20. September 2010

Review - Vampyr - Brigitte Melzer

  • Reihe: Vampyr #2
  • Gebundene Ausgabe: 271 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter
  • Erscheinungsdatum: Juli 2006
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3800052684

Klappentext:


Eine uralte Legende um eine Hexe und ihren Kuss des Blutes, ein Toter, der aus dem Grab zurückgekehrt zu sein scheint, ein Mädchen mit zwei Wunden am Knöchel und eine Herrscherfamilie, die einen grausamen Kampf um den Thron ausficht. Vor der atemberaubenden Kulisse der schottischen Highlands verwebt Brigitte Melzer Liebe, Macht, Besessenheit und dunkle Verführung zu einem fesselnden Vampirroman.

Bewertung:

Zu aller erst: Wer hier einen Roman à la "Bis(s) zum Morgengrauen" erwartet, der wird enttäuscht. Es geht zwar um Vampire und auch die Liebe spielt eine Rolle, aber ansonsten gibt es keine Parallelen.

In der Riege der heutigen Vampirromane, von denen es wahrlich viele gibt, für Jugendliche bittet "Vampyr" durchaus eine interessante Grundidee, was sowohl Handlungsort und -zeit angeht, auch werden Vampire in diesem Roman anders dargestellt als es zurzeit meist üblich ist. Sie sind nicht mehr die charmanten und romantischen Vampire, sondern das was sie immer waren, bösartige Wesen. Was sich allerdings als Schwachpunkt herausstellt, denn sie werden durchweg als bösartig dargestellt, deren Existenz einen grausamen Fluch darstellt. Diese war mir etwas zu einseitig, ein Mittelweg hätte besser gepasst, besonders da dies für mich den Schluss des Romans etwas zerstört hat. Gibt es nun ein Happy End? Wenn man der Vorstellung des Romans folgt, dann nicht wirklich.
Auch sind die Vampire als solche nicht sonderlich originell gestaltet, während andere Autoren sich neue Gedanken über diese Wesen gemacht haben, hat Brigitte Melzer auf alte Klischees zurückgegriffen. Die gesamte Story über alte Mythen und auftretende Mordanschläge wird umflochten von einer Liebesgeschichte zwischen Daeron und Catherine, denen beiden wird es nicht einfach gemacht ihr Glück und Ruhe zu finden. Da die Romantik an manchen Stellen zu kurz kommt und auch nicht immer logisch erscheint, allerdings die Vampirgeschichte als solches, auch nicht sonderlich aufregend und spannend gestaltet worden ist, lässt ein wirklicher roter Faden nicht finden. Wollte die Autorin nun einen Liebesroman oder einen spannenden Vampirkrimi oder –thriller schreiben? Die Antwort wird uns wohl nur die Autorin selber sagen können, dass Resultat ist jedoch eine solide Mischung aus beidem ohne großartige Höhepunkte oder Überraschungen in der Story.

Brigitte Melzer hat einen sehr bildlichen Sprachstil, der mich unglaublich gut fesseln kann und es einem eigentlich einfach machen würde, sich die Umgebung und auch die Geschichte vorzustellen. Leider schafft es die Autorin dennoch nicht, eine richtige Atmosphäre des 18. Jahrhunderts zu erzeugen und dem Leser das Gefühl zu geben, sich wirklich am Ort des Geschehens zu befinden. Irgendwie wirkten die Charaktere für mich fehl am Platz, nicht zeitgemäß. Dennoch ist die Geschichte flüssig und schnell zu lesen.

Ein weiteres Problem für mich war Catherine. Obwohl sie die Hauptperson ist, finde ich sie nicht so wirklich sympathisch und konnte mich mit ihr nicht identifizieren. Am Anfang des Romans liebt sie Martáinn und kann Daeron nicht ausstehen, da er aus Wales kommt und sie in ihrer Kindheit ein paar Schwierigkeiten hatten. Als sie ihn dann nach ein paar Jahren wiedersieht, ist sie verwirrt, da er ihr plötzlich hilft und ihr im Prinzip sagt, dass er sie eigentlich immer gemocht hat. Herzklopfen ist vorprogrammiert, allerdings nur bis sie Martáinn trifft. Dann geht plötzlich alles ganz schnell, innerhalb von wenigen Seiten gehört ihr Herz plötzlich Daeron. Auch wenn sie sich nicht ganz sicher ist und ihn in ihrer Kindheit nicht gänzlich verabscheute ist dieser Wandel sehr überraschend. Dies trübt für mich die Liebesgeschichte, da ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass Catherine Daeron wirklich liebt. Es ist wirklich sehr schade, dass die Beziehung zwischen den beiden so vernachlässigt wurde.
Daeron hingegen hat zwar keinen außergewöhnlichen Charakter, den die anderen Figuren jedoch auch nicht haben, dennoch wirkt er wesentlich sympathischer als Catherine. Er ist unglaublich lieb und würde alles für Catherine tun, daher wirkt seine Liebe wesentlich aufrichtiger als ihre.

Sehr gut finde ich allerdings, dass es am Ende des Buches ein Glossar gibt in dem gälische und schottische Begriffe erklärt werden, die wahrscheinlich insbesondere jüngeren Lesern nicht bekannt sind.

Fazit:


Ein schöner, wenn auch verbesserungswürdiger Vampirroman, der sich erfrischend von heutigen Vampirromanen abhebt und leider in seinen Klischees etwas stecken bleibt. Wer eine düstere Geschichte des Schottlands des 18. Jahrhunderts lesen möchte, der es etwas an Romantik und Spannung fehlt, sollte hier zugreifen.

Bewertung: 6 von 10 Bücherwürmer

Anmerkung:

"Vampyr" ist der erste Teil einer Trilogie, allerdings mit einem weiteren, sehr sympathischen Liebespaar als Hauptfiguren. Die weiteren Teile fand ich auch wesentlich spannender.

Band 1: Vampyr (6/10)
Band 2: Vampyr - Die Jägerin (4/5)
Band 3: Vampyr - Die Wiedergeburt

Der Band ist als Taschenbuch beim Carlsen Verlag erschienen.

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • Erscheinungsdatum: Juli 2009
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551366802
  • ISBN-13: 978-3551366801



Lucina ^^

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jeden Kommentar, hinterlasst mir doch einfach eine kurze Nachricht, ich beiße nicht... zumindest meistens. :)

Liebe Grüße,
Lucina

Hinweis: Die Kommentarmoderation ist aktiviert.