zu lange her.
 
Auch wenn ich viel zu bemängeln hatte wurde ich von diesem Roman gefesselt und in den Bann gezogen, ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und wie Tristan und Tessa es am Ende schaffen zusammen zu sein. Es wäre mir zwar lieber gewesen, wenn die Dramatik und Spannung noch etwas intensiver gewesen wäre und nicht zu jedem Problem allzu schnell eine Lösung in Aussicht gestellt werden würde. Selbst wenn diese nicht immer direkt auf dem Silbertablett geliefert wurde, gaben Gespräche etc. schnell Aufschluss über den weiteren Verlauf der Geschichte.

Fazit:

Ein  guter Debütroman, der mich aber trotz aller Schwächen fesseln konnte, es fehlte lediglich die historische Atmosphäre.


Bewertung: 7 von 10 Bücherwürmer

Reihe: (3 Bände, wahrscheinlich abgeschlossen)
  1. How To Marry A Duke
  2. How To Seduce A Scoundrel
  3. How To Ravish A Rake


meine Quellen: Cover; Klappentext; Buchinformationen (der Inhalt wurde von mir etwas modizifiert)

Kommentare:

  1. Vielen Dank für die Rezension, Lucina. Ich denke, das Buch dürfte eher nichts für mich sein, wenn du schreibst, dass es so "abgedreht" ist. Ich bin zwar niemand, der hundertprozentige historische Korrektheit fordert und kann diesbezüglich durchaus ein Auge zudrücken, wenn es der Handlung dienlich ist, aber zu arg darfs einfach nicht werden. Und irgendwie klingt es ganz schön arg! :)

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  2. Also für einen Historical sind die Ideen schon etwas "außergewöhnlich" und wahrscheinlich so auch nicht praktikabel, wie z.B. die Idee mit dem Speed-Dating oder die Frage-Antwort-Runde, die eher an Flaschendrehen erinnert hat, bei der eine Kandidatin tatsächlich fragte, ob der Duke schon einmal ein Mädchen geküsst hätte. Bin ich da nur etwas pingelig oder ist das wirklich etwas unrealistisch? :O Es war teilweise wirklich ganz witzig, aber hat leider nicht den Regency-Charme anderer Historicals...

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  3. Ein Speed-Dating?!?!?! Ich fall vom Glauben ab.

    Nein, du bist nicht pingelig. Das ist komplett unrealistisch, ebenso wie kein Mädchen aus gutem Hause fragen würde, ob der Duke (ein DUKE!) schon mal ein Mädchen geküsst hat. Hilfe.

    Ich hätt da ein paar Regency-Empfehlungen für dich, auch witzige! *gg*

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  4. Wie hätte er auch sonst 24 junge Damen aus guten Hause schnellst möglich kennenlernen sollen. Speed-Dating ist da doch die naheliegenst Idee, meinte zumindest die Autorin... ;-)

    Ach warte, ich hatte das falsch in Erinnerung, sie hat gefragt wie viele (!) Mädchen er schon geküsst hat und er antwortet natürlich, ehrlich wie er ist, dass er noch nie ein Mädchen geküsst hat, sondern nur Frauen... *hust*

    Nur her mit den Empfehlungen! :-D

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  5. Ich bin noch ein bisschen unsicher mit Empfehlungen für dich, weil wir ja bei Maclean so weit auseinander lagen, aber ich wage es jetzt einfach mal mit dem Tipp, dir Jacquie D'Alessandro näher anzuschauen, wenn du humorvolle Historicals magst, z.B. »Sleepless at Midnight« als Einstieg. Ich hab auf meinem Blog diverse Romane von ihr rezensiert, vielleicht stöberste dich da einfach mal durch. :)

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  6. Wobei ich verstehen kann, dass wir uns beim ersten Band nicht einig sind, da ich normalerweise kein Problem mit viel Hin und Her habe, was du ja kritisiert hast... :-D Ebenso bei Arschloch-Helden, obwohl ich auch nicht jeden Typen toll finde, den aus "Nacht des Begehrens" fand ich richtig bescheuert oO

    Insgesamt fand ich auch nicht, dass wir gänzlich andere Meinungen hatten, also "Ich fand's richtig sch*e!" vs "Ich liebe es abgöttisch!" ;-)

    Ich habe mir "Sleepless at Midnight" gleich mal bestellt, deine Rezension klang nämlich äußerst interessant, außerdem ist es immer mal schön andere Autorin auszuprobieren ^^

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  7. Dann bin ich ja mal gespannt, wie dir D'Alessandro gefällt. Von den Harlequins abgesehen, bei denen ich etwas genauer hinschaue, landen alle ihre "vollwertigen" Bücher auf meiner Autobuy-Liste. Leider hat sie schon länger keinen Historical-Roman mehr rausgebracht …

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  8. Ich bin schon sehr gespannt, allerdings wäre es tragisch, wenn ich den Roman richtig gut finde, denn dann würde meine Wunschliste noch größer werden. xD Und die Backlist von Mary Balogh ist doch so riesig, damit hätte ich schon ein Jahr zu tun. ^^

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  9. Ja, mit der Backlist von Balogh ist man durchaus ne Weile beschäftigt … Ich bin da nicht mal ansatzweise durch und hab keine Hoffnung, sie jemals komplett zu schaffen. Muss aber ja auch nicht sein, gibt ja noch andere lesenswerte Autoren und von Balogh ist auch nicht alles gleich gut! :)

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  10. Umso schlimmer, wenn es auch schlechtere Romane unter denen von Mary Balogh gibt, dann muss man ganz genau darüber nachdenken, welchen der vielen Romane von ihr man denn nun am besten kaufen sollte. Ich bin ja ganz froh, dass in der nächsten Zeit mehrere 2:1 Romane von ihr veröffentlich werden. :-D

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Ich freue mich über jeden Kommentar, hinterlasst mir doch einfach eine kurze Nachricht, ich beiße nicht... zumindest meistens. :)

Liebe Grüße,
Lucina

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