19. März 2011

Filmview - Ich bin Nummer Vier

Gestern war ich mit meinem Freund in "Ich bin Nummer Vier", leider nicht wie sonst erst  nach 22 Uhr, sondern schon um 20.15 Uhr, um nach dem Film noch mit dem Bus zurückfahren zu können. Diese Uhrzeit hat sich jedoch als etwas unglücklich herausgestellt, da wir umzingelt waren von kleinen Kindern zwischen 8 und 10 Jahren, die wohl einen Kindergeburtstag gefeiert haben und durch die Mutter die Altersbeschränkung von 12 Jahren umgehen konnten. Eine schreckliche Sonderregelung wie ich finde, denn die Altersbeschränkung hat in diesem Fall wirklich ihre Berechtigung, denn "Ich bin Nummer Vier" ist meiner Meinung nach nicht für Kinder geeignet. Selbst ich fand ihn teilweise gruselig und gewalttätig, letzteres zwar meist nicht direkt gezeigt, aber häufiger angedeutet. Aber vielleicht ist die heutige junge Generation auch schon abgestumpft und macht sich nichts aus Gewalt, damals habe ich zumindest nicht gelacht, wenn jemand umgebracht wurde oder dies angedeutet wurde. Teilweise war ich echt erschrocken oder ist es wirklich witzig, wenn ein Poliergerät durch das Blut eines unschuldigen Menschen fährt? Aber diese Tendenz ist mir schon bei "Der Fantastische Mr. Fox" aufgefallen als  kleine Jungs gelacht haben als die Ratte am Ende eines Kampfes stirbt, für mich eine traurige Szene, aber vielleicht versteht man in diesem Alter auch die Bedeutung des Todes noch nicht...

Umzingelt war in unserem Fall wörtlich zu sehen, da alle anderen Plätze unserer Sitzreihe durch die Geburtstagsgruppe, vornehmlich aus Mädchen, besetzt wurden. Mein Freund hatte schon die Sorge man könnte uns für Mitglieder der Gruppe halten, meinte dann aber doch, das der Altersunterschied von min. 10 Jahren hoffentlich auffällt. xD Das obligatorische Gequatsche und Gesimse während des Films blieb leider auch nicht aus, ebenso das zu zweit auf Toilette gehen während einer spannenden Actionszene, das nächste Mal werden wir dann wohl doch wieder die Spätvorstellung wählen, ist auf jeden Fall entspannender. :-D Nicht das jetzt jemand denkt, ich habe was gegen Kinder, dies ist nicht der Fall, aber bei den horrenden Kartenpreisen ist mir eine ruhige ablenkungsfreie Vorstellung einfach lieber. ^^ Wobei ich mir als Nächstes mit meinem Freund "Sucker Punch" ansehen will und dort werden mit Sicherheit keine Kinder reingehen, der Film ist normalerweise auch nichts für mich, aber der Trailer hat mich neugierig gemacht. xD


Originaltitel: I am Number Four
Produktionsland: Vereinige Staaten
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2011
Länge: 114 Minuten
Altersfreigabe: 12 Jahre
Deutscher Kinostart: 17. März 2011

Inhalt:

John (Alex Pettyfer) ist kein gewöhnlicher Teenager: Kurz nach seiner Geburt wurde sein Heimatplanet zerstört. Mit acht weiteren Kindern, die die Katastrophe überlebten, konnte er auf der Erde in Sicherheit gebracht werden. Seitdem ist John, begleitet von seinem Beschützer Henri (Timothy Olyphant), auf der Flucht. Unter ständig wechselnden Identitäten ziehen sie von Stadt zu Stadt – ohne Familie, ohne Freunde, ohne Vergangenheit. Als sie sich in Paradise, einer kleinen Stadt in Ohio niederlassen, überschlagen sich die Ereignisse: John, mittlerweile ein junger Mann, entdeckt, dass er über erstaunliche, übernatürliche Kräfte verfügt, die zunehmend an Stärke gewinnen. Als er sich in die hübsche Sarah (Dianna Agron) verliebt, will er zum ersten Mal in seinem Leben nicht mehr auf der Flucht sein. Doch die skrupellosen Feinde, die hinter den Überlebenden her sind, haben ihn aufgespürt und greifen an. John muss sich seinem Schicksal stellen. Drei sind bereits tot. Ist er Nummer vier?

