8. Januar 2011

Review - Ascheherz - Nina Blazon

  • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
  • Verlag: cbt 
  • Erscheinungsdatum: 10. Januar 2011
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3570160657

Klappentext:

Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Sie weiß nur eines: Der Blutmann, der sie in ihren Albträumen verfolgt, ist nun in ihr Leben getreten und will sie töten. Und er scheint nicht der Einzige zu sein, der sie verfolgt. Der geheimnisvolle, engelhaft schöne Anzej rettet ihr das Leben. Auf ihrer gemeinsamen Flucht in das ferne Nordland muss Summer erkennen, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat: Einst gehörte sie zu den Zorya, deren Kuss den Sterblichen den Tod bringt. Doch einem Mann mit sanften Augen, der in ihren Armen sterben sollte, schenkte sie die Ewigkeit. Nun fordert Lady Mars, die Herrin des Todes, das Leben zurück, um das sie betrogen wurde. Kann Summer den Tod ein weiteres Mal überlisten oder muss sie ihre Liebe opfern, um selbst Lady Mars tödlichem Kuss zu entgehen?

Bewertung:
Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, trotz der vielen guten Rezensionen. Diese basierten alle auf Rezensionsexemplaren und ich konnte mir vorstellen, dass dadurch vielleicht ein etwas zu positives Bild entstand, aber da ich schon die ganze Zeit einen Roman von Nina Blazon lesen wollte, habe ich mich  dann doch entschlossen mir "Ascheherz" zu kaufen (irgendwie hab ich das Gefühl, da bin ich die einzige). Meine Skepsis war allerdings unbegründet, "Ascheherz" war ein guter Roman, den ich jedoch nicht zu meinen Favoriten zählen werde.

Am Anfang hätte ich den Roman am liebsten weggelegt, denn ich musste mich durch die ersten zwei Kapitel buchstäblich durchquälen, ich kam einfach nicht in die Geschichte rein. Eigentlich habe ich nichts gegen ausgiebige Beschreibungen und eine verschnörkelte Schreibweise, aber besonders am Anfang machte es mir die Autorin dadurch ziemlich schwer. Nina Blazon beschrieb das Theater und das Stück in einer Ausgiebigkeit, die mich fast verzweifeln lies, und so kam die Geschichte nicht voran und man wurde mit Summer nicht warm. Beschreibungen sind schön und gut, aber sie müssen auch die Handlung voranbringen oder die Welt verbildlichen. Letzteres hat Nina Blazon trotz sprachlich wirklich gelungenen und ausführlichen Schilderungen der Welt nicht geschafft, bis zum Ende konnte ich mir die Welt in der Summer lebt nicht vorstellen. Ich fand sie interessant, die Mischung zwischen Moderne und Mittelalter war mir neu, aber es entstanden keine Bilder in meiner Vorstellung, wie es andere Autoren schaffen.

Ich habe es zwar schon erwähnt, aber sprachlich muss ich Nina Blazon einfach noch einmal loben. Ihr Stil sticht aus der Masse der Jugendromane heraus, einen stilistisch ähnlichen Roman habe ich zumindest seit längerem nicht mehr gelesen. Wer mit unnötig blumigen Beschreibungen nichts anfangen kann oder schlichte und einfache Ausdrucksweise mag, wird vielleicht mit "Ascheherz" seine Problem. Nicht das jemand denkt, der Roman wäre anspruchsvoll, das nicht der Fall.

