5. Februar 2011

Shortview - Was der Sturmwind sät - Kathleen E. Woodiwiss

Bevor dieser Roman in meine "Grabbelkiste" und damit in den Schrank wandert noch schnell eine Rezension. Im Mai letzten Jahres habe ich ihn während einer langen und langweiligen Zugfahrt von Hannover nach Greifswald gelesen, dafür war er wirklich gut zu gebrauchen. ^^

Das Cover werde ich online stellen, wenn mein Fotoapparat wieder aufgeladen ist, denn im Internet habe ich meine Ausgabe nicht gefunden. Ich frage mich immer noch, was der Bechtermünz-Verlag eigentlich genau ist, eine Gruppe vom Weltbild-Verlag, der "Groschenromane" herausgibt? Ich habe zumindest häufig die Erfahrung gemacht, dass die Ausgaben nur so vor Rechtschreibfehlern strotzen, (besonders zum Ende hin) wahrscheinlich durch fehlerhaftes Einlesen des Textes, hier ist dies aber glücklicherweise nicht der Fall.

  • Originaltitel: Forever in Your Embrace
  • Gebundene Ausgabe: 475 Seiten
  • Verlag: Bechtermünz-Weltbild-Verlag (Lizenzausgabe)
  • Erscheinungsdatum: 1998
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-86047-835-4

Inhalt: 

Vor kurzem erst hat der erste Romanow den verwaisten Zarenthron bestiegen, aber Unruhen und Intrigen beherrschen weiterhin das gewaltige Reich und den Hof. In diese düster-prächtige Welt befiehlt der Zar die Vollwaise Synnovea das Gut ihrer verstorbenen Eltern zu verlassen, um in Moskau das Mündel der Prinzessin Anna Taraslowna zu werden. Dort muss sie sich den Annäherungen des Prinzen Aleksej widersetzen, der ihr das Leben zur Hölle macht.

Neid, Missgunst und strengste Konventionen bestimmen in Moskau über eine junge Frau, die bisher an ein selbstständiges Leben gewohnt war. Doch als man sie an einen steinalten Prinzen verheiraten will, entschließt sich Synnovea zu einem abenteuerlichen und ebenso gefährlichen Plan. 

Bewertung:

Das Setting des Romans fand ich sehr interessant und die Geschichte liest sich recht flüssig, hat dabei aber einen ziemlich altmodischen Charme, der gefallen kann, aber nicht muss. Wirkliche Spannung baut sich nur selten auf, fesseln tut der Roman aber an keiner Stelle, aber aus Ermangelung an Alternativen habe ich trotzdem weitergelesen. Es gab zwar durchaus überraschende Wendungen, aber die fand ich allesamt so absurd und übertrieben, das ich nur den Kopfschütteln konnte, Realismus sucht man hier wirklich vergeblich. Für mich passte bei "Was der Sturmwind sät" überhaupt nichts zusammen, die Geschichte ist viel zu kitschig, platt und langatmig, selbst die beiden Hauptpersonen haben für mich nicht richtig zusammen gepasst.  Obwohl irgendwie passt es doch, es ist halt ein typisch 90er Jahre Historical für mich und die haben nun einmal einen ganz speziellen Charme. Als Retroroman ist "Was der Sturmwind sät" also durchaus zu gebrauchen, den so stelle ich mir einen inzwischen komplett unmodernen historischen Liebesroman vor... ;-)

Alles in allem eine nette, aber äußerst altbackene, Geschichte, dann man aber nicht gelesen haben muss.

Bewertung: 3 von 10 Bücherwürmer


Anmerkung:

Der Roman ist im Februar 2007 beim Portobello-Verlag unter demselben Titel neu veröffentlicht wurden  (ISBN-13: 978-3442554799).

Kommentare:

  1. Ja, in der Tat haben 90er-Jahre-Liebesromane ihren speziellen Charme – sehr nett ausgedrückt! *lach* Ich sehe, du bist da mal ganz bei mir!

    Ich bin echt gespannt, ob/wie dir "Whitney, my Love" beim Re-Read gefällt bzw. ob der Nostalgiefaktor da was retten kann.

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  2. Ich glaube solche Romane hasst man oder man liebt sie. Die sind so speziell, ich weiß gar nicht, wieso die immer wieder neuaufgelegt werden ^^" Naja, vielleicht bin ich auch einfach 20 Jahre zu jung, um solche Geschichten wirklich gut zu finden...damals waren die bestimmt der Renner :-D

    "Whitney, my Love" hat wenigstens keine ganz so abstruse Handlung xD

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  3. "Whitney" hat keine ganz so abstuse Handlung? Oha. Dann muss der Woodiwiss ja schon verdammt abstrus gewesen sein! *lach*

    In jedem Fall glaub ich, dass du Recht hast: Heute liebt oder hasst man diese Bücher. Früher waren die bestimmt allgemein sehr beliebt – unfassbar, wie schnell sich der Zeitgeist doch ändert heutzutage, oder? Ob wir unsere heutigen Favoriten in 20 Jahren wohl auch so schrecklich finden?! Furchtbare Vorstellung!

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  4. Die Handlung von "Whitney" ist vielleicht etwas übertrieben, aber wenigstens realitisch, auf ihre Weise. Mögen muss man das natürlich auch nicht, aber die Handlung von diesem Roman? Da gibt es wirklich alles was das Herz begehrt oder auch nicht: arrogante Nebenbuhlerinnen, wolllüstige Prinzen, die sich aus Angst vor ansteckenden Krankenheiten sich und ihr bestes Stück verstümmeln und noch mehr, Banditen mit schwangerer Frau, die am Ende die Seiten wechseln, Hinterhalte, einen Komplott gegen den Zar, Entführungen, Peitschenhiebe, einen Soldatenaufmarsch von den Mauern Moskaus (ich glaube zumindest das sich da Banditen und sonst wer noch zusammen getan haben), einen englischen Coronel und das sonstige Tralala, Missverständnisse, etc. Also die perfekte Mischung für einen guten Roman ;-)

    Ich glaube wir werden sie noch gut finden, aber die Generation nach uns nicht ^^

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Liebe Grüße,
Lucina

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