Kritik:

Ich habe den zugehörigen Roman nicht gelesen (Buch und Film kann ich also nicht vergleichen) und habe es auch in Zukunft nicht vor, auch wenn mir der Film wirklich gut gefallen hat. Dies liegt einfach daran, dass mir das Genre nicht liegt, in Buchform kann ich mit Thrillern und SciFi überhaupt nichts anfangen und auch derartige Filme müssen schon etwas Besonderes sein, um mir zu gefallen. Deshalb springt am Ende auch nicht die volle Punktzahl heraus, die ist vornehmlich für (historische) Liebes-, Animations- und Fantasyfilme vorbehalten. ^^ Aber nun zu "Ich bin Nummer Vier":

Der Film hat meine Erwartungen übertroffen, allerdings waren diese auf Grund meiner kleinen Abneigung gegenüber ScienceFiction auch eher gering. Ich wurde einfach nur gut unterhalten, da die Story zwar nicht sehr tiefgründig, aber der Film doch vielseitig war. Es gab humorvolle, actionreiche, traurige, romantische und gruselige Momente. Also alles in allem eine angenehme Mischung, wer jedoch viele SciFi-Elemente erwartet wird enttäuscht werden, abgesehen von den Mogadori und deren kleinen Haustieren, sowie den Superkräften der Loriener, handelt es sich eher um einen einfachen Action-Thriller,  ich fand dies allerdings sehr angenehm.

Der Film ist natürlich kein anspruchsvolles Machwerk und auch die Schauspieler werden nicht herausgefordert (was ihnen vielleicht sogar recht war), aber ich glaube nicht, dass dies jemand von einem Film erwartet, der sich meiner Meinung nach eher an Teenager richtet.

Zu den Charakteren kann ich wenig sagen, da der Film nicht den Freiraum und die Zeit bot, um sie anständig darzustellen, sodass sie eher eindimensional herüberkamen. Sie waren sympathisch und besonders Nummer Sechs fand ich ziemlich cool, sie weiß auf jeden Fall wie man kämpft. ;-) Da besonders am Ende teilweise nicht ganz deutlich wurde, wieso manche Charaktere ihre Haltung verändert haben bzw. ich allgemein auch einiges nicht nachvollziehen konnte, glaube ich, dass für den Film einiges zusammen gekürzt wurde und dadurch die Lektüre des Buches sicherlich von Vorteil ist.

Wie schon ganz oben erwähnt, halte ich die Altersfreigabe für berechtigt, denn die Mogadori, eine fiese Mischung aus Hai, Uruk-Hai (gerne auch Ork) und Lord Voldemord würden selbst letzterem Angst einjagen. Sie sind einfach nur ekelhaft, brutal und gruselig. Besonders die Szene als einer von ihnen einem Mann eine mit Sägen bestückten Ball Mund steckt hatte es in sich. Die Actionszenen am Ende waren dagegen eher harmlos, da durch die schnellen Schnitte ohnehin kaum etwas zu erkennen war.

Auch der Soundtrack konnte mich überzeugen, er war passend und hat meinen persönlichen sehr gut getroffen. Normalerweise achte ich nicht auf die Musik in einem Film, aber das war diesmal anders, bei "Ich bin Nummer Vier" ist sie mir gleich aufgefallen.

Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch und zwar die Synchronstimme von Alex Pettyfer. Ich kannte zwar seine Originalstimme nicht, aber im ersten Moment als ich seine deutsche Stimme hörte dachte ich: "Oh, bitte nicht noch so eine Twilight-Desaster!". Ich fand sie unpassend und unemotional, für mich hat das irgendwie nicht zusammengepasst, obwohl ich mich am Ende einigermaßen daran gewöhnt hatte. Ebenso war es bei den deutschen Twilight-Stimmen, wobei dort alle Sprecher eine einziges Trauerspiel sind und es für mich fast unmöglich machen auch nur eine Bis(s)-Verfilmung zu überleben. ;-)

Fazit: 

Ein seicher, actionreicher Unterhaltungsfilm zum Abschalten, der eher wenig SciFi-Elemente beinhaltet. Empfehlenswert für alle, die auch mit einer inhaltlich nicht sehr tiefgründigen Story zufrieden sind.

Bewertung: 4 von 5 Filmrollen

meine Quellen: Inhalt; Bild;

Kommentare:

  1. Hi,

    keine Ahnung, ob du den Award schon bekommen hast, jedenfalls habe ich ihn dir gerade eben verliehen:
    http://anima-libri.blogspot.com/2011/03/award-der-stylish-blogger-award.html

    Liebe Grüße
    Filia

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  2. Ich schließe mich Filia an und verleihe dir den selben Award

    http://lese-jenny.blogspot.com/2011/03/mein-6-award-und-ein-bekannter.html

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  3. Hrhr, wenn er nicht besonders anspruchsvoll ist, ist der Film mal wieder genau das richtige für mich. Bei Filmen bin ich da sehr leicht zufrieden zu stellen. Bin mal gespannt ob und wann ich dazu komme, mir den Film anzusehen...
    Jetzt bin ich jedenfalls sehr neugierig :)

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  4. Also anspruchsvolle Filme sind persönlich auch nicht so mein Geschmack, ich lasse mich gerne berieseln und das war bei "Ich bin Nummer Vier" der Fall. Einfach hinsetzen, Gehirn ausschalten und genießen xD