Nach den ersten beiden Kapiteln wurde es angenehmer zu lesen, vielleicht weil ich mich an den Stil von Nina Blazon gewöhnt hatte, dennoch war die Handlung immer noch etwas langatmig. Erst ab der Hälfte war ich wirklich gefesselt und wollte den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte fand ich sehr originell, also kein Einheitsbrei, den man sonst so kennt und liest (oder auch nicht). Wer Werwölfe, (gefallene) Engel, Feen und Vampire sucht, sucht hier Gott sei Dank vergeblich.
Schön fand ich ebenfalls, dass die Geschichte nicht komplett vorhersehbar war, so war es ist nicht sofort klar mit wem Summer am Ende vielleicht glücklich werden könnte und auch sonst wurde ich immer wieder überrascht.
Auch mit den Charakteren konnte die Autorin mich überzeugen, sie hat es geschafft, selbst vielen kleinen Nebenpersonen etwas Tiefe zu geben und sie zu etwas Besonderen zu machen. Sie handeln aufgrund ihrer Vergangenheit, ihrer Herkunft etc. und sind nicht nur Handlanger um die Handlung voranzubringen.

Da es sich bei "Ascheherz" um einen Jugendbuch handelt ist kaum Gewalt und keine Erotik vorhanden. Leider schien die Autorin dies als Anlass zu nehmen, der Geschichte eine zu positive Richtung zu geben. Das Ende gefällt mir zwar ausgesprochen gut, aber mir fehlte ein böser (und damit meine ich niemand abgrundtief bösen) Gegenpol. Das war mir irgendwie alles zu perfekt und geschliffen, dies ist insgesamt zwar kein wirklich Kritikpunkt, aber vielleicht hätte ich mir in die ein oder andere Richtung etwas mehr Dramatik gewünscht.

Das Cover passt sehr gut zur Geschichte, besonders der Schmetterling/Falter auf dem Cover. Irgendwie hat es mich an das Cover von "Das Schweigen der Lämmer" erinnert, welches im Übrigen auch perfekt zum Roman passen würde, auch wenn es nicht so gut aussieht. ;-)

Fazit:

Einer spannender Fantasyroman, der sich vom heutigen Einheitsbrei durch seine sprachliche Gestaltung und interessante Idee abhebt. Leider ist der Anfang etwas zu holprig, dafür ist die Handlung allerdings nicht vollkommen vorhersehbar.

Bewertung: 8 von 10 Bücherwürmer


Anmerkung:

Der vorher erschienene Roman "Faunblut" spielt in der gleichen Welt wie "Ascheherz", ist allerdings keine wirkliche Fortsetzung. Beide Romane können unabhängig voneinander gelesen werden, auch wenn am Ende von "Ascheherz" noch einmal kurz Jade aus "Faunblut" erwähnt wird.

Kommentare:

  1. Klingt gut! Ich hab mir das Buch gestern gekauft! Für mich ist es auch das erste Buch, das ich von Nina Blazon lesen werde. :)

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  2. "Faunblut" gefiel mir einigermaßen, "Totenbraut" ist dann bei mir ziemlich durchgefallen (habs nicht zu Ende gelesen). Insofern muss noch viel Wasser den Rhein runterfließen, bis ich ihr noch eine Chance gebe *g*

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  3. Die Rezension macht richtig Lust auf mehr!

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  4. @anli:
    Ich werde bestimmt noch einen ihrer Romane lesen, aber wahrscheinlich nur von ihren Fantasyromanen, die anderen klingen irgendwie nicht so interessant.. ^^

    @Elena:
    Vielleicht gibst du ihr mit "Ascheherz" noch einmal eine Chance, spielt ja in der gleichen Welt wie "Faunblut" und würde dir deshalb vielleicht auch einigermaßen gefallen (obwohl das auch nicht genug ist xD). "Totenbraut" scheint ja in ein anderes Genre zu fallen, zumindest laut der Autorenhomepage in Historie/Grusel, also dorthin wo es mir wahrscheinlich nicht gefällt. ^^"

    @Sophia:
    Danke, ich fasse das mal als Kompliment auf. *g*

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  5. Nette Rezi ;) Meine zu "Ascheherz" ist nun auch endlich online gegangen. Fand das Buch trotz des langen Einstiegs auch echt super und habe ja auch gleich mit "Faunblut" angefangen :)

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Liebe Grüße,
Lucina

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