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  5. Also ich reserviere jetzt für meine Schwester und mich zwei Karten für Freitag und hoffe, dass mir der Film auch gefällt. Ich hab das Buch schon gelesen, ich kann dir den Vergleich dann liefern ;-)
    Und ich hoffe dass ich in der 21 Uhr Vorstellung vor so einer grausamen Kinderparade verschont bleibe, ich kann das auch überhaupt nicht leiden!! In "In meinem Himmel" waren auch so welche drin, die die ganze Zeit völlig unangebracht gelacht haben, dass scheint normal zu sein :-(

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  6. Ich wirklich, dass er dir gefällt, du darfst halt nur nichts Oscar verdächtiges erwarten ^^

    Ui, dann bin ich auf deinen Vergleich gespannt, ich finde es immer interessant zu hören inwieweit sich ein Film an der Buchvorlage orientiert :-)

    Ich wünsche dir viel Glück, 21 Uhr scheint eine eher sichere Zeit zu sein. Ich drück die Daumen, dass du mit deiner Schwester einen schönen und ruhigen Abend hast. Ich bin echt froh, dass ich nicht die Einzige bin, die von solchen Sachen genervt ist, ich dachte schon ich bin einfach nur empfindlich. ^^

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  7. Also ich werd ihn mir vermutlich auch noch anschauen. Hab bisher nur eine einzige Kritik außer deiner jetzt gelesen und die war eindeutig negativ, aber das klingt ja doch nach nem abendfüllenden Film. :)

    Ich persönlich glaub schon, dass man die Bedeutung vom "Tod" in dem Altrer schon verstehen kann. Man hat sich sicherlich noch nicht allzu sehr mit dem Thema beschäftigt, das mag sein, aber das Grundprinzip wird man verstehen. Ich glaube, dieses... ja, wie soll ich sagen, nicht-ernstnehmen oder so? solcher Sachen liegt zum Einen daran, dass das in so einem Film einfach total weit weg von einem selbst ist, und zum anderen ist es ja mittlerweile wirklich so, dass man mit zunehmender Gewalt in den Medien aufwächst, so sehr das jetzt auch nach mahnendem Zeigefinger klingen mag. Meine Eltern haben mich in der Hinsicht immer ganz vernünftig erzogen, ich durfte bestimmte Bücher und Filme auch erst mit angemessenem Alter lesen/sehen. Bin ich heute recht dankbar für. Aber das gibts ja bei vielen Kindern heute gar nicht mehr so... x.x
    Zum Beispiel mit der Ratte in dem einen Film: Hast du mal I am Legend gesehen? Da gibts diese Szene, wo der Hund der Hauptfigur stirbt. Ich konnte die mir nicht anschauen, fand ich einfach nur schrecklich und irgendwie beklemmend. Ich kann ziemlich gut verstehen, was du meinst. :/

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  8. Man darf bei "Ich bin Nummer Vier" nur keine allzugroßen Erwartungen haben, es handelt sich eindeutig nicht um einen Oscar-verdächtigen Film ^^
    Aber auch wer einen spannungsgeladenen Action-Film, einen grusligen SciFi-Thriller oder einen romantischen Liebesfilm erwartet wird wahrscheinlich enttäuscht werden, der Film ist eine Teenager-gerechte Mischung aus allem. Und mir persönlich wesentlich lieber als die "Twilight"-Filme und die haben ja schließlich auch sehr sehr viele Fans xD

    Ich glaube auch eher, dass das Problem ist, dass man heute viel zu früh in Berührung von Gewalt kommt, ohne das Eltern es einem Kind erklären. :-/ Ich selbst bin heute noch kein Freund von "Torture-Porn" wie mein Freund es nennt, also Filmen wie Saw oder Final Destination, ich mag einfach nicht wenn Gewalt zum Erlebnis wird. Ich persönlich kann auch nicht verstehen das man sich daran "aufgeilen" kann, glaube allerdings nicht wie die Politik, dass man dadurch sofort zum Amokläufer wird. Die Erziehung etc. spielt da für mich die größte Rolle und zwar indem den Kindern frühzeitig der Unterschied zwischen Realität und Fiktion beigebracht wird. Ansonsten passiert vielleicht genau das was man heute schon mitbekommt, dass die Gewaltbereitschaft zunimmt, Filme werden Wirklichkeit...

    Meine Eltern waren ähnlich wie deine, sie haben schon darauf geachtet, was und wieviel ich sehe und das es auch altersgerecht ist. Oder sie haben mir angeboten, auch als ich schon älter war, Filme wie "Der Soldat James Ryan" mit mir zusammenzusehen, auf freiwilliger Basis natürlich. ^^ Aber ich hab dann doch auf den Film verzichtet, wegen der Gewalt und dem Thema.

    "I Am Legend" habe ich nicht gesehen, ich bin nicht so der Fan von Will Smith ;-)

    Schlimm wird es doch dann erst, wenn Menschen in unserem Alter kein Mitleid mehr empfinden und den Tod und die Gewalt als belustigend ansehen. Ich mag mir das gar nicht vorstellen :/

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Ich freue mich über jeden Kommentar, hinterlasst mir doch einfach eine kurze Nachricht, ich beiße nicht... zumindest meistens. :)

Liebe Grüße,
Lucina

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